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Waldbrand im Schnee: Erste Feuerwehrübung nach Corona-Pause

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Von: Dirk Grein

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Trotz der winterlichen Bedingungen hielt die Feuerwehr an ihrer Übung fest: Dabei drängten die Einsatzkräfte mit einem Löschrucksack die Flammen zurück und zogen mit einem Spezialwerkzeug den qualmende Boden auseinander.
Trotz der winterlichen Bedingungen hielt die Feuerwehr an ihrer Übung fest: Dabei drängten die Einsatzkräfte mit einem Löschrucksack die Flammen zurück und zogen mit einem Spezialwerkzeug den qualmende Boden auseinander. © Dirk Grein

Sie war seit Wochen geplant, doch mit diesen Bedingungen hatte die Feuerwehr nicht rechnen können: Die Waldbrand-Übung in Ober-Holte fand in knöcheltiefem Schnee und somit vor ungewöhnlicher Kulisse statt. Noch am Samstagmorgen tauschten sich die Organisatoren darüber aus, ob eine Durchführung überhaupt Sinn macht. „Bei realen Einsätzen können wir uns das Wetter auch nicht aussuchen“, rang man sich letztlich dazu durch, das Szenario wie geplant anzugehen.

Herscheid - Für die heimische Wehr war es seit Beginn der Corona-Pandemie die erste größere Übung im überörtlichen Zusammenschluss. Insbesondere für die vielen jungen Kräfte, die erst seit Kurzem im aktiven Dienst sind, sei es wichtig, die Grundlagen immer wieder zu üben, verdeutlichte Lars Pietrowski, der maßgeblich an der Planung beteiligt war.

Ganz bewusst habe man sich dazu entschieden, einen Waldbrand zu simulieren. Vor der Winterrückkehr am Wochenende sei die Waldbrandgefahr in der heimischen Region aufgrund fehlender Niederschläge hoch gewesen; in Plettenberg und in Altena musste die Feuerwehr bereits Flächenbrände löschen. Trockene Böden und große Mengen an Totholz in den Wäldern seien auch in Herscheid Risikofaktoren.

Umso wichtiger sei es, im Ernstfall vorbereitet zu sein, betonte Pietrowski. Die zentrale Frage bei Waldbränden sei: Wie kann ausreichend Löschwasser zu der Einsatzstelle beschafft werden, die oftmals nur schwer zu erreichen ist? „Vor diesem Hintergrund wollen wir auch zeigen, wie wir sparsam mit Löschwasser umgehen können“, erläuterte Pietrowski. Dosierter, aber gezielter Einsatz sei die Maxime.

Diese wurde bei der Übung in einem Waldstück unweit des Gerätehauses Ober-Holte befolgt. Zunächst bauten die Einsatzkräfte eine 500 Meter lange Leitung aus B-Schläuchen auf. Auf den letzten Metern von einer Pumpe zum Feuer (aufgeschichtetes Geäst) kamen wesentlich dünnere D-Schläuche zum Einsatz, die etwa den Durchmesser eines Gartenschlauches haben. Dies reiche aus, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Genau das sei das vorrangige Ziel, ergänzte Mit-Organisator Bastian Fürst.

Das THW Attendorn baute neben dem Feuerwehr-Gerätehaus in Ober-Holte ein Auffangbecken auf, das bis zu 5 000 Liter Wasser fasst und das stets befüllt wurde.
Das THW Attendorn baute neben dem Feuerwehr-Gerätehaus in Ober-Holte ein Auffangbecken auf, das bis zu 5 000 Liter Wasser fasst und das stets befüllt wurde. © Dirk Grein

Während das schneebedeckte Umfeld provisorisch gewässert wurde, übten kleine Gruppen am Feuer den Einsatz von Löschrucksäcken, D-Strahlrohren und das Hantieren mit Schüppe, Spaten und Spezial-Werkzeug, um den Boden um die Glutnester auseinanderzuziehen.

Zurück zum zentralen Thema der Wasserbeschaffung: Für diese war Teamwork gefragt. Das THW Attendorn hatte am Gerätehaus ein Auffangbecken aufgebaut mit einem Fassungsvermögen von 5 000 Litern. Aus diesem wurde das Wasser zur Einsatzstelle gepumpt.

Dass dieses Becken stets gefüllt war, dafür sorgten die Löschgruppe Herscheid sowie das THW. Mit vier Einsatzfahrzeugen (je eins von den genannten Gruppen sowie Tanklöschfahrzeuge aus Rärin und Plettenberg-Holthausen) richteten sie einen Pendelverkehr zum etwa zwei Kilometer entfernten Hydranten an der Helle (Abbiegung Am Blumenhang) ein. „Es muss immer Wasser da sein“, verdeutlichte Pietrowski. Das gelang trotz winterlicher Straßenverhältnisse durchgehend, sodass nach vier Stunden die Übung am frühen Nachmittag beendet werden konnte.

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