Oh je! Spiekus ist verschwunden!

Wie binnen zehn Tagen das Herscheider Weihnachts-Hörspiel entstand

Das Hörspiel entstand ohne persönliche Treffen, sondern hauptsächlich digital. Hier
 spricht Feuerwehrfrau Jasmin Bölling ihren Text ein.
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Das Hörspiel entstand ohne persönliche Treffen, sondern hauptsächlich digital. Hier spricht Feuerwehrfrau Jasmin Bölling ihren Text ein.

Ausgerechnet an Heiligabend ist Herscheids lebendiges Wappentier ausgebüxt: Die Suche nach Spiekus dem Hirschen setzt das Dorf in Bewegung und bietet Stoff für eine illustre Weihnachtsgeschichte. Diese soll als kostenloses Hörspiel den Corona-Advent ein wenig fröhlicher machen.

Herscheid - Die Idee zu diesem Projekt stammt von Thomas Block, heimischen Kulturfreunden kein Unbekannter. Der Herscheider hat vor acht Jahren gemeinsam mit einem befreundeten Autor das Buch „Sokengruch“ geschrieben. Daraus hatte er seinerzeit kurz vor Weihnachten in seiner Heimatstadt Kierspe (wo Block Rektor des Schulverbunds Schanhollen- und Pestalozzischule ist) vorgelesen.

Ursprünglich als einmalige Veranstaltung geplant, entwickelte sich daraus eine Reihe vorweihnachtlicher Lesungen an wechselnden Orten und zuletzt sogar mit musikalischer Begleitung. Corona sollte diese Reihe nicht unterbrechen. Daher fand sich in Kierspe ein Team um Block, das das Stück „Ayshe, der Baum nadelt“ als Hörspiel aufnahm.

Das habe allen Beteiligten so viel Spaß bereitet, dass in dem Autor der Gedanke reifte, etwas Ähnliches auch in Herscheid auf die Beine zu stellen. Er nahm Kontakt auf zu Frank Holthaus (Kulturbeauftragter der Gemeinde) und Martin Michaelis (Sprecher, Moderator, Filmemacher). Beide waren sofort begeistert, schmiedeten weitere Pläne und suchten nach Mitwirkenden.

Der Faktor Zeit konnte niemanden abschrecken: Noch am Abend des 8. Dezembers (donnerstags) zog sich Thomas Block in sein Kreativzimmer zurück und brachte eine frei erfundene Geschichte zu Papier. Diese verteilte er über sein Handy an die in Windeseile zusammengetrommelten zehn Sprecher.

Rechtzeitig zum vierten Advent feiert die Weihnachtsgeschichte Premiere.

Auch für die weitere Produktion waren keine persönlichen Treffen notwendig. Denn die Akteure der Geschichte lasen ihre Textpassagen vor und nahmen dies mit ihren Smartphones auf. Dies geschah – der Akustik wegen – entweder unter einer Bettdecke, in einem abgehängten Kleiderschrank oder am Mikrofon am heimischen Computer. „Für mich war der Entstehungsprozess unheimlich spannend, weil jeder seine Rolle anders interpretiert hat“, erzählt Thomas Block.

Die Hauptarbeit lag danach in den Händen von Martin Michaelis, der die Texte in seinem Tonstudio auseinandergeschnitten, technisch aufbereitet und anschließend zusammengefügt hat. Weil jede Aufnahme einen anderen Hall hatte, bestand für ihn die größte Herausforderung darin, „für den Hörer das Gefühl zu erzeugen, dass alles aus einem Guss ist“, beschreibt Michaelis.

Nach nicht einmal zehn Tagen war das Werk vollbracht – und das Resultat kann sich nicht nur hören, sondern auch sehen lassen: Entstanden ist ein etwa neunminütiges Hörspiel, das mit einem animierten Bild unterlegt als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für alle Herscheider verpackt ist. „Ich hoffe, dass es allen Leuten gefällt und würde mich über Rückmeldungen freuen“, sagt Ideengeber Thomas Block.

Die Sprecher

Lara Bölling als Sprecherin für den Titel. Martin Michaelis als Erzähler und summender Chor Frank Holthaus als Frank vom Amt Bettina Winkelmeyer als Bettina vom Amt Dirk Grein als Reporter Bürgermeister Uwe Schmalenbach als Bürgermeister Jasmin Bölling als Jasmin von der Feuerwehr Dagmar Eckhardt als Dagmar von der Polizei Pfarrer Bodo Meier als Pfarrer Thomas Block als Hirsch

Die Premiere für die Herscheider Weihnachtsgeschichte ist am Samstag, 19. Dezember, um 18.30 Uhr geplant. Zu finden ist sie dann auf dem Internetportal Youtube unter dem Suchbegriff „Sauerländer Ohrentheater“. Unter diesem Schlagwort ist die Geschichte tags darauf ab 8 Uhr auch auf Facebook aufrufbar. 

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