Beleidigende Worte vor Gericht

Nachrodt-Wiblingwerde - Eine Geschichte, die das Leben schrieb, erreichte jüngst das Amtsgericht Altena. Dabei ging es nicht nur um einen Streit unter Nachbarn.

„Der hat meinen Hund beim Ordnungsamt angezeigt, dass der in einen Kinderwagen gepinkelt hätte“, rechtfertigte ein 35-jähriger aus Nachrodt einen etwas aus dem Ruder gelaufenen Besuch bei einem Nachbarn, der ihm nun eine Anklage wegen Beleidigung einbrachte. Er gab zu, dass Worte wie „Schnorrer“ und „Arschloch“ gefallen waren und dass er auch noch die Wohnungstür des derart Geschmähten demoliert hatte. „Es war eine Auseinandersetzung. Man hat sich nichts geschenkt“, fasste der Anwalt des Angeklagten das Geschehen zusammen.

Der Hund des Angeklagten sei ein Dauerthema – auch in Auseinandersetzungen mit der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde, führte der Anwalt weiter aus. Dabei war der 35-Jährige nicht einmal der Besitzer des Tieres, das offenbar schon einige Bußgeldverfahren ins Rollen gebracht hatte.

Der böse beleidigte Nachbar mit kaputter Tür war als Zeuge geladen und äußerte „kein Interesse“ daran, dass der Angeklagte bestraft werde. Nach vielen Vorstrafen wegen diverser Körperverletzungen ging es aber nicht ganz ohne finanziell spürbare Aufforderung zum Denken ab. Erst gegen Zahlung von 150 Euro an die Staatskasse wird das Verfahren wegen Beleidigung und Sachbeschädigung endgültig eingestellt – „ein Gnadenakt bei den Vorstrafen“, wie Staatsanwalt Bernd Maas bemerkte. - Thomas Krumm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare