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Weniger Fahrten, geringere Tankmengen: Benzinpreise sorgen für Umsatzrückgang

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Von: Dirk Grein

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Tankstelle Turk am Donnerstag, kurz nach 9 Uhr: Die Preise für Diesel lagen bei 1,61 Euro pro Liter und bei 1,80 für Super bleifrei. Kurz darauf veränderten sich diese Preise.
Tankstelle Turk am Donnerstag, kurz nach 9 Uhr: Die Preise für Diesel lagen bei 1,61 Euro pro Liter und bei 1,80 für Super bleifrei. Kurz darauf veränderten sich diese Preise. © Foto: Grein

Die Preise erreichen schwindelerregende Höhen, der Frust bei den Autofahrern wächst. Ihren Ärger lassen die Kunden der Tankstelle Turk aber bislang nicht an den Mitarbeitern aus. Stattdessen spüren diese eine sich im Tagesverlauf wechselnde Nachfrage nach Benzin und Diesel.

Herscheid - „Ich selbst hoffe ja auch, dass die Preise wieder konstant runtergehen“, sagt Hans Rudolf Turk. Der Senior-Chef ist seit mehr als 50 Jahren im Geschäft; sein Vater eröffnete 1931 die erste Tankstelle mit einer Zapfsäule in Hüinghausen. Nach einem Umbau übernahm Hans Rudolf Turk im Jahr 1964 die Geschäftsführung, die er inzwischen an seinen Sohn Michael weitergereicht hat.

Dem Senior-Chef sind die Hochs und Tiefs der Spritpreise im Verlauf der Jahrzehnte daher bestens bekannt. Nur Einfluss darauf haben weder er noch sein Sohn Michael oder dessen Mitarbeiter. Einen Nutzen hat die Tankstelle Turk durch die rekordverdächtigen Preise erst recht nicht – ganz im Gegenteil.

„Wir erhalten einen festen Betrag pro verkauftem Liter“, erklärt Hans Rudolf Turk. An der Preiserhöhung partizipiere das Unternehmen nicht, stattdessen seien die Umsätze merklich zurückgegangen. Denn aufgrund der Preissteigerung sei der Verkauf in letzter Zeit rückläufig. „Die Leute scheinen sich zu überlegen, ob sie nicht doch lieber zuhause bleiben sollen“, vermutet Turk. Zudem werden zurzeit eher kleinere Mengen getankt, in der Hoffnung, dass die Preise sinken.

Ganz unterschiedlich sei die Kundenfrequenz im Tagesverlauf – auch das führt der Senior-Chef auf die Preisschwankungen zurück. Denn: Zwischen dem Vormittag und dem Abend liegen nicht selten 10 Cent Unterschied pro getanktem Liter.

Am Donnerstagvormittag beispielsweise wurden an der Anzeigetafel um kurz nach 9 Uhr noch 1,80 Euro pro Liter Super bleifrei und 1,61 Euro pro Liter Diesel aufgerufen. Wenige Minuten später waren die Preise bereits um vier Cent (Super) und einen Cent (Diesel) gesunken. „Das geht im Verlauf des Tages noch weiter runter“, weiß der Experte. Daher nehme auch ab 16 Uhr der Kundenzuspruch deutlich zu.

Während umliegende Tankstellenbetreiber von zornigen, ja sogar beleidigenden Autofahrern berichten, sei die Lage in Hüinghausen weiterhin harmonisch. Natürlich seien auch hier die Fahrer alles andere als erfreut über die hohen Preise. „Aber aggressiv sind sie uns gegenüber noch nicht geworden“, sagt Turk.

Als Gründe für den sprunghaften Anstieg an den Zapfsäulen nennt er zum einen die Drosselung der Ölproduktion durch die arabischen Staaten und die explosionsartige Erhöhung des Ölpreises. Dieser betrage inzwischen 80 Dollar pro Barrel (das entspricht etwa 159 Litern). „Zu Beginn des Jahres lag dieser Preis noch bei 40 Dollar“, ergänzt Turk.

Ob denn bald mit einer Preisentspannung zu rechnen sei, diese Frage kann der Hüinghauser nicht beantworten: „Das muss ich genau so abwarten, wie unsere Kunden auch.“

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