Debatte um strengere Regeln

2G oder 3G? Mischmodell auf dem Weihnachtsmarkt möglich

Der Nikolaus blieb 2020 zuhause: Der Weihnachtsmarkt in Nachrodt wurde abgesagt, 2021 soll er aber stattfinden.
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Der Nikolaus blieb 2020 zuhause: Der Weihnachtsmarkt in Nachrodt wurde abgesagt, 2021 soll er aber stattfinden.

2G oder 3G? Die Debatte gibt‘s auch in Nachrodt-Wiblingwerde. Und die Meinungen gehen weit auseinander. Eiin Stimmungsbild.

Nachrodt-Wiblingwerde – Wer nicht geimpft oder genesen ist, bleibt zu Hause und kann am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen? Bürgermeisterin Birgit Tupat glaubt nicht, dass dies das Heil aller Dinge im Kampf gegen die Pandemie ist. Aber was in anderen Bundesländern als Option getestet wird, wird auch in Nordrhein-Westfalen stark diskutiert.

In Nachrodt-Wiblingwerde ist man hin- und hergerissen. „2G finde ich zu kurz gedacht, denn ich kann auch als geimpfter Mensch hochinfektiös sein. Vermehrte Testungen für alle, auch für Geimpfte, fänd’ ich persönlich besser – als Fürsorge für andere“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Ob ein Ausschluss von Nichtgeimpften in einer Demokratie wirklich gewollt ist, mag sie zu bezweifeln: „Ich befürworte das Impfen, keine Frage. Aber ich sehe es kritisch, wenn man Menschen ausschließt. Und was ist mit denjenigen, die sich nicht impfen lassen können?“

Sportgruppen: 95 Prozent der Teilnehmer geimpft

Heinz Even, Vorsitzender des größten Sportvereins der Gemeinde, findet, dass über eine mögliche 2G-Regelung nicht die Politik, sondern die Übungsleiter selbst entscheiden sollten. „Wir stehen zu ihren Entscheidungen, wir wollen ja die Übungsleiter nicht vergraulen“, sagt Heinz Even. Bis jetzt hat er von keinen Problemen mit der 3G-Regelung gehört. „Die Leute kennen sich untereinander, wissen, wer geimpft ist und wer nicht. Wer nicht geimpft ist, bringt einen Test mit. Aber ich weiß auch nicht, wie viele das sind.“

Jens Grote, Vorsitzender des TV Wiblingwerde, ist persönlich grundsätzlich dafür, dass sich jeder, der geimpft werden kann, auch impfen lässt. Probleme mit 3G gebe es aber nicht. In einem klassischen Turnverein kenne man eigentlich alle Teilnehmer. „Wir hatten Jedermänner-Sport mit 16 Mann, davon waren alle 16 geimpft. 95 Prozent aller, die unsere Übungsstunden besuchen, sind geimpft“, sagt Jens Grote. Der Turnverein sei aber keine politische Institution, sondern müsse das umsetzen, was beschlossen werde. „2G bringt einen Tacken mehr Sicherheit für die Gesamtbevölkerung“, so Jens Grote.

Planungen für Weihnachtsmarkt laufen

Absolut positiv sieht Hans Wehr die 2G-Idee – auch für den geplanten Weihnachtsmarkt am ersten Adventwochenende. „Es ist ja nicht einzusehen, dass die Geimpften grundsätzlich Rücksicht auf die Ungeimpften nehmen müssen. Aber für diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen, habe ich Verständnis.“

Die Planungen für den Weihnachtsmarkt am Holensiepen laufen, am Programm wird gearbeitet und Aussteller dürfen sich schon anmelden – und zwar per Mail unter weihnachtsmarkt-in-nawi@online.de. Die Aussteller werden im Foyer der Sekundarschule ihre Arbeiten präsentieren können. Das Hygienekonzept sieht unter anderem die Laufrichtung und verschiedene Ein- und Ausgänge vor. Dass die 2G-Regelung für die Innenräume gelten könnte, hält Hans Wehr für durchaus möglich. Ungeimpfte und Nicht-Genesene könnten dann mit Test die Weihnachtsmarktstände nur draußen besuchen, wahrscheinlich mit einem Bändchen, das 3G ausweist.

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