Ausgerechnet zum Sommerbeginn

Wegen technischer Probleme: Wassersuche auf dem Friedhof

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Angehörige, die die Grabstellen ihrer verstorbenen Familienmitglieder pflegen wollen, müssen auf dem Friedhof mitunter weitere Wege in Kauf nehmen. Vier der insgesamt neun Wasserstelen sind aufgrund technischer Mängel vorübergehend nicht nutzbar.

Herscheid – „Wo gibt es denn hier Wasser?“, fragt die ältere Dame, die gehofft hatte, an einer Wasserstelle nahe des Haupteingangs des Herscheider Friedhofs eine Gießkanne befüllen zu können. Doch diese ist derzeit nicht nutzbar: „Defekt!“ steht auf einem Pappschild an der Säule.

Ähnliche Probleme hat ein Mann, der davon erzählt, erst vor wenigen Tagen ein Grab neu bepflanzt zu haben. Aufgrund der sommerlichen Witterung müsse er deshalb verstärkt gießen. „Aber viele Wasserstelen funktionieren ja momentan nicht“, bedauert der Besucher, der notgedrungen mit der Gießkanne einen Bachlauf oberhalb des Friedhofs nutzt. 

Vier der insgesamt neun Wasserstelen sind derzeit nicht nutzbar. Das ärgert auch Detlev Trester, den Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofverbandes Plettenberg-Lüdenscheid. Er hofft jedoch, dass die vor etwa zwei Wochen aufgetretenen technischen Mängel bald behoben werden können. 

Dabei sei der Verband allerdings, genau wie die Angehörigen auch, zum Warten verdammt. Warten, bis die ausführende Firma die Fehler auf Kulanz behebt. 

Trester erinnert daran, dass es in jüngerer Vergangenheit immer wieder Probleme mit den alten PVC-Wasserleitungen auf dem Herscheider Friedhof gegeben habe. Die bis zu 45 Jahre alten Leitungen seien nicht richtig im Bodenreich verlegt gewesen. Aufgrund eines großen Rohrbruchs ließ der Friedhofsverband die Verrohrung daher im letzten Jahr erneuern. 

Im Zuge dieser Maßnahme wurden die bis dato sechs Wasserstellen um drei zusätzliche ergänzt. Es gebe auch Friedhöfe, die lediglich mit einer Wasserentnahmestelle ausgestattet seien, erzählt Detlev Trester. 

Die Übergangslösungen (lose Wasserschläuche) seien inzwischen durch einheitliche Wasserstelen ersetzt worden. An vier von ihnen stehen nun Ausbesserungsarbeiten aus. 

Baustellencharakter besitzt der Friedhof seit mehreren Wochen unterhalb der Kapelle. Dort sind Fundamente für zusätzliche Kolumbarien gegossen worden. „Die Nachfrage ist unverändert groß“, sagt Detlev Trester. 

Urnengrabstätten werden nicht nur in Herscheid, sondern im gesamten Friedhofsverband immer häufiger als Alternative zur Erdbestattung im Sarg gewählt. Weil die vorhandenen Kapazitäten auf dem hiesigen Friedhof nahezu erschöpft sind, sollten diese längst erweitert worden sein. 

„Eigentlich sollten die Kolumbarien schon im März geliefert werden“, bedauert Trester die aufgetretenen mehrwöchigen Verzögerungen. Als neuer Liefertermin sei ihm von der zuständigen Firma die letzte Juniwoche zugesagt worden.

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