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Überraschende Kündigung: Bauamtsleiter verlässt das Rathaus

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Von: Dirk Grein

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Erst im Mai 2021 wurde Jan Koopmann (vorne rechts) zum Fachbereichsleiter Bauen im Herscheider Rathaus ernannt. Diese Stelle gibt er zum Jahreswechsel auf.
Erst im Mai 2021 wurde Jan Koopmann (vorne rechts) zum Fachbereichsleiter Bauen im Herscheider Rathaus ernannt. Diese Stelle gibt er zum Jahreswechsel auf. © Hochstein / Gemeinde Herscheid

Überraschende Nachricht aus dem Rathaus: Nach knapp eineinhalb Jahren im Amt verlässt Bauamtsleiter Jan Koopmann die Gemeindeverwaltung. Ab dem 1. Januar muss der Fachbereich übergangsweise ohne Leitung auskommen – die laufenden Großprojekte sollen davon allerdings nicht betroffen sein.

Herscheid - Sanierung der Gemeinschaftshalle, Freibad-Umbau, dritter Bauabschnitt des Bildungszentrums Rahlenberg, die Umsetzung der Dorfentwicklungskonzeptes Hüinghausen, Umbauten der Feuerwehrgerätehäuser Herscheid und Rärin: Im Bereich Bauen tut sich in Herscheid einiges. Für die Verwaltung kommt der nahende Abschied Koopmanns zur Unzeit: Einen Übergang samt Einarbeitung eines Nachfolgers wird es nicht geben können, ist die Stelle der Fachbereichsleitung erst seit einigen Tagen ausgeschrieben.

„Wir werden im Team dafür Sorge tragen, dass die Projekte fortgesetzt werden“, erklärt Sabine Plate-Ernst, Personalchefin im Rathaus. Sie betont, dass diesem Team Mitarbeiter mit zum Teil jahrelanger Erfahrung angehören, die mit den Abläufen und den Baumaßnahmen vertraut seien. Unter anderem ist Lothar Weber weiter für die Gemeinde tätig: Der ehemalige Bauamtsleiter und Vorgänger Koopmanns trat zwar in den Ruhestand ein, schloss aber mit der Gemeinde einen Ein-Jahres-Vertrag ab und arbeitet mit reduzierter Stundenzahl und angepasstem Pensum weiter.

Das laufende Geschäft soll unter dem Abschied Koopmanns nicht leiden. Und doch wird es keinen sofortigen Eins-zu-Eins-Ersatz geben können. Die Suche nach Fachkräften ist – nicht nur bei Verwaltungen – schwierig; die gesperrte Autobahnbrücke verschärft diese Situation in der heimischen Region. Dennoch zeigt sich Sabine Plate-Ernst optimistisch, zeitnah eine neue Fachbereichsleitung finden zu können. Sie verweist auf die Stärken der Gemeinde und ein „attraktives Arbeitsumfeld“.

Vorzüge, die auch Jan Koopmann hervorhebt. Herscheid sei eine lebens- und liebenswerte Kommune mit guten Zukunftsperspektiven. Entsprechend schwer sei ihm die Entscheidung gefallen, diesen Arbeitsplatz aufzugeben und das Team, in dem eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet werde, zu verlassen.

Jedoch sei in ihm der Wunsch gereift, sich beruflich neu zu orientieren: Anstelle der Kerngebiete Planen und Bauen soll der Bereich IT (Informationstechnik) künftig einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit bilden. Wohin ihn sein weiterer beruflicher Weg führe, das wollte Koopmann noch nicht verraten. So viel stehe fest: Die weitere Entwicklung der Ebbegemeinde werde er im Blick haben und bis zum Ende des Jahres alles dafür tun, die Übergabe mit seinen Kollegen vorzubereiten.

Den Schritt, das Bauamt in Herscheid zu übernehmen, bereue er keinesfalls. Die zurückliegenden Monate seien abwechslungsreich, aber auch herausfordernd gewesen. Allein die Preisexplosionen im Bausektor erschwerten seine Arbeit und sorgten für hohe Hürden. Dennoch habe er sich im Rathaus stets gut aufgehoben gefühlt: „Ich werde daher mit einem weinenden Auge gehen“, betont der Lüdenscheider.

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