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Viel Arbeit, die keiner sieht: Jubel-Konfirmationen sind ein Kraftakt

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Von: Dirk Grein

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Insgesamt entstanden rund um die Jubel-Konfirmationen neun Gruppenbilder. Weil die Namenslisten der Teilnehmer noch nicht abgeglichen und übermittelt sind, veröffentlichen wir vorab lediglich dieses Beispielbild einiger Silber-Konfirmanden.
Insgesamt entstanden rund um die Jubel-Konfirmationen neun Gruppenbilder. Weil die Namenslisten der Teilnehmer noch nicht abgeglichen und übermittelt sind, veröffentlichen wir vorab lediglich dieses Beispielbild einiger Silber-Konfirmanden. © Foto: Kaufmann

Aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, bedeutet aber manchmal auch eine gehörige Kraftanstrengung. Diese Erfahrung machte die Evangelische Kirchengemeinde Herscheid bei der Planung und Ausrichtung ihrer Jubel-Konfirmationen.

Herscheid - Wegen der Corona-Pandemie war eine Feier in den letzten beiden Jahren nicht möglich. Die Jubiläen wurden daher in den letzten beiden Wochen nachgeholt. Und das habe eine Menge an organisatorischem Aufwand bedeutet, erklärt Anke Bloch aus dem Evangelischem Gemeindebüro. Ihr oblag es, die Jubilare ausfindig zu machen.

Das sei erstaunlicherweise in den jüngeren Jahrgängen kompliziert gewesen. „Man könnte ja meinen, die seien untereinander über die sozialen Medien miteinander vernetzt, dem ist aber längst nicht immer so“, erzählt Anke Bloch und nennt das Beispiel der Silber-Jubilare, die vor 25 Jahre Konfirmation gefeiert haben.

Als Gründe, warum die Ermittlung der Kontakte ausgerechnet in dieser Altersgruppe so schwierig sei, nennt die Sekretärin Umzüge und Namensänderungen durch Hochzeiten, die häufig in diesem Lebensabschnitt stattfinden. Die Folge: Aus einem der silbernen Nachhol-Jahrgänge meldete sich lediglich ein Konfirmand an, die anderen seien entweder nicht ermittelbar gewesen oder fanden keine Zeit für die Teilnahme.

In den älteren Jahrgängen hingegen seien die Rückmeldungen wesentlich zahlreicher gewesen. Goldene (vor 50 Jahren), Diamant- (vor 60 Jahren), Eisern- (vor 65 Jahren) und Gnaden-Konfirmation (vor 70 Jahren) konnten somit zahlreich gefeiert werden. Insgesamt hatten sich für die Jubel-Gottesdienste in der Apostelkirche 66 Personen angemeldet. „Das war schon eine ganz schöne Herausforderung“, beschreibt Anke Bloch ihre Aufgaben in der Verwaltung.

Gemeindeleben nimmt an Fahrt auf

„Nach der langen Coronazeit wacht das Gemeindeleben allmählich wieder auf“, erzählt Pfarrer Bodo Meier. Allerdings habe die Pandemie vieles verändert. So werden einige Gruppen überhaupt nicht mehr stattfinden (Stichwort Luther-Café). Andere Angebote sind neu eingerichtet worden, wie die Bibelgespräche oder die Offene Kirche. Andere Gruppen stellen sich hingegen nach der langen Pause neu auf: Das Team Familiengottesdienst traf sich erstmals am Donnerstag, das Team Luther-Café kommt am 22. März zusammen.

Neben dem Verschicken der Einladung, dem Erfassen der Daten und der Beantwortung von Rückfragen zählte dazu auch die Ein- und Aufteilung. Aufgrund der Pandemie und der Schutzvorkehrungen „wollten und konnten wir ja nicht alle Jubilare zusammenfassen“, erzählt Pfarrer Bodo Meier. Schließlich bringe jeder Jubilar in der Regel auch immer Angehörige mit, sodass im Vorfeld nicht abzusehen war, wie hoch der Besuch ausfiel.

Letztlich entschied sich die Kirchengemeinde dazu, insgesamt fünf Gottesdienste zu feiern. Bei diesen wurde aus Sicherheitsgründen zwar auf das Abendmahl verzichtet und auch ein ansonsten üblicher Empfang mit Beisammensein im Martin-Luther-Haus sei nicht möglich gewesen. Dennoch sprach Meier von einer angenehmen und schönen Atmosphäre während der Gottesdienste.

In diesem Zusammenhang betonte der Gemeindepfarrer, dass die Konfirmation im Leben eines evangelischen Christen einen hohen Stellenwert habe. Ein solches Jubiläum nach 25, 50 oder mehr Jahren feiern zu können, sei daher nicht nur für die Kirchengemeinde wichtig, um die Zusammengehörigkeit zu verdeutlichen. Auch für die Jubilare seien die Zusammenkünfte eine willkommene Gelegenheit zum Austausch über das, was in den zurückliegenden Jahren alles passiert ist.

Durch die ungewöhnlichen Umstände bleibt es in diesem Jahr nicht bei den beschriebenen fünf Festgottesdiensten anlässlich von Jubel-Konfirmationen. Auch die aktuellen Jahrgänge sollen noch berücksichtigt werden. Gemeindesekretärin Anke Bloch hofft, dass die Ermittlung der entsprechenden Adressen dann unkomplizierter verläuft.

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