Dauerarrest für Sex mit der zu jungen Freundin

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein junger Mann aus Nachrodt-Wiblingwerde musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Altena wegen des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verantworten. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt selbst erst 17 Jahre alt gewesen.

In einem Punkt sind die gesetzlichen Bestimmungen zur sexuellen Schutzaltersgrenze von Kindern völlig eindeutig: Wenn einer der beiden Beteiligten über 14 Jahre und der andere unter 14 Jahre alt ist, sind sexuelle Kontakte verboten und werden strafrechtlich verfolgt – vorausgesetzt die Erziehungsberechtigen des oder der jüngeren Beteiligten erstatten Anzeige. Das gilt auch dann, wenn beide Beteiligten sich einig sind, dass sie Sex miteinander haben wollen.

Genau so hat es sich im Oktober 2014 in Nachrodt-Wiblingwerde zugetragen. Ein 17-Jähriger musste sich deshalb im Amtsgericht Altena in nichtöffentlicher Sitzung dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs eines Kindes stellen. 13 Jahre war seine Freundin zum Zeitpunkt der sexuellen Kontakte alt gewesen – knapp unter der geltenden Schutzaltersgrenze. Dass das Jugendschöffengericht den Angeklagten letztlich zu einem zeitnah zu vollstreckenden Dauerarrest von vier Wochen verurteilte, lag aber nicht nur an dieser Geschichte: Zu dem zentralen Tatvorwurf kamen Nötigung, Bedrohung und eine Sachbeschädigung. Außerdem habe der Angeklagte dem Mädchen gelegentlich „einen Joint in die Hand gedrückt“, erklärte Jan Schulte, Pressesprecher des Gerichts nach der Verhandlung. Das erfüllte den Tatbestand der Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige. Über den vierwöchigen Dauerarrest hinaus verordnete das Jugendschöffengericht eine so genannte „Betreuungsweisung“. Ein Jahr lang muss der Angeklagte jetzt engmaschig mit dem Jugendamt zusammenarbeiten. Diese intensive Einzelfallhilfe soll ihm helfen, eine Lebensperspektive ohne Straftaten zu entwickeln. - Thomas Krumm

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