Jasmin Bölling berichtet über vegetarische Ernährung

„Wir fallen nicht vom Fleisch“

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Jasmin Bölling ist seit ihrem 14. Lebensjahr Vegetarierin. Wegen ihrer Tierliebe verzichtet sie auf Fleisch. Auf dem Speiseplan steht dafür zum Beispiel Kürbissuppe, die auch von ihrer Tochter Lara begeistert gegessen wird.

HERSCHEID - Vegetarier sein in einem Land, in dem Fleisch seit Jahrhunderten zur kulinarischen Tradition gehört? Die vegetarische Lebensweise wird von vielen Vorurteilen begleitet. Oft heißt es: „Zu teuer und zu kompliziert.“ 

Diesen Klischees kann die Herscheiderin Jasmin Bölling entgegentreten. Anlässlich des weltweiten Vegetarier-Tages haben wir mit ihr über fleischlose Ernährung gesprochen. 

„Oh Gott, was kocht man denn dann?“ – diese Frage durfte sich Jasmin Bölling bereits einige Male anhören, wenn sie zuvor von ihrem Essverhalten erzählte. Seit nunmehr 22 Jahren ist sie überzeugte Vegetarierin und hat es bis heute nicht bereut. 

„Als ich 14 war, fing es an. In meiner Clique haben sich damals mehrere Freunde dafür entschieden, weil wir nicht wollten, dass für unser Essen Tiere sterben müssen“, blickt Bölling auf die Ursache ihrer Ess-Einstellung zurück. Doch wie reagierte ihre Familie? Da zum gleichen Zeitpunkt auch die beiden Schwestern zu Vegetariern wurden, fragte sich ihre anfangs wenig begeisterte Mutter natürlich ebenfalls sofort, wie stark sie ihre Kochkunst umstellen müsse. 

Doch Jasmin Bölling sagte damals wie heute: „Es ist überhaupt nicht schwierig, für Vegetarier zu kochen. Es gibt so viele Nahrungsmittel, die kein Fleisch enthalten, und dann ist es trotzdem nicht unbedingt teurer.“ Und mittlerweile gebe es so viele vegetarische Produkte, dass sie selbst beim Grillen nicht in die Röhre schauen müsse. 

„Im Sommer haben wir auch regelmäßig den Grill angeschmissen. Während mein Mann sein normales Steak bekommt, nehme ich eben die vegetarische Bratwurst“, nennt Bölling ein praktisches Beispiel, betont aber auch, dass so etwas kein Fleisch-Ersatz ist. Es handele sich eher um ein Alternativprodukt. Ihre dreijährige Tochter Lara isst ebenfalls Fleisch, frage aber schon neugierig nach, „wenn Mamas Teller wieder einmal etwas anders aussieht.“ 

Das muss jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein, denn häufig genug gibt es bei den Böllings fleischlose Speisen für alle am Tisch. Spaghetti Bolognese mit vegetarischem Hackfleisch würde inzwischen sogar von Fleischliebhabern aus ihrem Freundeskreis der „Original-Version“ vorgezogen. Hoch im Kurs stehen angesichts der Jahreszeit momentan auch Eintöpfe. 

„Die Linsensuppe ohne Fleisch oder eine Kürbissuppe, die sogar als vegan zu bezeichnen wäre, erfreuen sich bei uns großer Beliebtheit“, gibt Bölling einen Einblick in ihren Speiseplan. Als eines ihrer Lieblingsgerichte gilt derzeit Gemüselasagne. 

Auch wenn sie in ihrem Beruf als Lehrerin logischerweise mit vielen, insbesondere jungen Leuten ins Gespräch kommt, möchte sie beim Thema „Vegetarismus“ nicht belehrend auftreten. Vielmehr geht es ihr darum, objektiv über die Faktenlage aufzuklären. Billige Fleischprodukte gibt es heutzutage bekanntlich an fast jeder Ecke. Daher sei es durchaus verständlich, dass so viel davon gekauft wird, bedauert sie die Entwicklung. 

„Man muss nicht gleich zum Vegetarier werden, aber jeden Tag Fleisch essen braucht man ja auch nicht“, kann Bölling eine bewusste und abwechslungsreiche Ernährung nur weiterempfehlen. Und die aktuellen Zahlen geben ihr Recht: Rund 7,8 Millionen Menschen ernähren sich hierzulande vegetarisch und die Tendenz ist steigend – so die Schätzung des deutschen Vegetarierbundes. „Man ist längst kein Exot mehr und wir fallen auch nicht vom Fleisch“, stellt sie mit einem Augenzwinkern klar.

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