Rückgang um knapp ein Drittel

Wegen Corona: Weniger Einsätze für die Herscheider Feuerwehr

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Herscheid an der Bahnhofstraße.
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Aus dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Herscheid an der Bahnhofstraße musste in 2020 deutlich seltener zu Einsätzen ausgerückt werden als in den Vorjahren.

Durch die Corona-Pandemie hatten die Feuerwehrleute in Herscheid deutlich weniger zu tun als in den Vorjahren. Die Einsatzzahlen sind um knapp ein Drittel gesunken, gleichzeitig ist die Arbeit der Feuerwehrleute aber schwieriger geworden.

Herscheid – „Fakt ist, dass die Zahlen zurückgegangen sind“, sagt Andre Zimmermann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Herscheid, auf Nachfrage. 81 Einsätze listet die Einsatzstatistik der Wehr für 2020 auf, 37 Einsätze weniger als 2019, als die Feuerwehr noch 118 Einsätze zählte; anders ausgedrückt: Es ist ein Rückgang um 31,4 Prozent. „Das ist schon deutlich“, sagt Zimmermann.

Der Rückgang fällt damit auch stärker aus als zwischen den Jahren 2018 – mit 147 Einsätzen – und 2019. Der Grund für die im Vergleich geringe Einsatzzahl liegt auf der Hand: Corona.

„Wegen des ersten Lockdowns sind viele Leute zuhause geblieben“, sagt Zimmermann. „Wenn weniger Leute auf der Straße unterwegs sind, gibt es auch weniger Unfälle und Gefahren durch Ölspuren.“

Viele Einsätze durch Sturm Sabine

Besonders in Erinnerung geblieben ist vom Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr vor allem eines. „Das Ereignis schlechthin war das Sturmtief Sabine im Februar, wodurch wir allein zwölf Einsätze hatten“, sagt Zimmermann. Straßen mussten von Hindernissen wie umgestürzten Bäumen und heruntergefallenen Ästen befreit werden.

Ohne dieses Ereignis würde der coronabedingte Einsatzrückgang in der Statistik noch deutlicher hervortreten. Allerdings wäre die Statistik ohne den Sturm schlechter mit dem Vorjahr vergleichbar, denn auch imMärz 2019 hatte es mit Eberhard ein Sturmtief gegeben, das für ein ähnliches Einsatzaufkommen sorgte, so der Herscheider Wehrleiter. „Ansonsten hatten wir 2020 an Einsätzen alles dabei – vom Kaminbrand über Verkehrsunfälle, Brandmeldeanlagen und Ölspuren – wie sonst auch, nur eben weniger.“

Ob durch den fortgesetzten Lockdown auch in diesem Jahr mit ähnlich wenig Einsätzen zu rechnen sein wird wie 2020, dazu möchte Zimmermann keine Prognose abgeben. Denn ob 2021 Sturmereignisse oder auch ein heißer Sommer mit hoher Waldbrandgefahr bevorstehen und für mehr Einsätze sorgen, sei nicht einschätzbar.

Erhebliche Einschränkungen

Corona mag zwar auf der einen Seite für weniger Einsätze gesorgt haben, auf der anderen Seite hat die Pandemie aber die Arbeit der Feuerwehrleute stark beeinträchtigt und tut das auch weiterhin. „Es sind schon erhebliche Einschränkungen“, sagt Zimmermann.

Auf den Gruppenfahrzeugen, in denen sonst neun Feuerwehrleute mitfahren, habe man diese Zahl auf sechs heruntergestuft, um ausreichend Abstand halten zu können. In den Staffelfahrzeugen fahren aus demselben Grund nur noch vier statt der sonst üblichen sechs Wehrleute mit. „Die Feuerwehrleute müssen außerdem FFP2-Masken tragen, und zwar in den Gerätehäusern, in den Fahrzeugen und an der Einsatzstelle“, erklärt der Wehrleiter.

Ausbildung liegt auf Eis

Training und Nachwuchsarbeit werden durch die Pandemie ebenfalls erschwert. „Übung und Ausbildung sind gerade auf Eis gelegt“, so Zimmermann. Das gelte für die gemeinsame TruppmannAusbildung mit der Feuerwehr Plettenberg ebenso wie für den Übungsbetrieb.

Normalerweise finden in den wärmeren Monaten praktische Übungen statt, im Winter eher theoretische Schulungsabende. „Das brauchen die Feuerwehrleute auch, um in der Routine drin zubleiben“, sagt Zimmermann. Während der Pandemie habe man Übungen noch in kleinen Gruppen mit maximal zehn Personen durchgeführt, doch wegen der hohen Infektionszahlen finden diese momentan gar nicht mehr statt.

„Man kann es eine Zeit lang überbrücken und verlernt es nicht sofort“, sagt Zimmermann. Üben müsse man aber trotzdem irgendwann wieder. „Wir hoffen, dass wir im März wieder in kleinen Gruppen mit den Übungen anfangen können, damit wir im Training bleiben.“ 

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