Wildschwein-Problematik bleibt beim Hegering Herscheid das Thema Nummer eins

Priorität: Waidgerechtigkeit

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Hegeringleiter Dr. Matthias Dunkel (links) und Dieter Stuff (Mitte) überreichten dem scheidenden Geschäftsführer Mike Hortmann (rechts) einen Präsentkorb.

HERSCHEID - Die Wildschweinplage und die Afrikanische Schweinepest standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Hegerings in Schürmanns Landgasthaus.

Die Wildschweinstrecke wurde vor Ort um über 90 Prozent gesteigert, was bei der flächenmäßigen Größe 4,8 Tiere pro 100 Hektar bedeutet, berichtete Hegeringleiter Dr. Matthias Dunkel. Die milden Winter hätten zu einer Vermehrung der Wildschweine geführt. Daher bleibe abzuwarten, wie die zuletzt frostigen Wochen sich auf den Bestand auswirken. 

Vor allem im Nordbereich habe es viele Wildschweine gegeben; generell seien die Bestände in den heimischen Revieren stark unterschiedlich. Neben dem Schwarzwild ist auch eine Steigerung beim Damwild festzustellen. Bei Rehwild, Fuchs und anderen Tieren waren die Strecken konstant bis rückläufig. 

Im Vergleich zu den benachbarten Revieren, zum Beispiel im Hegering Altena und Nachrodt, sei die Anzahl der geschossenen Wildschweine aber noch gering. Dort habe man bereits über 300 Tiere geschossen und man rechne mit einer Jahresbilanz von über 500 Schweinen. 

Großen Druck auf die Jägerschaft üben derzeit Politik und Landwirtschaft in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest aus. „Dabei haben wir die Pest hier noch gar nicht, aber sie wird uns wohl auch erreichen“, meinte Dunkel. Die Jäger sollen noch mehr Wildschweine schießen, um die Gefahr einzudämmen, dabei sieht Dunkel die Beschädigungen durch den Menschen. Daher sei auch die Politik in der Pflicht. 

„Die Pest kommt über Russland und das Baltikum zu uns. Dort wurde das infizierte Fleisch eingeschleppt. Die Fernfahrer bringen sich ihre Lebensmittel mit und schmeißen diese Abfälle hier an den Parkplätzen weg. Die Tiere fressen den Abfall und infizieren sich so daran“, sagte der Hergeringleiter, der klarstellte, dass die Tiere schnell an der Pest sterben und es bislang keinen wirksamen Impfschutz gäbe. 

Die Politik habe bereits reagiert: Die Schonzeit für Schwarzwild wurde aufgehoben, mit Ausnahme der Bachen, und sogar Drückjagden seien erlaubt. Dr. Dunkel appellierte: „Die Drückjagden im Februar sind verboten und im Zweifel sollte man die Tiere lieber laufen lassen, bevor man eine Bache schießt und so die Frischlinge eingehen. Wir jagen nach Deutscher Waidgerechtigkeit“, sagte Dunkel deutlich.

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