"Kinderfinder" können Leben retten

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SPD-Ratsherr Aykut Aggül (links) ist Initiator der neuesten Aktion in der Gemeinde. Er fand Unterstützung bei Petra Triches (und der restlichen UWG), Bürgermeisterin Birgit Tupat, Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz und Gemeindebrandmeister Mark Wille (v.l.)

Nachrodt-Wiblingwerde -  Kleine Gemeinde, große Vorreiterrolle: Wenn es um das Thema Sicherheit geht, ist Nachrodt-Wiblingwerde ganz vorn. Die Notfalldosen gibt es längst – Defibrillatoren in den Dörfern ebenso. Und jetzt werden auch „Kinderfinder“ in Nachrodt-Wiblingwerde verteilt.

Die leuchtenden Wegweiser können Leben retten. „Kinderfinder“, das sind Aufkleber, die im Brandfall den direkten Weg zum Aufenthaltsort der Jungen und Mädchen anzeigen. Im Notfall sind Kinder die hilfebedürftigsten Menschen: Sie verstecken sich im Schrank oder unterm Bett, statt auf sich aufmerksam zu machen. Doch bei einem Brand entscheiden Minuten über Leben und Tod.

Die „Kinderfinder“ werden an den Kinderzimmertüren angebracht und erleichtern den Rettungskräften die Suche. Der dreieckige Aufkleber leuchtet, wenn man ihn mit der Taschenlampe anstrahlt. Die Feuerwehrmänner können so in einer verrauchten Wohnung direkt sehen, hinter welcher Tür sich ein Kind versteckt oder einfach schläft.

1000 Aufkleber hat die Gemeinde bestellt, nachdem SPD-Ratsherr Aykut Aggül mit Unterstützung der UWG-Fraktion den Antrag im Rat gestellt hatte. In Kooperation mit der Feuerwehr sollen die dreieckigen Signalschilder nun an Familien mit Kindern gehen.

 Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Das neue Kindergartenjahr hat gerade begonnen und das neue Schuljahr steht vor der Tür. Und so wollen Aykut Aggül und seine Unterstützer die Werbetrommel bei Elternabenden rühren. „Es bringt ja nichts, wenn wir die Aufkleber an die Kinder verteilen, die sie dann an ihr Bobbycar kleben“, schmunzelt Gemeindebrandmeister Mark Wille.

Und so sind die Eltern die richtigen Ansprechpartner. Gleichwohl haben diese einen guten Anlass, ihren Kindern zu erklären, wie sie sich im Brandfall richtig verhalten sollen. Auch beim Lenne-lebt-Tag am 16. September soll es einen Infostand rund um die „Kinderfinder“ geben.

 Die „Kinderfinder“ müssen übrigens unterhalb der Türklinke, auf das untere Drittel der Kinderzimmertür geklebt werden. Denn Brandrauch steigt nach oben, und „in einem Brandfall kriechen die Atemschutzträger auf allen Vieren“, erklärt Mark Wille. Der Gemeindebrandmeister sieht die Aktion sehr positiv. „Es sind dadurch schon Kinder gerettet worden.“ Entwickelt wurde der Aufkleber von der Provinzial Versicherung und dem Verband der Feuerwehren in NRW.

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