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Von dem Vorgänger, der Kaiserhalle, zum neuen gesellschaftlichen Mittelpunkt

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Von: Birgit Hüttebräucker

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Auf diesem Foto, das um das Jahr 1900 entstand, erkennt man den Standort der damaligen Wehrhalle am nördlichen Bereich des Hallenplatzes.
Auf diesem Foto, das um das Jahr 1900 entstand, erkennt man den Standort der damaligen Wehrhalle am nördlichen Bereich des Hallenplatzes. © Repro: Hüttebräucker

Schon früh wünschten sich die Herscheider ein Gebäude für Festlichkeiten und kulturelle Veranstaltungen – wie Feuerwehrfest, Sedanfest oder die Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstags des Kaisers. Initiator für die Realisierung einer solchen Festhalle waren die Mitglieder des 1867 gegründeten Wehrvereins.

Herscheid - Für das jährlich stattfindende Wehrfest lieh sich der Verein zunächst ein Zelt, bevor er im Jahr 1874 ein eigenes kaufte. Aufgrund der heimischen Wetterverhältnisse war allerdings abzusehen, dass ein Zelt nicht die dauerhafte Lösung war. So bildete sich im September 1897 eine Hallenbaukommission, die den Plan für den Bau der Festhalle vorbereitete.

Am 13. April 1898 fand die Grundsteinlegung statt. In relativ kurzer Bauzeit wurde das Gebäude von einem Werdohler Bauunternehmer an der nördlichen Seite des Hallenplatzes errichtet und schon im September desselben Jahres wurde die Halle eingeweiht. Da es vor 1900 weder eine zentrale Trinkwasserversorgung noch eine Stromversorgung in Herscheid gab, mussten die Besucher der neuen Festhalle zunächst auf diese Annehmlichkeiten verzichten; mit Öfen wurde für die nötige Wärme gesorgt. Im Jahr 1903 wurde die Wehrhalle dann an das Elektrizitätswerk angeschlossen.

47 Jahre lang stand die Kaiserhalle, wie sie auch genannt wurde, im Mittelpunkt des Herscheider Gemeinschaftslebens, bevor sie am 13. April 1945 durch Artilleriebeschuss zerstört wurde. Der Wehrverein wurde von der britischen Militärregierung verboten und der Hallenplatz beschlagnahmt.

Fünf Jahre später gründete sich der Herscheider Schützenverein und legte in seiner Satzung unter anderem fest, dass zu den Aufgaben des Vereins die Errichtung einer Gemeinschaftshalle gehört. Für die Planung wurde, wie auch schon Jahre vorher beim Wehrverein, eine Hallenbaukommission gebildet.

Schon wieder steht ein Umbau in der Gemeinschaftshalle an: Die Treppe in den Keller wurde bereits zurückgebaut; an dieser Stelle entsteht eine Treppe hoch zur Empore.
Schon wieder steht ein Umbau in der Gemeinschaftshalle an: Die Treppe in den Keller wurde bereits zurückgebaut; an dieser Stelle entsteht eine Treppe hoch zur Empore. © Dirk Grein

Nachdem die Besitzerfrage des Hallenplatzes geklärt war, erfolgte am 6. August 1956, dem Schützenfestmontag, der erste Spatenstich für die neue Gemeinschaftshalle, an der Westseite des Festplatzes. Das Gebäude sollte nicht auf den alten Standort der Kaiserhalle, da man befürchtete, dass durch die Größe der neuen Festhalle der Platz für Veranstaltungen sehr eingeengt würde. Nach neun Monaten wurde am 24. Mai 1957 das Richtfest in der im Rohbau befindlichen Gemeinschaftshalle gefeiert.

Obwohl noch der Außenputz und zum Teil der Innenanstrich fehlten, wurde am 13. November 1957 mit der feierlichen Einweihung die Gemeinschaftshalle ihrer Bestimmung übergeben. Damit ging der langgehegte Wunsch nach einer neuen Festhalle für die Herscheider in Erfüllung: Kulturelle Veranstaltungen, wie sie vor dem Krieg üblich waren und in den vergangenen Jahren mangels Festsaal ausfallen mussten, konnten jetzt wieder geplant werden.

Die Gemeinschaftshalle wurde in den vergangenen Jahrzehnten Mittelpunkt zahlreicher Kulturveranstaltungen, Schützenfeste, Firmenveranstaltungen, Jubiläen, Polterabende, Hochzeiten und vielem mehr. Die damals neue Festhalle wurde von 1957 bis zur Einweihung der Doppelturnhalle am Rahlenberg im Januar 1977 auch für sportliche Aktivitäten genutzt. Diese zahlreichen Veranstaltungen und der Zahn der Zeit führten immer wieder, im und am Gebäude, zu Reparaturen und Veränderungen.

Der Startschuss für die nun anstehenden Umbauarbeiten in der Gemeinschaftshalle ist gefallen.

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