L561 zwischen Lüdenscheid und Herscheid wieder frei

Manipulierter Mängel-Lkw kippt in den Silberg-Kurven auf die Seite

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[Update 21.30 Uhr] Herscheid - Zu einem schweren Alleinunfall eines Lastwagens kam es am Montag gegen 11.15 Uhr in der Spitzkehre der Silberg-Kurven. Der Lkw kippte um und blieb auf der Straße liegen. Der 33-jährige Fahrer wurde verletzt, der Verkehr halbseitig via Ampelregelung an der Unfallstelle vorbeigeführt. Am Montagabend war die L561 dann wieder komplett  befahrbar.

Der portugisische Fahrer des Lastwagens war von Lüdenscheid in Richtung Herscheid unterwegs. Nach Angaben von Zeugen, die hinter ihm hergefahren waren, war der Sattelschlepper in den Kurven zu schnell unterwegs, schlidderte über die Straße und kippte um. 

Der Fahrer wurde dabei am Arm und an der Schulter verletzt. Er wurde mit einem Rettungswagen in die Klinik Hellersen in Lüdenscheid gebracht, um dort stationär behandelt zu werden. „Man kann nur von einem glücklichen Umstand sprechen, dass ihm in dem Moment niemand entgegen gekommen ist, sonst wäre es viel schlimmer ausgegangen“, sagte Einsatzleiter Jörg Kessel von der Polizei Lüdenscheid.

Zur Unfallursache kommt nach Meinung der Polizei neben der zu schnellen Geschwindigkeit hinzu, dass sich der Lkw in einem verkehrsgefährdendem Zustand befunden habe. Die Druckluftanlage der Bremse sei manipuliert gewesen, sodass die Bremse an einer Achse komplett ausgeschaltet war. Ebenfalls sei die Achsaufhängung ausgeschlagen, ein Reifen habe zu wenig Profil gehabt und die Ladung auf dem Auflieger sei nicht richtig gesichert gewesen. 

Bei dem Unfall war zudem Dieselkraftstoff ausgelaufen und in das Erdreich geflossen. Die Feuerwehr Lüdenscheid stellte Auffangwannen unter dem Lkw auf und die untere Wasserbehörde wurde gerufen. Sie sorgte dafür, dass das Erdreich abgetragen wurde.

Die Straße war vorerst von Herscheid aus kommend von der Abzweigung in der Hardt bis hinter die Unfallstelle gesperrt. Der Verkehr wurde über Werdohl umgeleitet. Eine Bedarfsampel war schließlich kurzzeitig installiert worden, um einen einspurigen Verkehr zu gewähren. Die Ladung des Aufliegers musste zuerst abgeladen werden, sodass der Lkw mit einem Kran aufgerichtet werden konnte, um diesen für den Abtransport in seine Einzelteile zu zerlegen. 

„Der Lastwagen wird sichergestellt“, sagte Jörg Kessel. Zudem werde das Kontrollgerät – der Fahrtenschreiber – ausgelesen, um festzustellen, wie schnell der Lkw-Fahrer wirklich war.

Der Lkw-Fahrer muss überdies eine erhebliche Sicherheitsleistung zahlen, die sicherstellt, dass ein Strafverfahren in Deutschland durchgesetzt werden kann.

Am Abend war die L561 wieder frei, wie es auf Anfrage aus der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis in Iserlohn hieß.

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