Schon wieder betrunken hinterm Steuer

Nachrodt-Wiblingwerde - 4800 Euro Geldstrafe nach einer Trunkenheitsfahrt – schon das Urteil gegen einen 23-jährigen Autofahrer machte deutlich, dass seine Fahrt auf der Altenaer Straße in Nachrodt am Abend des 4. Juli nicht die erste ihrer Art gewesen sein konnte.

Noch knapp eine Stunde nach seiner Begegnung mit der Polizei hatte der Mann 1,63 Promille Alkohol im Blut – ein Wert weit über dem Grenzwert für die absolute Fahruntüchtigkeit, „bei dem der normal trinkgewohnte Mensch nicht mehr geradeaus laufen kann“, stellte Richter Dirk Reckschmidt fest. Der Angeklagte gab sich im Amtsgericht Altena eher kleinlaut: „Was soll ich dazu sagen?“ Aber er sprach dann doch: von Unglücksfällen in der Familie, einer eigenen Erkrankung und von seinem Bruder, der den von ihm normalerweise verwahrten Autoschlüssel dummerweise hatte liegen lassen. Diese Lösung war gefunden worden, nachdem der Angeklagte schon zweimal wegen Trunkenheitsfahrten verurteilt worden war, um ihn gewissermaßen vor sich selbst zu schützen.

„Zwei Vorstrafen – zur Einwirkung auf den Angeklagten und zur Verteidigung der Rechtsordnung“ sei diesmal eine Freiheitsstrafe von vier Monaten nötig, trug die Staatsanwältin vor. Als Bewährungsauflage solle der Angeklagte zudem eine Geldbuße von 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. „Er hätte wissen müssen, dass er nicht mehr fahrtüchtig war“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Dem folgte Richter Dirk Reckschmidt allerdings nicht ganz: Eine Freiheitsstrafe ist nicht unbedingt erforderlich“, befand er und verzichtete letztmalig auf eine mögliche Haftstrafe: „Beim vierten Mal fahren Sie ein“, zeigte er dem 23-Jährigen deutlich auf, wo die Grenzen sind. Das Urteil konnte dem Angeklagten dennoch nicht schmecken: 120 Tagessätze zu je 40 Euro. - Thomas Krumm

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