Sternhagelvoll mit dem Auto zur Freundin

NACHRODT-WIBLINGWERDE -   Weil er sturzbetrunken Auto gefahren ist und bei der Verkehrskontrolle in Nachrodt einen Polizeibeamten angegriffen und verletzt hat, musste sich ein 49-jähriger Mann aus Kamen am Donnerstag wegen Gefährdung des Straßenverkehrs vor dem Amtsgericht in Altena verantworten.

Sternhagelvoll hatte sich der Mann am 15. Dezember mit dem Auto auf den Weg zu seiner Freundin in Nachrodt gemacht. Anderthalb Stunden nach der Trunkenheitsfahrt ergab die sichergestellte Blutprobe noch einen Alkoholgehalt von 2,21 Promille, was Rückschlüsse auf einen ursprünglichen Wert bis zu 2,6 Promille zulässt. Als die Polizisten nach der Ankunft in Nachrodt den Führerschein des 49-Jährigen sicherstellen wollten, geriet der zuvor völlig unbescholtene Mann vollkommen außer sich. Er griff den Polizeibeamten an, der den Führerschein in der Börse des Betrunkenen suchte und wehrte sich mit allen Mitteln gegen seine vorläufige Festnahme. Die Beamten wurden dabei leicht verletzt.

„Ich sage alles, was mir später erzählt worden ist“, beschrieb der Angeklagte vor gericht seine Sicht auf die Ereignisse, an die er sich aus eigener Anschauung nicht mehr erinnere. Das erschwerte ein Geständnis, doch der 49-Jährige hatte keine Zweifel daran, dass sich das Ganze so wie von den Zeugen beschrieben abgespielt hatte. Das ersparte Richter Dirk Reckschmidt eine aufwendige Beweisaufnahme. Nur einer der beteiligten Beamten wurde zu dem Vorkommnis gehört, und der Angeklagte nutzte unter Tränen die Gelegenheit, sich persönlich bei ihm zu entschuldigen.

Angesichts solcher Reue und der Feststellung, dass der Angeklagte in seiner Steuerungs- und Schuldfähigkeit erheblich eingeschränkt war, hielt sich auch der Staatsanwalt mit seiner Strafforderung zurück. Richter Dirk Reckschmidt folgte seinem Antrag und verurteilte den Angeklagten wegen der Trunkenheitsfahrt und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldbuße von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro. Außerdem darf ihm für weitere sieben Monate keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Der 49-Jährige deutete an, dass er die Strafe lieber abarbeiten wolle. - Thomas Krumm

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