Drogen, Betrug: 28-Jähriger gerät in die falsche Szene

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Offenkundig war im Herbst vergangenen Jahres eine schwere Zeit für den 28-jährigen Hausmeister aus Nachrodt-Wiblingwerde angebrochen. Vor dem Amtsgericht in Altena musste er sich am Dienstag wegen gleich dreier Vergehen aus diesem Zeitraum verantworten.

Er selbst gab an, zu der Zeit in die „falsche Szene geraten“ zu sein. Am frühen Abend des 13. Oktober 2011 wurde der 28-Jährige von der Polizei auf der Oppenhusener Straße angehalten – ohne Führerschein und dann auch noch mit Drogen. Drei Gramm Amphetamine und rund drei Gramm Marihuana fanden die Beamten bei dem Angeklagten. Zusätzlich soll er in dieser Zeit auch noch Beihilfe bei einem Tüv-Betrug geleistet haben. Der 28-Jährige soll, so der weitere Vorwurf der Anklageschrift, ein Treffen zwischen einem Autobesitzer und einer anderen Person vermittelt haben. Das Auto soll in eine Iserlohner Werkstatt gefahren worden sein, zurück kam der Wagen dann mit einer offenbar gefälschten TÜV-Plakette.

Der Angeklagte ließ durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Frank Becker, die Erklärung abgeben, die Vorwürfe gegen ihn seien zutreffend. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Dirk Reckschmidt, was ihn als einschlägig Vorbestraften wieder zu den Taten angetrieben habe, schilderte der Angeklagte ein durchaus bewegendes Schicksal. Kurz vor den Taten seien zwei seiner Kinder plötzlich verstorben. Dadurch habe auch seine Beziehung auf der Kippe gestanden und er sei abgerutscht, habe Drogen konsumiert. Diese Phase habe er aber jetzt überwunden, habe eine Entgiftung hinter sich und warte auf eine Therapie. „Er findet gerade wieder raus“, fasste Rechtsanwalt Becker den Stand der Dinge für seinen Mandanten zusammen und bat um eine milde Strafe.

Das Gericht verurteilte den 28-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem halben Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zusätzlich erhielt der Angeklagte eine Führerscheinsperre von einem Jahr und muss 150 Sozialstunden als Bewährungsauflage ableisten. „Sie sind wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Die Gefahr, dass Sie wirklich einmal einfahren, ist groß“, verdeutlichte Richter Reckschmidt dem Angeklagten abschließend, dass er schon mit einem Fuß im Gefängnis gestanden habe. Entsprechend lang fiel die Zeit aus, in der sich der Angeklagte fortan straffrei führen und im wahrsten Wortsinn bewähren muss: Richter Dirk Reckschmidt setzte sie auf fünf Jahre fest. Mehr geht nicht. ▪ GrAn

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