„Wir sehnen den Sommer herbei“

Viele kleine Schritte zur Normalität - so sieht der Alltag im Familienzentrum aus

Die erhoffte Lieferung ist angekommen: Erzieherin Nicole Torbow zeigt die Corona-Selbsttests, die am Dienstag im Familienzentrum angekommen sind. Jedes Kind der Einrichtung hat pro Woche Anspruch auf zwei solcher Tests.
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Die erhoffte Lieferung ist angekommen: Erzieherin Nicole Torbow zeigt die Corona-Selbsttests, die am Dienstag im Familienzentrum angekommen sind. Jedes Kind der Einrichtung hat pro Woche Anspruch auf zwei solcher Tests.

Die Corona-Notbremse wirkt sich auch auf das Familienzentrum Unterm Regenbogen aus:Knapp die Hälfte der Kinder, die für die dortige Betreuung eigentlich angemeldet sind (89), bleibt zurzeit zuhause. Das stellt die Erzieherinnen vor ständig neue Herausforderungen.

Herscheid - Denn zum einen gilt ihre Aufmerksamkeit den etwa 45 Mädchen und Jungen, die weiterhin die Einrichtung aufsuchen. Eltern, die berufsbedingt oder wegen wichtiger Termine nicht auf die Betreuung verzichten können, müssen ihren Bedarf neuerdings schriftlich festhalten und einreichen. Dieser Teil der umfassenden Schutzverordnung diene nicht der Kontrolle, sondern der besseren Planbarkeit, erklärt Leiterin Christiane Krüger. Und dies gelinge vor Ort recht gut. „Ich habe das Gefühl, dass die Möglichkeit der Betreuung nicht ausgenutzt wird“, attestiert Christiane Krüger den Eltern Pflichtbewusstsein und Ehrlichkeit.

Zugleich sind sie und ihre Kolleginnen darum bemüht, den Kontakt zu den Kindern, die zurzeit daheim betreut werden, und ihren Eltern nicht abreißen zu lassen. Dies gelinge in erster Linie über die Kindergarten-App, über die regelmäßig über das Geschehen im Familienzentrum informiert wird. Beispielhaft erwähnt die Leiterin die neuen Regeln für das tägliche Miteinander in der Einrichtung, die gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden – sowohl vor Ort, aber eben auch über die App werden die Ideen der Kleinen erfragt und berücksichtigt.

Neben diesem Austausch hat in den letzten Wochen auch der Elternsprechtag auf Distanz stattgefunden. Dabei nahmen Erzieherinnen telefonisch Kontakt zu den Eltern auf. Der Entwicklungsstand der Kinder im Speziellen, aber auch die Corona-Situation im Allgemeinen wurden besprochen. Ein häufig angesprochenes und von den Eltern kritisch hinterfragtes Thema: die von einigen Politikern angedachten Vorteile für geimpfte Personen.

Für Gesprächsstoff im Familienzentrum sorgen auch die Corona-Selbsttests. Nach anfänglichen Verzögerungen ist am Montag die zweite Lieferung eingetroffen. Jedes Kind hat pro Woche zweimal den Anspruch auf einen solchen Test. Wohl gemerkt: Diese sind ausschließlich für den häuslichen Gebrauch gedacht. Den Erzieherinnen sei es nicht erlaubt, die Kinder im Familienzentrum zu testen, sagt Christiane Krüger. Um den Eltern den Gebrauch dieser Tests zu erleichtern, hat die Einrichtungsleiterin über die Kindergarten-App ein Video verschickt, das die Anwendung zeigt.

Hauptsächlich werde das freiwillige Selbsttest-Angebot zurzeit von den Kindern genutzt, die die Einrichtung besuchen. Andere Familien nutzen die Testzentren in Herscheid oder Hüinghausen; zum Teil schicken Eltern die Testergebnisse sogar an das Familienzentrum, obwohl dies keine Pflicht ist. Aber es sei beruhigend zu wissen, dass es denKindern gut gehe, sagt Christiane Krüger. Auch die Erzieherinnen haben die Möglichkeit, sich selbst regelmäßig zu testen oder testen zu lassen. Anfang Juni erhalte das Team zudem die zweite Impfung.

Dies alles seien wichtige Schritte, um sich nach und nach der Normalität anzunähern. „Wir sehnen alle den Sommer herbei“, sagt Christiane Krüger. Sie hofft, dass das bessere Wetter sich auch auf die Psyche auswirkt und dass das Auf und Ab der Gefühle, das zurzeit viele Eltern und Erzieherinnen beschreiben, bald ein Ende hat.

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