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Zweifach-Testung: An Grundschulen gilt jetzt Lolli 2.0

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Von: Dirk Grein

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Erstmals lutschten die Kinder der Grundschule Rahlenberg nicht nur an einem Wattestäbchen, wie auf unserem Symbolbild, sondern an zwei nacheinander.
Erstmals lutschten die Kinder der Grundschule Rahlenberg nicht nur an einem Wattestäbchen, wie auf unserem Symbolbild, sondern an zwei nacheinander. © Foto: Weihrauch / DPA

Das Schuljahr 2022 begann am Montag mit einer logistischen Herausforderung: Bis Punkt 9 Uhr mussten so viele Corona-Tests der insgesamt 236 Schüler eingetütet sein, wie noch nie zuvor auf einen Schlag. Zusätzlich zu den Pool-Testungen aller elf Klassen waren Einzeltests der Schüler erforderlich. Diesem Schritt liegt eine veränderte Teststrategie des NRW-Schulministeriums zugrunde.

Herscheid - Bislang haben die Kinder in der Grundschule am Rahlenberg lediglich sogenannte Pooltests absolviert: Alle Kinder gaben Teststäbchen ab, die gesammelt weitertransportiert wurde. Spätestens am Folgetag stand somit ein Gruppenergebnis fest. Fiel dieses positiv aus, wurden die Eltern kurzfristig dazu aufgefordert, daheim einen (zuvor verteilten) weiteren Lolli-Test mit den Kindern durchzuführen und diesen vor Schulbeginn zur Schule zu bringen. Auch diese Tests wurden in ein Labor gebracht und dort ausgewertet.

„Seit Mai führen wir erfolgreich die Lolli-Testungen in der Schule durch und konnte so dazu beitragen, dass der Präsenzunterricht aufrecht erhalten werden konnte“, erzählt Rektorin Heike Zilinski. Der Nachteil am bisherigen Verfahren war die Dauer der Auswertung: Fand ein Pool-Test am Montag statt und war dieser positiv, so stand frühestens mittwochmorgens fest, welches Kind betroffen ist und daheim bleiben muss. Alle anderen Kinder der Klasse (des Pools) mussten somit mindestens einen Tag sicherheitshalber ebenfalls daheim bleiben.

Genau das wird nun geändert: Erstmals mussten die Schüler am Montagvormittag an zwei Wattestäbchen lutschen. Der erste Test wurde gemeinsam mit den Tupfern der Mitschüler in ein Sammelröhrchen (Pool) gelegt, der zweite wurde nach Kindern getrennt ins Labor gebracht. Fällt nun eine Pool-Probe positiv aus, können sofort im Anschluss die Einzeltests untersucht werden, sodass bereits am Folgetag feststeht, welches Kind mit SARS-CoV-2 infiziert ist und daher in Quarantäne muss. Fällt der Pool-Test negativ aus, werden die Einzeltests ohne Auswertung vernichtet.

Auswirkungen: „Auf diese Weise gewinnen wir einen Schultag“

Die Ergebnisse der Pool-Testung von Montag und bei Bedarf auch die der Einzeltests erwartete die Rektorin bis spätestens Dienstagfrüh. „Auf diese Weise gewinnen wir einen Schultag“, nennt sie einen großen Vorteil des veränderten Verfahrens – die eintägige Klassen-Quarantäne während des Wartens auf die Einzelergebnisse entfalle.

Auch für die Eltern werde das Verfahren transparenter: Sie werden per SMS darüber informiert, sollte ein Pool-Test positiv ausfallen und somit die Auswertung der Einzeltests erforderlich sein. Die personalisierten Ergebnisse werden, sobald sie feststehen, per Email an die Eltern geschickt.

Über diese Änderung der Strategie hatte die Schulleitung bereits Ende Dezember und auch Anfang Januar hingewiesen. Die bisherigen Rückmeldungen der Eltern seien zustimmend gewesen, berichtet Heike Zilinski.

Auch in der Durchführung der Tests seien trotz des Mehr-Aufwandes keine grundsätzlichen Probleme aufgetreten, sodass diese am Montag um 9 Uhr auf den Weg in das Labor nach Leverkusen gebracht werden konnten.

Aussichten: So geht es weiter an der Schule

Die hohe Anzahl der Tests an einem Tag sei indes den Schulferien geschuldet und soll eine Ausnahme bleiben. Nach dem Massen-Test am Montag will die Grundschule Rahlenberg wieder in ihren bisherigen Rhythmus zurückkehren: Montags und mittwochs sind die ersten und zweiten Klassen (insgesamt fünf) an der Reihe, dienstags und donnerstags werden die dritten und vierten Klassen (insgesamt sechs) getestet. Beibehalten werde die doppelte Testung jedes einzelnen Kindes, das Verfahren Lolli 2.0.

Mit diesen sensiblen PCR-Tests sei die Schule gut aufgestellt, erzählt Heike Zilinski. Aufgrund der Zuverlässigkeit der Tests und der weiteren ergriffenen Schutzmaßnahmen (untern anderem Masken im Unterricht) schätzt die Rektorin die Ansteckungsgefahr in den Klassen gering ein. Einmal pro Woche werde der Bedarf an Tests abgefragt, Lieferschwierigkeiten habe es bislang noch nicht gegeben.

Da zudem ein Großteil des Lehrer-Kollegiums bereits geboostert sei, also eine Auffrischungs-Impfung erhalten hat, hofft Heike Zilinski, dass auch im neuen Jahr der Unterricht nach Plan stattfinden kann und die Anzahl der erkrankten Personen an der Grundschule Rahlenberg weiter gering bleibt.

Testung unabhängig vom Impfstatus

Um nach den Ferien möglichst viele Infektionen frühzeitig zu entdecken, wurden am Montag an allen Schulformen alle Personen verpflichtend in die Teststrategie einbezogen – also neben den Schülern auch Lehrer sowie weitere an der Schule Beschäftigte. Sowohl immunisierte (geimpfte und genesene) als auch nicht immunisierte Schüler nehmen fortan an den Testungen teil. Genesene Schüler dürfen in den ersten acht Wochen nach ihrer Rückkehr aus der Isolation nicht am Lolli-Testverfahren teilnehmen und sind in diesem Zeitraum von der Testpflicht in der Schule befreit. Eltern, deren Kinder nicht an den PCR-Lolli-Tests teilnehmen sollen, müssen fortan dreimal wöchentlich ein negatives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests ihres Kindes vorlegen (montags, mittwochs und freitags). Die Bescheinigung kann per Email zugesendet oder in Papierform vorgezeigt werden.

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