20-Jähriger macht bis zur Reifenpanne alles richtig

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Eine deutliche Abwärtsspirale in seinem Leben hat einen 20-jährigen Nachrodt-Wiblingwerder eine folgenschwere Entscheidung treffen lassen, die am Donnerstag ihre Konsequenzen am Amtsgericht Altena nach sich zog.

Weil er im Juli betrunken Auto gefahren war, musste er sich nun als Angeklagter in einem Strafverfahren wegen Trunkenheit am Steuer einfinden. Eigentlich hatte der 20-jährige Auszubildende recht umsichtig gehandelt, als er sich von einem Bekannten in seinem getunten BMW zu einer Party chauffieren ließ. Dort betrank er sich scheinbar ordentlich. Eine spätere Blutentnahme durch die Polizei ergab jedenfalls eine Alkoholkonzentration von 1,72 Promille im Blut des Angeklagten. Doch auch nach der Party setzte sich der Auszubildende nicht ans Steuer, sondern ließ seinen Freund nach Hause fahren. Bis es zu einem Schaden an dem BMW kam, der dadurch in Iserlohn auf einer Kreuzung des Lasbecker Wegs in der Nähe des Bahnhofs liegen blieb. Einer der Reifen war platt. Der Fahranfänger, der bis dahin gefahren war, war mit der Situation überfordert und weigerte sich, den Wagen von der Kreuzung zu bewegen. Daraufhin setzte sich der Angeklagte doch hinter das Steuer seines Wagens. Nach eigenen Angaben im vollen Bewusstsein, dass er fahruntüchtig war, wollte er den Wagen nur von der Kreuzung, um ihn am Rand abstellen zu können, und wurde von der Polizei erwischt.

Auch ohne laufenden Motor beging er damit rechtlich eine Trunkenheitsfahrt – und für ihn selbst eine große Dummheit. Denn schon einmal war ihm der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer entzogen worden. Dadurch und durch den Verlust einer Arbeit begann ein Abwärtstrend, den er bis zu der Tat zu bewältigen hatte. „Ich habe jetzt erkannt: Durch den Alkohol läuft das alles nicht. Ich war verzweifelt, habe mir damals alles kaputt gemacht. Zu viel habe ich mir kaputt gemacht, das ich mir jetzt langsam wieder aufbaue. Ich will es nicht wieder dazu kommen lassen“, zog er vor Gericht sein bitteres Fazit der Vergangenheit.

Sein BMW muss jetzt durch diese Tat wahrscheinlich eine lange Zeit in der Garage bleiben, denn das Gericht verhängte eine Führerscheinsperre von einem Jahr gegen den Angeklagten. Die Fahrerlaubnis wurde ihm entzogen. Zudem muss der 20-Jährige 400 Euro Geldbuße zahlen und an einem Alkoholvorsorgeseminar der Suchtkranken-Selbsthilfeorganisation Blaues Kreuzes teilnehmen. ▪ GrAn

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