1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Über 26000 Corona-Tests: In diesem Seniorenzentrum wird Vorsicht groß geschrieben

Erstellt:

Von: Dirk Grein

Kommentare

Pflegedienstleiterin Daniela Böhme (rechts) zeigt das mit Steinen, Kies und Sand gefüllte Glas, das für die Hoffnungen für 2023 steht. Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus hält ein Glas Sekt in der Hand – als Symbol für viele Zusammenkünfte, nach denen sich die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenzentrums sehnen.
Fitnesstrainerin Adriane Gärtner (links) leitete die Sportübungen an, die Bewohner, Mitarbeiter und Bürgermeister im Bistro absolvierten.  © Grein, Dirk

Geht es nach den Bewohnern des Seniorenzentrums, dann darf das neue Jahr so weitergehen, wie das alte beendet wurde: mit vielen kleinen Schritten in Richtung Normalität. Ein Wunsch, den auch die Mitarbeiter der Einrichtung teilen.

Herscheid - Beim Neujahrsempfang im Bistro warfen Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus und Pflegedienstleiterin Daniela Böhme bewusst nur einen kurzen Blick zurück. Die Pandemie habe man bislang gut überstanden, was zu einem Großteil den Mitarbeitern zu verdanken sei, denen sie herzlich dankte. Sie stellten trotz vieler Umstellungen die liebevolle Betreuung der Bewohner sicher.

Einen Ausbruch mit mehreren Coronaerkrankungen habe es in der Herscheider nicht gegeben, lediglich Einzelfälle, betonte Daniela Böhme. Sie schloss in ihr Lob die Bewohner mit ein, die stets Geduld und Verständnis für die besonderen Umstände aufgebracht haben. Dazu zähle auch das Festhalten an der Teststrategie.

Anke Dahlhaus präsentierte beachtliche Zahlen: Bislang sind mehr als 26 000 Coronatests im Seniorenzentrum durchgeführt worden – 14 701 beim Personal, 6695 bei Bewohnern und 4766 bei Besuchern. Diese Zahl wird wohl auch im neuen Jahr weiter steigen – denn trotz Veränderungen der Verordnungen hält das Herscheider Seniorenzentrum weiter am Testen fest.

Wegbegleiter gesucht

Sie gehen mit den Bewohnern spazieren, basteln mit ihnen, helfen bei Veranstaltungen mit und vieles mehr. Gemeint sind die ehrenamtlichen Wegbegleiter, die seit vielen Jahren eine verlässliche Stütze des Seniorenzentrums und eine Wohltat für die Senioren sind. Diese Gruppe engagierter Helfer benötigt nun ihrerseits Unterstützung – in Form personeller Verstärkung. Gesucht werden Personen, die einen Teil ihrer Freizeit mit den Senioren verbringen möchten. Dabei wird darauf geachtet, welche Aufgaben sich die Helfer zutrauen / wünschen und welche zeitlichen Möglichkeiten sie haben. Wer Interesse an dieser Tätigkeit hat, der sollte sich im Seniorenzentrum melden unter Tel. 0 23 57 / 90 69 - 0.

Auf die Situation der Gemeinde ging Bürgermeister Uwe Schmalenbach in seiner Rede ein. Auch wenn 2022 ein Jahr vieler globaler Krisen gewesen sei, habe es vor Ort auch Grund zur Hoffnung gegeben. Der Bürgermeister hob die erfahrene Hilfsbereitschaft hervor: Viele Bürger halfen bei der Unterbringung von Flüchtlingen, beim Einleben in der Gemeinde und bei der Suche nach Kleidung und Betreuungsmöglichkeiten.

Fördermittel für das Bildungszentrum, Umzug des Dorfladens, neuer Bürgerbus, das Pilotprojekt Mobil Sorglos: In Herscheid habe es erfreuliche Veränderungen gegeben. Dies gelte auch für den umfangreichen Umbau der Gemeinschaftshalle: Die Arbeiten sollen Ende des Sommers abgeschlossen sein; der Bürgermeister lud die Senioren bereits zur Besichtigung in die dann auch barrierefreie Halle ein.

Pflegedienstleiterin Daniela Böhme (rechts) zeigt das mit Steinen, Kies und Sand gefüllte Glas, das für die Hoffnungen für 2023 steht. Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus hält ein Glas Sekt in der Hand – als Symbol für viele Zusammenkünfte, nach denen sich die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenzentrums sehnen.
Pflegedienstleiterin Daniela Böhme (rechts) zeigt das mit Steinen, Kies und Sand gefüllte Glas, das für die Hoffnungen für 2023 steht. Einrichtungsleiterin Anke Dahlhaus hält ein Glas Sekt in der Hand – als Symbol für viele Zusammenkünfte, nach denen sich die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenzentrums sehnen. © Grein, Dirk

Erfreut zeigte sich das Gemeindeoberhaupt, dass die Bemühungen von Rat und Verwaltung in puncto ärztliche Versorgung Früchte tragen. Auch dank der finanziellen Anreize sei es gelungen, dass in der einstigen Hausarztpraxis Hauswald (jetzt Praxis Neuer Weg) mit Mohana Thayapararajah eine Nachfolgerin tätig sei.

Apropos Gesundheit: Die Bewohner des Seniorenzentrums treiben regelmäßig Sport unter Anleitung von Adriane Gärtner. Die Trainerin aus dem Fitnessstudio Feelgood lockerte den Neujahrsempfang mit einigen Übungen zur Aktivierung der Arme, Beine und des Kreislaufs auf. Eine weitere Bereicherung an diesem Vormittag steuerten die Küchen-Mitarbeiter bei, die kleine Häppchen vorbereitet hatten.

Lob der Bewohner

Kein Wunder, dass Bewohnerbeirat Heinz Kowall stellvertretend für seine Mitbewohner Dank und Lob aussprach: Im Seniorenzentrum könne man sich rundum wohlfühlen. Das verdeutlichte auch die Aktion der Sozialen Betreuung: Sie schrieben die Wünsche der Bewohner auf und hingen diese in Zettelform an einen Wunschbaum. Häufig war darauf Gesundheit zu lesen, aber auch der Beitrag „wunschlos glücklich“.

Dazu passte das anfängliche Experiment der Heimleitung: Daniela Böhme zeigte ein randvoll mit weißen Steinen – als Symbol für die Lebensgrundlagen – gefülltes Glas. Doch war da noch mehr Platz? Nach und nach rieselten Kieselsteine (Zeichen für Familie, Freunde und Geborgenheit) und Sand (Spaziergänge, Sonnenuntergänge, liebevolle Umsorgung) ins Glas. Dass den Bewohnern diese Vielfalt zuteil wird, darauf stießen Senioren, Mitarbeiter und Besucher mit Sekt an: Denn für ein Gläschen mit guten Freunden soll auch in 2023 stets Zeit sein.

Auch interessant

Kommentare