Vollausbau mit Glasfaserkabeln denkbar

Premiumlösung bei Breitbandausbau?

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Nach den Bundes- und Landtagswahlen könnte ein Komplettausbau mit Glasfaserkabeln auch in Herscheid möglich sein.

HERSCHEID - Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Das scheint auch für den Breitbandausbau vor Ort zu gelten. Das ohnehin langwierige Verfahren verzögert sich auf unbestimmte Zeit, weil plötzlich eine zusätzliche Verbesserung der Anbindung an die Datenautobahn im Gespräch ist.

Bürgermeister Uwe Schmalenbach berichtete in der Ratssitzung am Montag von der Möglichkeit eines kompletten Glasfaserausbaus. Damit würde es praktisch keine Einschränkungen mehr im Herunter- und Hochladen von Dateien geben: Die bislang anvisierte Marke von 50 Megabit pro Sekunde würde damit pulverisiert. 

Doch vorerst scheint noch Geduld gefragt zu sein. Die Gemeinde Herscheid hat sich bekanntlich einem kreisweiten Förderantrag für den flächendeckenden Breitbandausbau angeschlossen. Dieser wurde über die Telekommunikations-Gesellschaft Südwestfalen ausgearbeitet – mit Erfolg. 

Zunächst wurde die 50-prozentige Förderung durch Bundesmittel bewilligt und im zweiten Schritt dann auch die Co-Finanzierung durch das Land NRW. Fördermittel in Höhe von rund 25 Millionen Euro standen somit für die 15 Kommunen des Märkischen Kreises parat. 

Dieses Geld sollte ursprünglich für einen Ausbau im Vectoring-Verfahren genutzt werden. Dieses basiert auf einem Glasfaser-Ausbau bis zu den Kabelverzweigern; die Verbindung in die Privathaushalte funktioniert dabei über die vorhandenen Kupferkabel, was einen Qualitätsverlust zur Folge hat. 

Ein kompletter Glasfaserausbau erschien bislang zu teuer. Doch die Situation stellt sich nach den Landtags- und Bundestagswahlen neu dar. Die Fördermöglichkeiten haben sich aufgrund der neuen Regierungsbildungen verändert, aufgestockte Beträge für den Breitbandausbau sind von Seiten der Politik in Aussicht gestellt worden. 

Plötzlich scheint auch ein Vollausbau möglich zu sein, allerdings wohl nicht kurzfristig. Denn das fast schon abgeschlossene Ausschreibungsverfahren müsste europaweit wiederholt werden – und das dauert mehrere Monate. Erst danach könne entschieden werden, ob und in welchen Kommunen ein Glasfaserausbau möglich ist und wo nicht. 

„Wir hoffen auf nähere Informationen in den nächsten Tagen“, sagt Bürgermeister Uwe Schmalenbach. Mit einer zeitnahen Umsetzung sei nicht zu rechnen. 

Kurzfristige Verbesserung könnte hingegen durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau des Netzbetreibers Telekom erzielt werden: Demnach sollen in der Ortslage Herscheid vier Kabelverzweiger ertüchtigt werden; Standorte sind die Plettenberger Straße, die Hohle Straße und die Jahnstraße. 

Zumindest im Dorfbereich dürfte dann eine Versorgungsrate von 16 bis 25 Megabit pro Sekunde erreichbar sein. Nicht nur der Bürgermeister wünscht sich sicherlich, dass dieser Schritt ein Vorgeschmack auf einen kompletten Glasfaserausbau und eine damit einhergehende Verbesserung für alle Bürger in Herscheid ist.

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