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Wegen steigender Kosten: Freibad-Duschen bleiben kalt

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Von: Dirk Grein

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Solange die Temperaturen sommerlich bleiben, soll das Freibad auch geöffnet bleiben. „Wir werden es sicher nicht von heute auf morgen schließen“, beruhigt Bauamtsleiter Jan Koopmann. Der weitere Verlauf der Saison und die Wassertemperatur in den Becken sei maßgeblich von der Witterung abhängig.
Solange die Temperaturen sommerlich bleiben, soll das Freibad auch geöffnet bleiben. „Wir werden es sicher nicht von heute auf morgen schließen“, beruhigt Bauamtsleiter Jan Koopmann. Der weitere Verlauf der Saison und die Wassertemperatur in den Becken sei maßgeblich von der Witterung abhängig. © Opfermann, Johannes

Als Reaktion auf steigende Energiepreise und die Gasumlage trifft die Gemeinde erste Maßnahmen. Diese bekommen die Besucher des Freibades zu spüren: Seit Wochenbeginn wird das Duschwasser im Sanitärbereich nicht mehr erwärmt.

Herscheid - Wer sich vor oder nach dem Schwimmen abbrausen möchte, der muss mit kaltem Wasser vorliebnehmen. Bauamtsleiter Jan Koopmann erklärt: Für das Duschwasser im Freibad gibt es eine separate Heizung, die älter sei und vergleichsweise ineffizient arbeite. „An dieser Stelle können wir schnell Einsparungen erzielen“, vermutet Koopmann.

Zugleich betont er, dass die Temperatur des Wassers in den Schwimmerbecken von dieser Entscheidung nicht betroffen sei. 24 Grad seien dort die Vorgabe. Dabei kommen der Gemeinde die hohen Außentemperaturen entgegen. Sobald diese sinken, erhöhe sich der Aufwand, um die Beckenwasser zu erwärmen. Dies geschieht in dieser Saison ausschließlich mit Gas: Die in die Jahre gekommene Absorberanlage ist defekt und muss ersetzt werden.

Saisonende: Stets das Wetter im Blick

Der Bauamtsleiter hat daher den weiteren Verlauf des Sommers fest im Blick. Falls sich eine Phase mit gesunkenen Tages- und Nachttemperaturen andeute, dann müsse man sich darüber Gedanken machen, die Wassertemperatur in den Becken anzupassen. Auch die Frage, wann die Freibadsaison endet, sei mehr denn je vom Wetter abhängig. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, betont Jan Koopmann, dass die Gemeinde den Energieverbrauch im Freibad so gering wie möglich halten möchte. Eine Öffnung bis in den Oktober sei eher unwahrscheinlich. Zugleich betont der Bauamtsleiter: Bei sommerlichen Temperaturen „werden wir das Freibad sicher nicht von heute auf morgen schließen.“

Darüber hinaus bemüht sich die Gemeinde, auch in ihren Gebäuden weiter Energie einzusparen. So sollen außerplanmäßig sämtliche Heizungen gewartet werden. Am Beispiel des Rathauses verdeutlich Koopmann, dass in der Heizperiode in Herbst und Winter Veränderungen notwendig seien. Um die Heizleistung insgesamt zu reduzieren, soll die Temperatur in den Räumen reduziert werden. Auf eine genaue Zahl habe man sich in Herscheid noch nicht festgelegt.

Klassenzimmer werden „nicht bitterkalt“

Im Bereich des Bildungszentrums am Rahlenberg soll zudem geprüft werden, ob und wie die Steuerung der Heizungsanlage optimiert werden kann. In erster Linie könne dort über eine Regulierung der Raumtemperaturen im außerschulischen Bereich nachgedacht werden. Ob auch eine Absenkung in den Klassenzimmern angedacht sei? Darauf habe man sich noch nicht verständigt, erzählt Koopmann. Er ergänzt: Im Sinne der Schüler, Lehrer und Betreuungskräfte dürfe es in den Räumen aber natürlich nicht bitterkalt sein.

Oberste Priorität habe zwar die Reduzierung des Gasverbrauchs, doch auch im Bereich Strom will die Gemeinde sparsamer werden. Etwa bei der Beleuchtung im Rathaus und auch bei der weiteren Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED.

Vor diesem Hintergrund verdeutlicht der Bauamtsleiter, dass sich die Gemeinde bereits seit einigen Jahren mit dem Thema Energieeffizienz befasse. Bei regelmäßigen Treffen im Rathaus werden weitere Ideen und mögliche Maßnahmen besprochen. Die bereits getroffenen Maßnahmen zeigen Wirkungen, aber „wir sehen noch Möglichkeiten, weiter zu sparen“, betont Jan Koopmann.

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