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„Von Anfang an gut aufgenommen“: Ukrainische Kinder in der Grundschule

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Von: Dirk Grein

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Die Herscheider Grundschüler – hier die Drittklässler – haben ihre Gedanken und Gefühle zum Krieg in der Ukraine zu Papier gebracht. Die entstandenen Kunstwerke sind an den Glaswänden rund um die Aula am Rahlenberg ausgehängt.
Die Herscheider Grundschüler – hier die Drittklässler – haben ihre Gedanken und Gefühle zum Krieg in der Ukraine zu Papier gebracht. Die entstandenen Kunstwerke sind an den Glaswänden rund um die Aula am Rahlenberg ausgehängt. © Dirk Grein

Endlich Osterferien, dieser Gedanke vereint Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Grundschule Rahlenberg. Sie alle hoffen, sich in den nächsten Tagen von den zuletzt turbulenten Wochen erholen zu können. Diese brachten Veränderungen für den Schulalltag mit sich.

Herscheid - Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch die Kinder in Herscheid. Der Kenntnisstand ist unterschiedlich, das merken die Lehrer anhand der Nachfragen. Diese werden, so erzählt Rektorin Heike Zilinski, auf kindgerechte Weise von den Lehrern beantwortet. Dabei verlassen sich die Pädagogen auf die Empfehlungen bekannter Kinderpsychologen. Diese besagen: Aufkommende Fragen beantworten, aber das Thema nicht zu sehr vertiefen.

Einen künstlerischen Zugang haben einige Schüler bereits gefunden. Ihre Gedanken und Gefühle rund um die Geschehnisse in der Ukraine haben sie zu Papier gebracht. Die entstandenen Bilder zeigen unter anderem Friedenstauben, verbindende Herzen zwischen den Landesflaggen der Ukraine und Russlands sowie weitere Friedenssymbole. Die großflächig verglaste Aula wurde zur Ausstellungsfläche: Dort sind die Bilder ausgehängt, sodass Fußgänger sie von der Bergstraße aus betrachten können.

Zuwachs erhalten

Mit diesen Werken heißen die Schüler die Familien aus der Ukraine herzlich willkommen: Seit einigen Tagen besuchen Flüchtlingskinder die Grundschule am Rahlenberg. Sie seien zunächst in kleinen Gruppen von zwei bis drei Kindern – je nach Alter – auf die Klassen zwei bis vier aufgeteilt worden, erzählt Heike Zilinski: „Sie sollen von Anfang an gut in unsere Gemeinschaft aufgenommen werden.“

Das Kennenlernen der Personen, aber auch der Rituale und Abläufe stehe in den ersten Tagen im Vordergrund. Die Verständigung funktioniere gut, auch dank der technischen Möglichkeiten. So behelfen sich die Kinder beispielsweise der schuleigenen iPads, um Dinge zu übersetzen. Manche Begriffe werden auch mit Händen und Füßen erklärt. Die Kinder seien sehr bemüht, den Gästen aus der Ukraine den Anfang an der für sie fremden Schule zu erleichtern, sagt die Rektorin.

Sprachunterricht

Die Vermittlung der Unterrichtsinhalte soll ebenfalls nicht auf der Strecke bleiben. So seien Lehrmaterialien in kyrillischer Schrift zusammengestellt worden, damit die Kinder aus der Ukraine diese auch lesen können.

Nach den Osterferien soll dann der Deutschunterricht für die Flüchtlingskinder beginnen. Dafür konnte die Grundschule Rahlenberg erfahrene Unterstützung gewinnen: Gerd Haas möchte sich dieser Aufgabe annehmen. Er war 17 Jahre lang (von 1981 bis 1998) Lehrer an der Grundschule Herscheid, ehe er nach Plettenberg wechselte, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand den Grundschulverbund Halle leitete. Gemeinsam mit weiteren Mitarbeitern will Haas nun einen Beitrag zur Integration der ukrainischen Kinder leisten.

Die Maske fällt

Wie sich das Infektionsgeschehen nach den Ferien entwickelt, das bleibt aus Sicht der Schule ein zentrales Thema. Die letzten Corona-Schnelltests an die Eltern sind längst verteilt, eine Verpflichtung zum Testen gibt es ab sofort nicht mehr.

Die Maskenpflicht im Schulgebäude ist bereits entfallen. „Bei manchen Kindern ist Erleichterung zu spüren“, erzählt Heike Zilinski. Für viele Schüler sei das dauerhafte Tragen eines Mundschutzes während des Unterrichts eine Belastung gewesen. Daher verzichten einige Mädchen und Jungen seit Montag darauf.

Die Schule hatte die Eltern zuvor darum gebeten, mit ihren Kindern darüber zu reden, ob sie an der Maske festhalten wollen oder nicht. Die Mehrheit habe sich in dieser Woche dazu entschieden, weiter an der Maske festzuhalten, dies gelte auch für die Lehrer und die Mitarbeiter des Offenen Ganztags. Weitere Schutzmaßnahmen wie Abstandhalten und regelmäßiges Lüften werden ebenfalls beibehalten.

Die weißen Fußspuren auf den Straßen rund um das Bildungszentrum sollen den Schülern beim Überqueren der Fahrbahnen helfen und Fahrer sensibilisieren.
Die weißen Fußspuren auf den Straßen rund um das Bildungszentrum sollen den Schülern beim Überqueren der Fahrbahnen helfen und Fahrer sensibilisieren. © Dirk Grein

Sicherer Schulweg

Ein Dauerthema am Rahlenberg ist der sichere Schulweg. Dazu zählt beispielsweise auch die Radfahrausbildung, die in Zusammenarbeit mit Dorf-Sheriff Dagmar Eckhardt in den letzten Tagen intensiviert wurde und nach den Ferien zu einem Abschluss gebracht wird.

Besagte Polizistin steht regelmäßig morgens und mittags im Bereich der Schule, um den Fahrzeugverkehr zu überwachen. In Absprache mit dem Bauhof wurden vor einigen Tagen zur Unterstützung der Kinder auf der Bergstraße, aber auch in Nähe des Haupteingangs der Grundschule weiße Fußspuren auf den Fahrbahnen angebracht. Diese sollen den Kindern beim Überqueren der Straße helfen und die Fahrer zusätzlich sensibilisieren.

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