19-Jähriger bei Unfall praktisch ohne Chance

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wenig Chancen, einen Unfall zu vermeiden, hatte der 19-Jährige aus Nachrodt-Wiblingwerde, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung jetzt vor dem Amtsgericht Altena verantworten musste.

Zur Tat: Der 19-Jährige hatte am 22. Juni gemeinsam mit einem Freund, den er von der Arbeit abgeholt hatte und nach Hause bringen wollte, die Wiblingwerder Straße befahren. „Dann kam mir ein Lastwagen entgegen. Ich hatte keinen Platz mehr auf der Straße – ich musste ausweichen“, erklärte der Angeklagte. Er war eine Böschung hochgefahren und dann gegen einen Baum geprallt. Das Auto hatte sich daraufhin überschlagen und war auf dem Dach fast 30 Meter weit gerutscht, bevor es endlich zum Stillstand kam. Der Beifahrer des Angeklagten wurde verletzt und trug Prellungen und Schürfwunden davon.

Der Angeklagte sagte auf die Frage nach der Geschwindigkeit, mit der er unterwegs gewesen sei: „Schnell. Ich bin 70 gefahren.“ Sein Verteidiger fügte sofort hinzu: „Und 100 sind erlaubt!“ Er erklärt weiter: Die Wiblingwerder Straße sei an der betreffenden Stelle 4,75 Meter breit. Der Lastwagen habe eine Breite von 2,65 Metern. „Da war wirklich kein Platz mehr für einen anderen Wagen.“

Auf Anregung der Jugendgerichtshilfe stellte Richter Dirk Reckschmidt das Verfahren ein. Seine einzige Auflage: Der 19-Jährige muss an einem „Traffic Deadline“-Kurs teilnehmen, der ihn über die Gefahren aufklären soll, die im Straßenverkehr lauern.

Der Beifahrer, von dessen Verletzungen nichts zurückgeblieben sei, wie er auf Nachfrage versicherte, wurde nur der Form halber in den Zeugenstand gerufen. Die Frage des Richters, ob er nochmal bei seinem Freund ins Auto gestiegen sei, beantwortete er – ohne lange nachzudenken – mit einem lauten, deutlichen „Ja!“ „Rechts oder links?“, fragte Richter Reckschmidt mit einem Augenzwinkern. „Rechts“, erklärte der Zeuge ohne jede Einschränkung. ▪ thk

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