Lobende, aber auch mahnende Worte bei Festabend der CDU Herscheid

„Wir brauchen eine neue Aufbruchstimmung“

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Die Zuhörer im voll besetzten Saal des Hotels „Zum Adler“ quittierten die Ausführungen der Redner mit Applaus.

Herscheid - Ein Plädoyer für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – so lässt sich der Jubiläumsabend 50 Jahre CDU Herscheid im Hotel „Adler“ zusammenfassen.

Die Zuhörer im voll besetzten Saal erlebten zunächst eine Festrede in Hochgeschwindigkeit: In dieser reiste der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Josef Hovenjürgen von Washington über Moskau bis nach Friedlin. Doch die Präsidenten von Amerika und Russland sollten nur Nebenrollen spielen: Der gelernte Landwirt rief zu mehr Fairness im gegenseitigen Umgang auf und bezog dies in erster Linie auf die seiner Meinung nach ungerechtfertigte Kritik an der Arbeitsweise der Bauern. 

In Rage brachte Hovenjürgen das Verhalten der Grünen: Sie bezeichnete er als das Unglaubwürdigste, was es in der NRW-Politik gebe – neben der AfD, die er jedoch nicht mit den Grünen vergleichen wolle. Der Generalsekretär bezog sich auf die Leitentscheidung Braunkohle der rot-grünen Landesregierung aus 2016, die die Rodung des Hambacher Forstes beinhaltet habe. Zwei Jahre später unterstützten die Grünen die Demonstranten und nehmen bei diesen Aktionen „Straftaten billigend in Kauf“, sagte Hovenjürgen. 

Dankende Worte richtete er hingegen an Angela Merkel: Als Vorsitzende habe sie die CDU in den letzten 18 Jahren neu ausgerichtet und ihr Halt in aufgeregten Zeiten gegeben. Der nun eröffnete innerparteiliche Wettbewerb um ihre Nachfolge sei positiv zu bewerten, lobte der Generalsekretär. 

Als Gründungsmitglied der heimischen Ortsunion fasste Wolfgang Weyland die wesentlichen Grundsatzüberzeugungen der der CDU zusammen. Vor diesem Hintergrund betrachte er die Entwicklungen im Land mit großer Sorge: „Wir brauchen eine neue Aufbruchstimmung, die aus der Verflachung der Gesellschaft herausführt.“ Dabei könne die Politik nicht alles regeln: „Jeder Einzelne ist aufgefordert, bei sich selbst anzufangen“, forderte Weyland. 

Gefragt sei ein Engagement für das große Ganze – außerhalb von persönlichen Interessen. Angstmachern und Zauderern soll dabei kein Gehör geschenkt werden: „Wir brauchen Mut und Optimismus und den festen Willen, unsere Überzeugungen wirksam zu vertreten.“ 

Bürgermeister Uwe Schmalenbach bedankte sich in seinem Grußwort dafür, dass die CDU die Entwicklung in Herscheid in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt habe und wünschte sich eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Arbeit. Als Herausforderungen der Zukunft nannte er die Digitalisierung, die Finanzen und den demografischen Wandel. 

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