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„Weiter so“ nicht denkbar: Evangelische Kirchengemeinde sucht den Weg in die Zukunft

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Von: Hartmut Damschen

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Herrliches Ambiente für einen Gottesdienst: Auf einer Wiese am Martin-Luther-Haus führte Pfarrer Bodo Meier kürzlich eine Taufe durch. Das gefiel vielen Besuchern.
Herrliches Ambiente für einen Gottesdienst: Auf einer Wiese am Martin-Luther-Haus führte Pfarrer Bodo Meier kürzlich eine Taufe durch. Das gefiel vielen Besuchern. © Foto: Kaufmann

„Wie finden wir den Weg nach dieser schweren Zeit, um unser Gemeindeleben wieder neu zu starten?“, fragte Pfarrer Bodo Meier. Die Versammlung der Evangelischen Kirchengemeinde sollte erste Impulse geben. Denn auch Pfarrer Meier betonte am Donnerstagabend: Ein „Weiter so“ wie vor Corona könne es nicht geben.

Herscheid - Pfarrer Meier hatte zu Beginn der Zusammenkunft das Bibelwort „Einer trage des anderen Last“ gewählt. Im Brief des Paulus an die Galater wurde die gelebte Brüderlichkeit angemahnt. Das wollte auch Pfarrer Meier an diesem Abend tun, mit der herzlichen Bitte, nicht nur Ideen und Wünsche für ein neues Gemeindekonzept zu äußern, sondern auch sich selbst einzubringen.

Ganz allmählich wurden Gedanken diskutiert, die sich anschließend zu Vorschlägen verdichteten und niedergeschrieben wurden.

Kommunikation

Dabei gehe es nicht darum, alles über Bord zu werfen, wie Pfarrer Meier erklärte. Gottesdienste, Kindergottesdienste, Bibel-, Senioren- und Familienarbeit, Konfirmationen, Frauenkreise, Chöre, Jungschar – all das war gesetzt und soll auch bleiben. Doch was geht noch?

Nicht zuletzt durch die restriktive Coronazeit angeregt, wurde der Ruf nach einer verbesserten internen und externen Kommunikation laut. Auch Vernetzungen sollten intensiviert werden. Pfarrer Meier gefiel besonders das Kirch-Café, eigentlich ein „alter Hut“, doch lohnend, da nach der Kirche ein Zusammensein den Zusammenhalt stärke und auch dem Wunsch nach mehr Zeit für Begegnungen entgegenkomme. Dabei wurde als besonders gutes Beispiel für das Bei- und Miteinander in der Gemeinde der kürzlich gefeierte Freiluft-Gottesdienst auf der Wiese hinter dem Martin-Luther-Haus von mehreren Gemeindemitgliedern hervorgehoben.

Pfarrer Bodo Meier notierte die Ideen der Gemeindemitglieder.
Pfarrer Bodo Meier notierte die Ideen der Gemeindemitglieder. © Foto: Damschen

Jungen Familien sollte mehr Zugang zur Gemeinde eröffnet werden. Und was spreche eigentlich gegen Männerkreise? Unter weiteren Anregungen wurde die Installation eines Gemeindebeirates, eines Besuchsdienstes und der Realisierung der Offenen Kirche genannt.

Ideen nehmen Gestalt an

Am 29. Juli soll ein Team „Offene Kirche“ gefunden werden, deren Mitglieder zu je zwei Personen den Gästen etwas über die Apostelkirche erzählen können. Das Treffen soll um 19 Uhr in der Kirche beginnen.

„Der 3. Oktober ist nicht nur der Tag der Deutschen Einheit“, erinnerte Pfarrer Meier. „Es wird auch unser Gemeindefest-Tag mit einem ganz besonderen Programm und prominenten Gästen sein.“ Zu allen Terminen wünscht sich Pfarrer Meier eine rege Beteiligung und Unterstützung.

„Haben uns an Empfehlungen gehalten“

Pfarrer Bodo Meier ging im Rahmen der Versammlung auch auf die Zeit der besonders starken Corona-Einschränkungen ein, in denen unter anderem auch keine Gottesdienste in der Herscheider Apostelkirche stattfinden konnten. Eine Stimme aus der Gemeinde dazu: „Es hat mir immer einen Stich versetzt, wenn ich in der Zeitung las: Kirche geschlossen.“ - „Sicher“, bemerkte Pfarrer Meier, „haben andere Gemeinden auch ganz anders auf die Empfehlungen der Landeskirche reagiert. Es fanden Gottesdienste und andere gemeindlichen Treffen trotz Corona statt. Wir haben uns an die Regeln und Empfehlungen zum Wohl unserer Gemeinde gehalten.“ Nur über einen kurzen Zeitraum war es möglich, einen Gottesdienst mit maximal 15 Besuchern abzuhalten. „Einige Menschen wurden nicht erreicht, doch in dieser Zeit wurde das Medium Telefon durch viele bei mir ankommende Anrufe wieder in den Mittelpunkt gerückt.“

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