Hegering beschreibt veränderte Situation

Viel Betrieb in den Wäldern: Wild reagiert mit Zurückhaltung

Den Jägern fallen immer mehr Waschbären in der heimischen Region auf.
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Den Jägern fallen immer mehr Waschbären in der heimischen Region auf.

Schmerzlich vermisst wurde von den Mitgliedern des Hegering Herscheid das Blasen der Jagdhörner zu Beginn ihrer Jahreshauptversammlung in Schürmanns Landgasthaus. Nicht nur die musikalische Begrüßung hatte Corona torpediert, sondern auch Aktivitäten und jagdliche Höhepunkte.

Herscheid - Erlebnisse wie Drück- oder Ansitzjagden sowie ein Zusammenkommen zum Erfahrungsaustausch gab es nicht. So waren nur Einzeljagden möglich, die trotzdem ein beachtliches Ergebnis in der Streckenliste für das Jagdjahr 2020/2021 aufwiesen. Besonders erwähnenswert, im negativen Sinne, ist die steigende Zahl der Waschbären nicht nur in unserer Region.

„Wir sind relativ gut durch die bisher zurückliegende Zeit der Corona-Pandemie gekommen“, berichtete der Vorsitzende Dr. Mathias Dunkel und erklärte: „Wir haben neue Mitglieder bekommen und konnten unseren Sommeransitz 2021 durchführen.“ Durch das flächenweise Abholzen haben die heimischen Berge und Wälder eine veränderte Ansicht erhalten. Auch seien durch Corona mehr Besucher in den Wäldern unterwegs – bei Tag und Nacht. „Das Wild zog sich noch mehr zurück, als es schon durch die Abholzungsarbeiten der Fall war. Hochsitze wurden zu Treffpunkten von Jugendlichen, die auch Schäden und Unrat zurückließen“, bedauerte der Vorsitzende.

Seine Prognose: Manche Flächen werden nach der Rodung zu Steppen und Urwald. „Aber es wird auch aufgeforstet. Das bedeutet, dass der Wildschadenersatz durch Verbiss anwachsen wird“, so Dr. Dunkel. Er wehre sich dagegen, dass das Risiko der Anpflanzung allein den Jägern überlassen bleibe. Gemeinsam mit der Jagdgenossenschaft soll nach Lösungen gesucht werden.

Dem geschäftsführenden Vorstand des Herscheider Hegerings gehört weiterhin Heinz Brath (Zweiter von rechts) als 2. Vorsitzender und Stellvertreter von Dr. Mathias Dunkel (links) an.

Im Anschluss erklärte Dr. Dunkel den Umgang mit dem erstmals in diesem Jahr fälligen Jahresbeitrag von 45 Euro, der von jedem Jäger erhoben wird. Er löst die Jagdabgabe (ebenfalls 45 Euro) ab, die bis Ende 2020 behördlich eingezogen wurde. Der Unterschied: Der Beitrag wird nun vom Hegering eingezogen, an den Landesjagdverband (LJV) NRW abgeführt, von ihm verwaltet und nur für jagdliche Aufgaben und seine Bereiche eingesetzt.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Bewegungsjagd ist der jährliche Nachweis über eine besondere Schießfertigkeit, der so genannte Schießnachweis. Er wird üblicherweise auf einem Schießstand, alternativ in einem Schießkino, erbracht. Diese Einrichtungen, die durch den Jagdbeitrag der Mitglieder erhalten werden, können auch von Nichtmitgliedern genutzt werden. In der Versammlung wurde die Forderung gestellt, dass das Schießen auf einem Schießstand für Nichtmitglieder wesentlich teurer als bisher werden muss.

Die Wahlmöglichkeit hatten alle anwesenden Mitglieder, doch sie mussten sich nicht quälen, den zweiten Vorsitzenden zu wählen: Heinz Brath hatte sich bereit erklärt, sich ein weiteres Mal wählen zu lassen. Das Ergebnis war ein einstimmiges Votum für ihn.

Streckenliste 2021

Ein junger Hirsch, 91 Stück Damwild (31 männlich, 60 weiblich), 250 Stück Rehwild (118 männlich, 132 weiblich), zusätzlich 51 Stück Fallwild, 59 Stück Schwarzwild (36 männlich, 23 weiblich), 40 Füchse, zwölf Hasen und sieben Waschbären. Schießnachweis am Schießstand: Je drei Schüsse aus einer Entfernung zwischen 48 und 62 Meter – auf den laufenden Keiler (stehend, freihändig), auf den laufenden Keiler angehalten (stehend, freihändig) sowie auf den laufenden Keiler angehalten (sitzend).

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