SIHK-Wirtschaftsgespräch in Herscheid

Sich mit dem Gemeindeentwicklungskonzept "Herscheid 2025" und der Regionale für die Zukunft aufstellen

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Die Zukunft beginnt jetzt: Das Jahr 2025 spielte beim SIHK-Wirtschaftsgespräch in den Räumen der Firma Alberts gleich eine doppelte Rolle. 

Mehr als doppelt so viele alte Menschen als noch in den 90er Jahren leben in Herscheid, berichtete Bürgermeister Uwe Schmalenbach beim Wirtschaftsgespräch bei der Firma Gustav Alberts. Aus diesem Grund müsse man sich mit der altengerechten Ortsentwicklung beschäftigen, die unter anderem auch zum Gemeinde-Entwicklungskonzept „Herscheid 2025“ gehört.

7 217 Einwohner habe Herscheid derzeit auf einer Fläche von rund 58 Quadratkilometern. „Wir haben einen hohen Waldanteil und nur ein vergleichsweise kleiner Flächenanteil ist bebaut“, erläutert Schmalenbach. Die Entwicklung habe sich seit 2013 bezüglich der Zu- und Wegzüge jedoch verbessert: Die Gruppe der 30- bis 50-Jährigen erlebe einen deutlichen Zuwachs und weniger junge Leute verlassen den Ort. Die Entwicklung der Altersgruppen sei dennoch bemerkenswert, da sich die Zahl der alten Menschen im Vergleich zu den 90er Jahren verdoppelt hat.

Das Entwicklungskonzept beschäftige sich mit der Zukunft in der Gemeinde, um die Attraktivität in Herscheid langfristig abzusichern. Dies bedeutet demnach auch, einen seniorengerechten Ortskern zu gestalten. Als wesentliches Projekte für „Herscheid 2025“ nannte der Bürgermeister unter anderem die Freizeitfläche Dorfwiesen, die 2016 eröffnet wurde und an deren Planung alle Generationen beteiligt waren. Zudem werde derzeit der Alte Schulplatz neu gestaltet – auch dort entstehen seniorengerechte Wohnungen sowie eine Arztpraxis und ein Büro eines Pflegedienstes – und die Versorgung im Ortskern ist mit dem Umzug der Hauswald-Praxis zum Neuer Weg ebenfalls gesichert.

Ein Projekt, das die Gemeinde ganz aktuell beschäftigt, ist das Bildungszentrum am Rahlenberg. Neben den beiden heimischen Grundschulen sollen sich hier auch die Volkshochschule und Vereine einbringen, für einen ganzheitlichen Bildungsansatz.

Ab Herbst 2019 können Vorschläge für Regionale 2025 eingereicht werden

Parallelen zu Herscheid 2025 bot beim Wirtschaftsgespräch die Vorstellung der Regionale 2025, die Marie Ting von der Agentur Südwestfalen vorstellte. Dieses Strukturförderprogramm beschäftigt sich mit der Zukunft in Südwestfalen, um die Region für junge Menschen attraktiv zu machen. Der Zuschlag für Südwestfalen wurde bereits erteilt; die Agentur übernimmt dazu die Steuerung der Regionale. Derzeit bereitet man die Kriterien für die Auswahl der Projekte vor, für die ab Herbst 2019 Vorschläge eingereicht werden können. Die Bereiche seien Gesundheit, Bildung und Mobilität. In diesem Zusammenhang sprach Marie Ting von einer „südwestfälischen DNA“, die für digital, nachhaltig und authentisch stehe.

Mit der Digitalisierung ist jedoch nicht der Breitbandausbau gemeint, da dieser zu einem anderen Fördernetz gehört. „Der Breitbandausbau soll auch als Region geschafft werden, aber nicht als Regionale-Projekt“, erklärte Marie Ting auf Nachfrage der Heimatzeitung. Man setze den Ausbau des Breitbands voraus.

Marie Ting stellte beim Wirtschaftgespräch zudem die Marke „Südwestfalen alles echt“ vor. Südwestfalen sei die drittgrößte Industrieregion Deutschlands mit rund 150 Weltmarktführern und vielen Familienunternehmen. „Das haben wir als Marke zu bieten“, sagte Marie Ting. Eine zentrale Aufgabe sei es deshalb, Fachkräfte auf die Region Südwestfalen aufmerksam zu machen, was die Vertreter der heimischen Unternehmen ausdrücklich befürworteten. Zudem müsse man sich darum kümmern, den Nachwuchs in der Region zu halten und diese für Familien attraktiv zu gestalten.

Ein Ansatz sei es, darüber zu sprechen, was gut in der Region sei. Als positive Beispiele nannte die Leiterin Regionalmarketing und Kommunikation, dass die Eigenheimpreise gut seien und die Kinder im Grünen spielen können. Sie verwies zudem auf das Online-Portal Südwestfalen und sprach die anwesenden Unternehmen an, Mitglied zu werden, da ja auch alle den Standort Südwestfalen präsentierten. Marie Ting berichtet, dass sich drei Unternehmen direkt vor Ort für die Mitgliedschaft interessierten; die Firma Wilhelm Schröder aus Hüinghausen sei sogar sofort beigetreten.

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