Der Poet ein „genialer Dilettant“

150. Todestag des Dichters Anton von Zuccalmaglio: Fest in der Heimatstube

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Eng zusammenrücken mussten die Gäste in der Heimatstube

Nachrodt-Wiblingwerde – Dass Anton von Zuccalmaglio im positiven Sinne ein „genialer Dilettant“ war: Auch das hat die Besuchergruppe aus Waldbröl am vergangenen Samstag auf ihrer Tagesreise in die Heimat des Dichters erfahren.

Der Ausspruch stammte im Übrigen von Kurt Mai vom Waldbröler Kulturtreff, der die Fahrt gemeinsam mit Susanne Schneider-Jacobs auf die Beine gestellt hat. „Als wir die Sache angegangen sind, war ich zunächst ein bisschen skeptisch, wie viele Teilnehmer wir zusammenkriegen würden. Am Ende sind wir überrollt worden.“

Er war es auch, der mit einer Zuccalmaglio-Renette einen echten Apfelbaum als Geschenk an die Gastgeber überreichte. Während der Volksliedforscher im Bergischen Land zur Welt kam, dort aber nur ein Lebensjahr verbrachte, verbindet ihn mit Altena und Nachrodt-Wiblingwerde eine längere Phase seines Schaffens. 

Aus diesem Grund hatten sich drei Waldbröler Vereine, genauer gesagt der Verkehrs- und Verschönerungsverein, der Kulturtreff und der Männergesangverein, für diese Fahrt zwischen dem Geburts- und Todesort des Dichters zusammengeschlossen, um sich an dessen 150. Todestag auf die Spuren seiner letzten Lebensjahre zu begeben. 

Das alles stand auf dem Programm:

Bevor die Gruppe dabei auch in der Heimatstube in Wiblingwerde Station machte, hatten die Teilnehmer bereits den Grabstein auf der Burg Altena besucht, dort einen Kranz niedergelegt, und zudem mit dem Haus Nachrodt eben jenen Ort in Augenschein genommen, an dem der Dichter im Jahr 1869 verstorben war.

Nachdem der heimische stellvertretende Bürgermeister Gerd Schröder die Gäste aus dem Bergischen begrüßt und darauf hingewiesen hatte, dass der Dichter auch von Nachrodt hoch in das Kirchdorf Wiblingwerde gewandert sei, sprach mit Peter Koester auch der erste Bürger aus Waldbröl ein paar Eingangsworte. 

Bericht über Erinnerungen an Zuccalmaglio in Waldbröl

Zuccalmaglio sei kein Unbekannter: „Ganz im Gegenteil: Wir haben ihn sehr intensiv verinnerlicht.“ Neben dem noch sehr gut erhaltenen Geburtshaus, habe die Stadt ein Denkmal und ein Glockenspiel errichtet. Dort werde viermal am Tag der weithin bekannte Klassiker „Kein Schöner Land“ gespielt. Schmunzelnd wies das Stadtoberhaupt darauf hin, dass am Tag zuvor zwar das Wetter besser gewesen wäre: „aber er ist halt nicht früher gestorben.“

Wissenswertes über das Schaffen Zuccalmaglios konnte auch Dr. Wilhelm Sprang berichten, der eine Promotion über die Volksliedsammlung des gebürtigen Waldbrölers verfasst hat. „Obwohl der Mann sehr viel gedichtet hat, ist von ihm kein Lied und auch keine Melodie selbst erfunden. Was ihm abging, war das Komponieren und das Kreative“, so Sprang.

Geburtstag des Dichters wird in Waldbröl gefeiert

Da Zuccalmaglio aber nicht nur ein musikalischer Mensch war, sondern auch über ein gutes Gehör verfügte, konnte er die Melodien der von ihm gesammelten Volkslieder auch aufschreiben. Sein großer Verdienst, der gar nicht genug gewürdigt worden sei, liege darin, die Brüche und Widersprüchlichkeiten in den Texten belassen zu haben: „Als Sammler ist er beim Original geblieben und das ist seine entscheidende Leistung“. 

Bevor der Besuch mit einer Suppe in gemütlicher Runde endete, sprach Peter Koester noch spontan eine Einladung für die Geburtstagsfeier des Dichters aus. Dieser wird am Sonntag, 28. Juli, ab 11 Uhr auf dem Zuccalmaglio-Platz in Waldbröl gefeiert werden.

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