So wird der Schützenvogel in Herscheid gebaut

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Marina Frank hat in diesem Jahr die Vögel für das Vogel- und das Jungschützenschießen ebenso bemalt wie das Holzmodell für das Bürgervogelschießen.

Herscheid - Der Vogel ist bereit zum Abschuss: Das Schützenfest in Herscheid steht in den Startlöchern und der erste Vogel – der Bürgervogel – ist bereits gefallen. Am Wochenende geht es dann den anderen beiden an den Kragen: Jung- und Altvogel. Alle drei Holzkonstruktionen wurden zuvor liebevoll von Marina Frank bemalt und von Thomas Deitmerg zurecht geschnitten. 

Aber wie geht sowas eigentlich genau? Bevor der Vogel von Thomas Deitmerg mit der Stichsäge aus einer sechs Zentimeter dicken Sperrholzplatte ausgeschnitten werden konnte, malte er diesen mit Hilfe einer Schablone auf. Dann schliff er den Holzvogel und schnitt die Flügel ein.

„Früher war es noch ein richtig dicker Rumpf von acht Zentimetern und der Vogel wurde geleimt“, erinnert sich Thomas Deitmerg. Diese Aufgabe hatte damals aber noch die Schreinerei Schöttler übernommen. Erst als vor einigen Jahren das Vogelschießen von draußen in die Halle verlegt wurde, kam Thomas Deitmerg zum Einsatz.

Grund für die Verlegung nach drinnen war, dass die Auflagen zu hoch wurden, wie Volker Halbhuber, zweiter Vorsitzender des Schützenvereins, erklärt. Dazu sei nämlich jedes Mal eine Abnahme des Schießstandes durch einen Gutachter nötig. Daher habe man eine feste Halterung zum Schießen in der Halle angebracht. Da mit dem Luftgewehr geschossen wird, gibt es auch genaue Vorschriften, welches Holz verwendet werden darf und wie dick dieses sein darf.

Thomas Deitmerg schneidet den Herscheider Vogel für das Schützenfest zurecht.

Nach der groben Fertigstellung des Vogels kam Marina Franks Part: das Bemalen der Vögel. „Ich bin aktiver Sportschütze und auch im Vorstand aktiv. Da ich in meiner Freizeit gerne male, habe ich gesagt, ich kann das Bemalen des Holzvogels übernehmen“, erklärt Marina Frank. So verzierte sie zum Beispiel den Bürgervogel, der am letzten Wochenende geschossen wurde, mit dem Wappen der Gemeinde. Und der Jungschützenvogel bekam zwei verschiedene Flügelfarben. Den linken malte sie rot-weiß nach den Herscheider Farben an und den rechten grün-weiß nach den Schützenfestfarben. Bei den Jungschützen gibt es allerdings nicht links und rechts, sondern der eine ist der Lüdenscheider, der andere der Plettenberger Flügel – eben in die Richtungen, in die er von Herscheid aus zeigt.

Beim Bemalen gibt es einiges zu beachten. Die Punkte, an denen Flügel, Krone und Zepter abzuschießen sind, müssen weiß gekennzeichnet werden. Der Apfel selbst muss rot angemalt werden und Krone und Zepter in Gold und der Rumpf ist in der Regel schwarz. Verziehrungen sind allerdings möglich, erklärt die Hobby-Künstlerin. Verwendet hat sie für die Holzvögel Acrylfarben, die sie mit mehreren Schichten aufgetragen hat.

„Ich hatte sehr viel Spaß bei meiner Aufgabe. Bei schönem Wetter habe ich zum Malen auf dem Balkon gesessen. Für nächstes Jahr habe ich dabei schon viele Ideen gesammelt“, sagt Marina Frank, die diese Aufgabe gerne wieder übernimmt. Durch die Vorbereitungszeit von ein paar Wochen, die sie eingeplant hatte, sei sie bereits auf das Schützenfest am Wochenende eingestimmt.

Schützenfest in Herscheid:

An diesem Wochenende von Freitag, 12. Juli, bis Sonntag, 14. Juli, findet das Herscheider Schützenfest statt. Los geht es am Freitag um 18 Uhr mit der Eröffnung der Kirmes auf dem Platz vor der Gemeinschaftshalle und ab 20 Uhr mit einem Konzert der Band Sam. Je nach Wetter findet dieses in der Halle oder als Open-Air-Konzert davor statt. Am Samstag steht dann das Vogel- und Königsschießen der Jung- und Altschützen an, ein Konzert mit dem Musikverein Neuenrade und ein Seniorennachmittag mit Kuchenbuffet. Abends folgen dann die Krönung, Ehrungen, der große Zapfenstreich sowie Musik und Tanz. Während am Sonntagvormittag dann der Bürgerfrühshoppen mit Special Guest „Eggi“ aus Amecke stattfindet, trifft man sich am Nachmittag um 15 Uhr zum großen Festumzug.

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