CDU-Abgeordneter besucht "Arche Noah"

Warenkorb Kindertagesstätte - Dr. Matthias Heider besucht Kita in Herscheid

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Der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider (Zweiter von rechts) im Gespräch mit Sabine Neumann (links), Leiterin der Kindertagesstätte "Arche Noah" Hüinghausen.

Herscheid - Grundsätzlich geht es der evangelischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ gut. Sie ist mit 44 Kindern voll besetzt, die Kleinen fühlen sich in der Einrichtung wohl und die Räumlichkeiten sind gemütlich. Dennoch gibt es auch in Hüinghausen Verbesserungsbedarf.

Die Probleme sind nicht hausgemacht: Alle evangelischen Kindertagesstätten im Märkischen Kreis hadern in erster Linie mit der finanziellen Ausstattung. Bei einer gemeinsamen Sitzung der Leiterinnen wurde daher unter dem Namen „Warenkorb“ ein Manuskript erarbeitet, welches aufzeigt, in welchen Bereichen es hapert. Sabine Neumann, Leiterin der Hüinghauser „Arche Noah“, nutzte den gestrigen Besuch des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider, um ihm diese Ausarbeitung vorzustellen und mit auf den Weg nach Berlin zu geben. Besonders kritisch betrachtet wird in diesem „Warenkorb“ das Kinderbildungsgesetz (kurz Kibiz). „Ich würde mir mehr Kontingente wünschen“, sagte Sabine Neumann. 44 Kinder besuchen ihre Einrichtung – 20 in der U3-Gruppe und 24 in der Gruppe der „Größeren“. Je zwei Erzieherinnen stehen pro Gruppe zur Verfügung, hinzu kommt die Einrichtungsleiterin, die als „Springerin“ immer dort hilft, wo Bedarf ist. Die Finanzierung von zusätzlichem Fachpersonal sei ratsam, betonte Sabine Neumann.

Dr. Heider nahm diesen Wunsch zur Kenntnis. Beim Durchblättern des ihm überreichten Manuskriptes stieß er in der Auflistung der anfallenden Kosten rasch auf Posten, die ihn nachdenklich stimmten. „Warum müssen sie Rundfunkgebühren bezahlen?“, fragte er. Zwischen 200 und 300 Euro pro Jahr fallen in den Einrichtungen an. Sabine Neumann erklärte: Ob in den Gruppenräumen oder dem Gymnastikzimmer – täglich werden in der „Arche Noah“ Musik-CDs abgespielt, da die Kinder tanzen und singen möchten. Weil mit den Abspielgeräten auch Radiosender empfangen werden können, werden die Einrichtungen zur Kasse gebeten. „Das ist vollkommen unangemessen“, urteilte Dr. Heider

Beeindruckt zeigte sich der Bundestagsabgeordnete indes von dem Platzangebot und der Ausstattung der „Arche Noah“, Obwohl diese in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiern kann, wirke sie keinesfalls veraltet, im Gegenteil. Im neu gestalteten Kinderkonferenzraum (ehemaliger evangelischer Gemeindesaal) werden morgendliche Zusammenkünfte abgehalten, im Gymnastik-raum kann auch bei schlechtem Wetter getobt werden und in den Gruppenräumen stehen diverse Spielangebote zur Verfügung. Das beliebteste Zimmer ist der „Sinnesbereich“, in den die Kinder sich zurückziehen können, um zu lesen oder zu entspannen.

Großzügig gestaltet ist der Außenbereich, der – angesichts des guten Wetters – gestern intensiv genutzt wurde. Dr. Heider fragte bei einigen Kindern im Sandkastenbereich nach, wie es ihnen im Kindergarten gefällt. Die Antwort fiel prägnant und kurz aus: „Gut“ – und schon wurde weitergespielt. Doch Einrichtungsleiterin Sabine Neumann hatte zuvor bereits bei den Kleinen nachgefragt, was sie sich zum 60. Geburtstag der Einrichtung wünschen. Nicht etwa neue Spielgeräte wurden als Antwort genannt, sondern ganz praktische Dinge wie ein neuer Fußbodenbelag für den Gruppenraum oder ein frischer Fassadenanstrich. Ansonsten sind die Hüinghauser Kinder in der „Arche Noah“ anscheinend wunschlos glücklich.

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