Teilerfolg vor Gericht ohne großen Wert

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit Vollgas jagte ein 34-jähriger Mann aus Nachrodt-Wiblingwerde im Juni vergangenen Jahres durch eine Polizeikontrolle und fuhr beinahe eine Polizistin an. Am Freitag stand er deshalb zum zweiten Mal vor Gericht.

Wegen Nötigung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis hatte ihn das Amtsgericht Altena bereits am 25. Mai zu sieben Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Aber der Mann legte Berufung ein, die gestern vor dem Hagener Landgericht verhandelt wurde. Er wollte die mitverhängte einjährige Sperrfrist verkürzen lassen.

Am 22. Juni 2011 war der 34-Jährige mit seinem Auto in Altena unterwegs – ohne Führerschein. Er geriet auf der Hagener Straße prompt in eine Polizeikontrolle. Als er die Straßensperre und die Polizisten sah, gab er Gas und raste durch die Absperrung. Dabei überfuhr er beinahe eine Polizistin. Sie konnte sich gerade noch mit einem verzweifelten Sprung zur Seite retten. Offenbar hatte der Mann Panik bekommen, dass seine Fahrt ohne Führerschein auffliegen könnte. Zudem war er bereits einschlägig vorbestraft wegen Fahrten unter Drogeneinfluss und Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Schon vor dem Amtsgericht Altena hatte der Mann die Vollgasfahrt zugegeben, aber immer wieder beteuert, dass er die Polizistin niemals habe gefährden wollen. Auch am Freitag betonte er vor dem Hagener Landgericht, die Lücke zwischen den Beamten sei groß genug gewesen, dass er mit seinem Auto hindurchgepasst hätte.

Das Gericht reduzierte die Sperrfrist von einem Jahr auf neun Monate. Allerdings wird dem 34-jährigen Nachrodt-Wiblingwerder das wahrscheinlich nicht viel nutzen. Denn er muss eventuell über einen längeren Zeitraum nachweisen, dass er keine Drogen mehr nimmt. Es ist also völlig offen, ob er in neun Monaten wirklich seinen Führerschein beantragen kann. ▪ pp

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