Notruf absetzen und Rauchmelder

Wie verhalte ich mich in Notfällen? Die Feuerwehr informiert mit Brandschutzerziehung in Tüten

Weil der Besuch in den Einrichtungen zurzeit nicht stattfinden kann, überreichten Jasmin Bölling (rechts) und Frank Holthaus (2. von links) von der Herscheider Feuerwehr sowie Dario Radoia von der Provinzial (links) Brandschutzerziehungs-Tüten an Christiane Krüger vom Familienzentrum Unterm Regenbogen (2. von rechts).
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Weil der Besuch in den Einrichtungen zurzeit nicht stattfinden kann, überreichten Jasmin Bölling (rechts) und Frank Holthaus (2. von links) von der Herscheider Feuerwehr sowie Dario Radoia von der Provinzial (links) Brandschutzerziehungs-Tüten an Christiane Krüger vom Familienzentrum Unterm Regenbogen (2. von rechts).

 „Papa, warum liegen die Streichhölzer einfach so auf dem Tisch rum?“, eine Frage, die Dario Radoia daheim auch schon gestellt wurde. Der Familienvater weiß genau, welche Wirkung das Thema Feuer auf Kinder hat. In seiner Funktion als Leiter der Herscheider Provinzial-Geschäftsstelle unterstützt er daher die Brandschutzerziehung der hiesigen Feuerwehr mit Überzeugung.

Herscheid - Denn eines hat Radoia von Berufs wegen längst gelernt: „Nach einem Brand kriegt man nahezu alles Materielle ersetzt, aber nicht das Emotionale.“ Deshalb ist es ihm wichtig, nicht nur seine eigenen beiden Kinder, sondern möglichst viele Mädchen und Jungen auf die Gefahren von Feuer hinzuweisen. Daher unterstützt er die lokalen Experten der hiesigen Feuerwehr auch oder insbesondere während der Corona-Pandemie bei ihrem Wirken.

Und die sind über jede Hilfe froh. Denn das vierköpfige Team, das sich löschgruppenübergreifend um die Brandschutzerziehung kümmert, muss neue Wege beschreiten. Normalerweise würden sie die heimischen Kindergärten und Grundschulen besuchen, um den Kindern vor Ort das richtige Absetzen eines Notrufes oder die Funktion eines Rauchmelders zu erklären. Insbesondere der Besuch im Gerätehaus und das Probesitzen in den Einsatzfahrzeugen ist beim Nachwuchs beliebt.

Doch das alles ist in Zeiten der Kontaktreduzierung nicht möglich. Zwar lief am Montag aufgrund der gesunkenen Inzidenzwerte der eingeschränkte Regelbetrieb in allen Herscheider Kitas an – von Normalität kann angesichts der weiterhin gültigen Schutzkonzepte und Einschränkungen allerdings keine Rede sein. Dass die Brandschutzerziehung zurzeit auf Sparflamme gehalten werden muss, „tut mir für die Kinder leid“, betont Christiane Krüger, Leiterin des Evangelischen Familienzentrums Unterm Regenbogen, stellvertretend für alle heimischen Kindergärten. Sie weiß nur zu gut, dass das Thema bei den Mädchen und Jungen sehr beliebt ist.

Keine Angst vor den Menschen mit den Masken 

Der persönliche Kontakt zu den Rettern vor Ort sei von großer Bedeutung, betont auch Frank Holthaus, einer der vier Einsatzkräfte, der sich um die Brandschutzerziehung kümmert. „Wir wollen den Kindern schließlich die Angst vor den Menschen mit den Masken nehmen.“ Damit meint er nicht Mund-Nase-Schutz, sondern Atemschutzmasken, die die Einsatzkräfte bei Brandeinsätzen tragen, und Fluchthauben, die die Feuerwehr beispielsweise zur Rettung von Personen aus verrauchten Bereichen mitführt.

Damit all diese Dinge nicht auf der Strecke bleiben, hat die Feuerwehr mit finanzieller Unterstützung der Herscheider Provinzial-Agentur Brandschutztüten zusammengestellt. Feuerwehrfrau Jasmin Bölling erzählt, dass man bei der Auswahl der Informationsmaterialien darauf geachtet habe, dass auf spielerische Weise der Zugang zum Thema Feuerwehr ermöglicht werde. Daher befinden sich neben einem Memory-Spiel und einem Bastelbogen mit Einsatzfahrzeugen auch zwei kindgerechte Büchlein in den Tüten. In diesen werden die Themen Rauchmelder und Rettungskette lebendig, aber doch mit der gebotenen Ernsthaftigkeit erzählt.

„Es geht aufwärts“

Das vorläufige Ende der reinen Notbetreuung macht sich auch im Herscheider Familienzentrum bemerkbar. Diese war in den letzten Wochen von etwa der Hälfte der 89 für die Einrichtung angemeldeten Kinder genutzt worden. Durch das Absinken der Inzidenzwerte im Märkischen Kreis gilt seit Montag der eingeschränkte Regelbetrieb, was bedeutet, dass ab sofort wieder alle Kinder in der Einrichtung willkommen sind. „Und es ist gleich am ersten Tag gut voll bei uns gewesen“, schätzt Christiane Krüger die Auslastung auf 90 Prozent. Dies bedeute zwar eine Umstellung für alle Kinder und auch die Erzieherinnen. Doch diese nehme man gern in Kauf. So berichtet die Leiterin von einer gelösten Stimmung und einem Gefühl, dass es allmählich aufwärts gehe.

Der Kinderfinder darf in diesen Tüten natürlich nicht fehlen. Dieser neongelbe Aufkleber sollte bei den Familien daheim an der Kinderzimmertür angebracht werden, um bei einem Notfall den Rettungskräften anzuzeigen, dass sich in dem Zimmer ein Kind befinden könnte.

Alle Kindergärten erhalten diese Brandschutztüten. Im Familienzentrum können sich die 26 Vorschulkinder drauf freuen – und nicht nur das. Die Erzieherinnen nutzen das Material und besprechen dieses mit den Kindern. Zudem steht ihnen ein Feuerwehrkoffer mit allerlei Hilfsmitteln und Ausrüstungsgegenständen zur Verfügung. Darüber hinaus sei auch eine Räumungsübung geplant, verriet die Einrichtungsleiterin. Auf diese Weise und dank der Hilfe der Feuerwehr will sie dafür Sorge tragen, dass die Brandschutzerziehung unter Corona nicht zu kurz kommt.

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