Geldstrafe für 29-Jährigen Verursacher

Urteil zum Frontal-Crash auf L696 gefällt

+
Bei dem Frontal-Zusammenstoß zweier Autos im August 2018 gab es zwei verletzte Männer am Abzweig L696/ L707.

Herscheid - Dass Sekunden über Leben und Tod entscheiden können, wurde gestern Mittag im Gerichtssaal des Amtsgerichts Plettenberg einmal mehr deutlich. Ein 29-jähriger Plettenberger musste sich vor Gericht verantworten, da er am 30. August 2018 bei einem Überholmanöver frontal mit einem entgegenkommenden Auto eines 44-Jährigen kollidierte, der genau wie der Fahrer dabei nicht unerheblich verletzt wurde.

„Es hätte Tote geben können – undenkbar, was geschehen wäre, wenn nur einer von Ihnen beiden einen Kleinwagen gefahren hätte“, stellte die vorsitzende Richterin in der Verhandlung gestern fest, als sich die Beteiligten noch einmal die Skizzen des Unfallortes, also den Kreuzungsbereich L696/ Abzweig L707 Richtung Nordhelle, anschauten.

Zur falschen Zeit am falschen Ort war das Unfallopfer, ein 44-jähriger Maschinenbauingenieur, der auf dem Weg von seiner Arbeitsstätte in Herscheid auf dem Heimweg nach Drolshagen war, also die L696 befuhr, und schließlich Richtung Nordhelle (L707) nach links abbiegen wollte. Er befand sich auf der Abbiegespur.

Der 29-jährige Angeklagte war in die andere Fahrtrichtung unterwegs, kam dem 44-Jährigen also entgegen. Das vor dem 29-Jährigen fahrende Auto war gerade dabei, die Fahrbahn nach rechts zum Abbiegen zu verlassen. Anstatt abzubremsen und auf der Spur zu bleiben, wich er nach links aus, da er es – nach eigener Aussage – nicht mehr geschafft habe, rechtzeitig zu bremsen ohne hinten aufzufahren.

„Plötzlich stand der weiße Phaeton schon direkt vor mir und kam mir entgegen. Es ging alles wahnsinnig schnell, dann kam es zum Zusammenstoß“, schilderte das Opfer, das infolge des schweren Unfalls schwer verletzt wurde: 8 Rippenbrüche, mehrere gebrochene Zehen und einen Mittelfußbruch, eine Prellung des Handgelenks und eine Vielzahl von kleineren Verletzungen lautete die erschreckende Bilanz. Der 44-Jährige sei immer noch nicht beschwerdefrei, habe Gleichgewichtsstörungen und könne noch nicht wieder arbeiten gehen. Nach insgesamt drei Operationen könnten weitere Eingriffe zukünftig noch folgen.

Der Unfallverursacher schwebte sogar in Lebensgefahr und erlitt ebenfalls Knochenbrüche und Verletzungen. Aktuell befinde er sich auch immer noch in Kur. „Mir tut es wahnsinnig leid, was da passiert ist“, zeigte er sein Mitgefühl vor Gericht. Leider könne er das Ganze nicht ungeschehen machen. Der anfängliche Vorwurf des rücksichtslosen Verhaltens des Angeklagten konnte nach mehreren Zeugenaussagen nicht eindeutig geklärt werden.

Deshalb blieb es bei dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung, die in diesem Fall nicht abgestritten werden konnte. Somit waren sich sowohl Staatsanwältin, Richterin und auch die Vertreterin der Nebenklage einig, dass ein Urteil ausgesprochen werden musste.

Letztendlich wurde der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2800 Euro verurteilt. Der Führerschein war ihm nach der Tat entzogen worden. Er bekommt ihn wieder, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Außerdem trägt er die Kosten des Verfahrens.

Das Unfallopfer, das zur falschen Zeit am falschen Ort war, dürfte davon wenig haben. Der 44-Jährige wird vermutlich noch bis ins hohe Alter mit den Folgen der Verletzungen zu kämpfen haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare