Über 3 700 Bücher warten in Herscheids Gemeindebücherei auf neue Leser

„Wünschen uns mehr Betrieb“

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Die Gemeindebücherei bietet Lesestoff für alle Altersgruppen: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Ulrike Hilleke (links) und Rita Bolinski (rechts) präsentieren die Kinder- und Jugendecke.

HERSCHEID - Eine riesige Auswahl an aktuellen Bestsellern und beliebten Klassikern, persönliche Beratung, kostenfreie Nutzung: Die Gemeindebücherei bietet ein beachtliches Freizeitangebot, kämpft aber mit der Wahrnehmung im Dorf.

Rund 100 Personen sind auf den Karteikärtchen im Büro der Bücherei festgehalten. „Viele davon sind lediglich Karteileichen“, sagt Ulrike Hilleke. Gemeinsam mit Rita Bolinski kümmert sie sich am letzten Tag vor der Sommerpause um die Anliegen der Besucher. Der ganz große Ansturm bleibt dabei jedoch aus, wie so häufig. Auf etwa zehn bis zwölf Personen schätzen die beiden ehrenamtlichen Helferinnen den festen Kundenstamm. 

„Wir hätten gern mehr Betrieb“, sagt Rita Bolinski. Sie selbst „verschlingt“ pro Woche ein bis zwei Bücher – mit Vorliebe Thriller, sofern sie nicht zu verwirrend sind. „Es sollte nicht zu blutrünstig sein“, stimmt ihr Ulrike Hilleke zu. Ihr letztes geliehenes Buch (von der Autorin Karin Slaughter) habe sie nach wenigen Seiten wieder zuklappen müssen. „Das war überhaupt nicht mein Fall.“ 

Derlei Tipps geben die vier Helferinnen – zu denen neben dem genannten Duo noch Annemarie Schmidt und die „Chefin“ Irmhild Lüsebrink zählen – gern an die Besucher weiter. Angesichts einer Auswahl von über 3 700 Büchern, die in den drei Zimmern zu finden sind, werden die Ratschläge häufig angenommen. Zumal die Mitarbeiterinnen die Vorlieben der Stammkunden inzwischen gut einschätzen können. „Wir gehen auch gern auf Wünsche ein und versuchen, diese zu erfüllen“, hebt Rita Bolinski die Vorzüge des persönlichen Kontakts hervor. 

Meistens seien es ältere Personen, die die Öffnungstage besuchen. Sie kommen, um sich ein gedrucktes Buch auszuleihen; E-Books seien nicht gefragt. Eine Ausstattung mit digitalen Medien sei auch deshalb schwierig, weil die Ausstattung der Bücherei aus privaten Bücherspenden besteht und durch Zuschüsse der Gemeinde aufgewertet wird. Durch diese Unterstützung werden regelmäßig Neuerscheinungen der aktuellen Bestsellerlisten hinzugekauft. 

Neben der Sortierung nach gebundenen Werken und Taschenbüchern gibt es in der Bücherei einen Raum für den Nachwuchs. „Ein Jugendlicher hat sich für die Sommerzeit gleich einen ganzen Schwung Bücher gesichert“, erzählt Rita Bolinski. 

Sie freut sich außerdem darüber, am letzten Tag vor der Sommerpause drei neue Kundenpässe ausfüllen zu können. Einer davon gehört Anneliese Walter, die nach einigen Jahren der Pause nun wieder häufiger das Angebot der Bücherei nutzen möchte. „Bei dieser Sommerhitze kann ich nicht so viel draußen arbeiten, daher bleibt mehr Zeit zum Lesen“, erzählt die Herscheiderin. Sie hat sich unter anderem ein Buch von Arno Surminski ausgesucht, denn „den habe ich bereits bei einer Lesung in Herscheid erlebt“. 

Auf der Suche nach Romanen ist hingegen Shielan Hussein. Sie wohnt seit drei Jahren in der Ebbegemeinde und weiß das Angebot der Gemeindebücherei sehr zu schätzen. „Bücher haben mir dabei geholfen, meinen Wortschatz zu erweitern und die deutsche Sprache lieben zu lernen“, sagt sie. Vor allem die Werke von Nicholas Sparks haben es ihr angetan; natürlich ist der beliebte US-Autor mit mehreren Büchern in der Bücherei vertreten. 

Die Gemeindebücherei legt eine einmonatige Sommerpause ein. Der nächste Öffnungstag ist der 23. August. Ab dann laden die vier Mitarbeiterinnen immer donnerstags von 16.00 bis 17.30 Uhr in die Räume im Rathaus-Mitteltrakt (Kellergeschoss) ein.

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