20-Jähriger schlägt die schwangere Freundin

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Als „sehr, sehr unschön“ bezeichnete Richter Dirk Reckschmidt am Dienstag die Tat des 20-Jährigen aus Nachrodt-Wiblingwerde, der sich wegen einer gefährlichen Körperverletzung am Amtsgericht in Altena verantworten musste.

Fast verlegen, zurückhaltend und auch durchaus etwas schuldbewusst gab sich der Mann aus der Doppelgemeinde dann auch auf der Anklagebank. Der 20-jährige Auszubildende, der bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, hatte im Juni gegen den Bauch seiner Freundin geschlagen, als diese bereits schwanger war. Zwar „nur“ mit der flachen Hand, dennoch verlangte er von seiner Freundin auf diese Art nachdrücklich, dass sie „das Kind abtreiben solle“, wie er auch vor Gericht aussagte. Dass diese Attacke völlig fehlgeleitet und falsch gewesen sei, gab er dann aber gestern unumwunden zu. „Dass das ein Fehler war, ist mir im Nachhinein auch klar geworden“, gab sich der 20-Jährige einsichtig.

Auf Nachfrage Richter Dirk Reckschmidts an die Freundin, ob sie ein Interesse an der weiteren Strafverfolgung ihres Freundes habe, verneinte diese. „Wir leben zusammen und sind wieder glücklich, freuen uns auf die Geburt unseres gemeinsamen Kindes“, gab sie an. Durch diese Einsicht und offensichtliche Besserung im Verhalten des Angeklagten hatte der werdende junge Vater noch einmal Glück: Das Verfahren wegen der gefährlichen Körperverletzung wurde eingestellt, er erhielt zudem durch Richter Reckschmidt eine richterliche Ermahnung. „Es darf jetzt absolut nichts mehr passieren“, machte Reckschmidt seine Entscheidung noch einmal deutlich. „Sie tragen jetzt eine große Verantwortung. Sie wissen, was jetzt zu tun ist – und ich glaube, wir sehen uns hier nicht wieder.“ ▪ GrAn

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