Die KFD-Wurzeln wachsen noch

Christa Nölke (l.) und Barbara Kerkmann vom Leitungsteam sind vom Diözesanverband mit einer neuen KFD-Kerze bedacht worden. Mitgebracht hat sie Diözesan-Geschäftsführerin Mechthild Jansen. -  Foto: Hornemann

Nachrodt-Wiblingwerde - Generalvikar Klaus Pfeffer bringt es auf den Punkt: „Wo Frauen sich einbringen, funktioniert Kirche besser.“ Dieses Kompliment hätten die Gründermütter der KFD vor 100 Jahren bestimmt auch gern gehört. Sie bildeten zu Kriegsbeginn eine starke Solidargemeinschaft.

1914 war es eine unrühmliche Mobilmachung, die mutige Katholikinnen dazu veranlasste, den Mütterverein zu gründen. Der Krieg hatte viele von ihnen schlagartig zu Alleinerziehenden gemacht, die ihre Familien mit wenigen Mitteln durchbringen mussten. Solche Nöte haben die Mitglieder der kfd-Generation von heute nicht mehr. Sie spenden ihre Einnahmen nun an notleidende Kinder in Indien und Menschen, die unter akuten Katastrophen zu leiden haben.

„Sie haben sich angepasst“, lobte KFD-Diözesan-Geschäftsführerin Mechthild Jansen am Sonntag bei der Feier zum 100-jährigen Bestehen. Die Nachrodter Ortsgruppe hat sich den Bedürfnissen moderner Frauen geöffnet und sich gleichzeitig für die Rechte ihrer Vorgänger-Generation stark gemacht, indem sie die kfd-Postkartenaktion pro Mütterrente unterstützte. „Das war eine Idee!“ lobte Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag, die selbst jede Menge Postkarten erhalten hatte. „Machen Sie weiter so. Die Politik braucht ihre Meinung!“ forderte Freitag die KFD auf und hofft auf einen Beitrag zum Meinungsbildungsprozess in Sachen Sterbehilfe.

Schwierigen Themen verschließt sich der größte Frauenverband der Bundesrepublik nicht. Das brachte auch Bürgermeisterin Birgit Tupat auf den Punkt: „Sie schicken niemanden weg, egal, in welch schwieriger Lebenssituation ein Mensch auch stecken mag.“ Diese Hilfsbereitschaft und Fürsorge geht über konfessionelle Grenzen hinaus. Mit der evangelischen Frauenhilfe Nachrodt gibt es einige Berührungspunkte. Die evangelischen Kolleginnen aus dem Höhendorf wünschen sich das auch: „Wir sollten uns zusammensetzen!“ schlug Frauenhilfsvorsitzende Helga Baumann vor. Barbara Kerkmann aus dem KFD-Leitungsteam nahm die Einladung prompt an: „Unsere Wurzeln können auch den Berg hinauf wachsen!“. Kerkmanns Dank galt vor allem den Helferinnen, die sich stets mit ihren vielseitigen Talenten einbringen und durch ihr Engagement der KFD den Spitznamen „Keine Frau daheim“ eingebracht haben.

Den kennen auch die KFD-Schwestern aus Altena und Evingsen, die gar ein bisschen neidisch auf die verjüngte Mitgliederstruktur in Nachrodt blicken, wie Hedwig Knieper aus Evingsen zugab. Die Gruppen in der Großpfarrei St. Matthäus unternehmen gern etwas gemeinsam. Verbunden sind sie durch Präses Pastor Hermann-Josef Lösing, der am Sonntag in die Geschichte zurückblickte und viel Anerkennung für die KFD zeigte: „Diese Gemeinschaft hat nie nein gesagt, wenn man sie um Hilfe gebeten hat!“

Am Sonntag aber durften die bewährten Helferinnen am gedeckten Tisch Platz nehmen. Das Buffet wurde ausnahmsweise geliefert und auch das Unterhaltungsprogramm: Das Klarinettenensemble „Blacksticks“ machte Musik. - Ina Hornemann

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