Umbau wird dokumentiert

Rückbau des Fliegerheims am Habbel hat begonnen

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Die letzten Erinnerungen an das „schönste Fliegerheim des Sauerlandes“, wie es die Flieger oft genannt haben: Ein Bagger begann gestern Vormittag mit dem Abriss.

HERSCHEID - Ein Kapitel Hüinghauser Geschichte endet: Das Fliegerheim am Habbel wird seit gestern abgetragen.

„Wenn diese Hütte Geschichten erzählen könnte, das würde ein schönes Buch geben“, meint Daniel Gärtner ein wenig wehmütig. 

Der Vorsitzende der Fliegergruppe Plettenberg-Herscheid kennt das Fliegerheim von Kinderbeinen an. Er hat am Habbel unzählige Stunden verbracht, mit Vereinskollegen über das Fliegen geplaudert und ist immer wieder voller Freude zu Rundflügen gestartet. 

Das kleine Clubhaus war nicht nur Herzstück der Fliegergruppe, hier fanden auch rauschende Dorffeste der Hüinghauser statt und die Landwirte – die einst einen eigenen Schlüssel besaßen – gönnten sich während der Feldarbeit manch eine Verschnaufpause. 

Kein Wunder also, dass die Flieger den nun beginnenden Rückbau mit einem weinenden Auge verfolgen – viele verbinden besondere Momente mit dem Clubhaus, welches zuletzt einfach nicht mehr zeitgemäß war. 

„Das schönste Fliegerheim im ganzen Sauerland“, wie es oft liebevoll genannt wurde, wird dem Erdboden gleich gemacht. Nach einer Abschiedsfete im kleinen Kreis entkernten die Mitglieder das Gebäude am Wochenende, entnahmen Fenster, Einrichtungsgegenstände und auch den Ofen. 

Am Montag dann rückten die Mitarbeiter der Firma Tiefbau Dunkel mit einem Bagger an und zerlegten den Bretterbau, der 1962 in Betrieb genommen wurde und 30 Jahre später durch das Aufstellen eines Containers um eine Küche und Toilettenanlagen erweitert worden war. 

In der Zwischenzeit aufgetretene Schäden wurden meist nur provisorisch behoben. Zuletzt hatte der Sturm Kyrill dem Heim stark zugesetzt. Man sei an einem Punkt angekommen, an dem weitere Reparaturen keinen Sinn mehr machen, betont der Vorsitzende Daniel Gärtner. 

Um dem Flugsport auch langfristig in Hüinghausen ein Zuhause zu schenken, erarbeitete ein vereinsinterner Bauausschuss die Ausbaupläne, die nun umgesetzt werden. Sobald das alte Heim abgetragen worden ist, soll die Bodenplatte für den Neubau gegossen werden. 

Entstehen soll ein modern ausgestattetes, einstöckiges Gebäude mit schrägem Pultdach, in dem neben dem Clubheim auch ein Schulungsraum, eine neue Küche sowie Toilettenanlagen vorgesehen sind. Auch ein verglaster Ausguck auf die Fliegerwiese soll erhalten bleiben. 

„Vor uns liegt ein ganz besonderes Jahr“, weiß Daniel Gärtner, der froh ist, dass die Mitglieder die Planungen mittragen und ihre Unterstützung zugesagt haben. Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde daher besprochen, die Zahl der mindestens zu leistenden Arbeitsstunden von 40 auf 60 zu erhöhen. 

Durch einen großen Anteil an Eigenleistung sollen die Kosten so niedrig wie gering gehalten werden; ohnehin liegen die Ausgaben bei rund 300 000 Euro. Um den Baufortschritt zu dokumentieren, haben die Flieger eine Kamera am Habbel installiert. Auf der Vereinshomepage sollen in den kommenden Wochen stets aktuelle Bilder gezeigt werden. 

Auf dem Vereinsgelände ist derweil Improvisationstalent gefragt: In der Werkstatt wird eine kleine Kaffeeküche eingerichtet; der Flugbetrieb soll unter den Arbeiten indes nicht leiden. Auch das Vereinsleben soll durch die Baustelle nicht geschmälert werden – der Vorsitzende erhofft sich sogar eine weitere Stärkung des Zusammenhalts: „Wir alle freuen uns natürlich auf den Neubau.“ Gärtner rechnet mit einem raschen Baufortschritt, sodass „wir rechtzeitig vor Wintereinbruch die Haustür abschließen können.“

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