Trotz neuer Mitstreiter bleiben die Nachwuchssorgen der Hüinghauser Sänger bestehen

Pfadfinder unterstützen die Silvestersänger

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Rund 20 Sänger aus Hüinghausen und Umgebung hatten sich an der Rammberghalle eingefunden, um ihren musikalischen Rundgang durch das Dorf zu starten.

HERSCHEID - Böllern, Bleigießen und besondere Buffets sind Traditionen, die an Silvester gerne gepflegt werden. Hinzu kommt in vielen Orten eine musikalische Gewohnheit: Das Silvestersingen, welches zum Jahresausklang auch in Hüinghausen auf dem Programm stand und zahlreiche Dorfbewohner erfreute. 

Mit altbekannten Kirchenliedern, wie „Vom Himmel hoch da komm ich her“ und „Unser Herrscher, unser König“, bereiteten die Sänger ihr Publikum auf den Übergang in das neue Jahr vor. 

Seit über 100 Jahren treffen sich Männer am 31. Dezember, um ihren musikalischen Neujahrsgruß an vielen verschiedenen Standorten im Dorf weiterzugeben und möglichst viele Spenden für den guten Zweck einzusammeln. „Früher sind die Sänger noch an jede Haustür gekommen, aber das ist in Hüinghausen nicht mehr möglich. Denn dafür sind es hier mit etwa 1 000 Einwohnern mittlerweile einfach zu viele Leute. Deshalb konzentrieren wir uns auf 35 Treffpunkte, an denen wir Station machen und möglichst viele Zuhörer erreichen möchten“, erklärte Nikolai Frunzke. 

Der Gruppenleiter hatte sich im Vorfeld Sorgen um die Durchführung gemacht: „Leider ist unsere Personaldecke zuletzt deutlich dünner geworden, da langjährige Mitglieder aus Altersgründen ausscheiden und wir, wie viele Vereine, mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen haben. Dabei sind wir ja nur ein loser Zusammenschluss, bei dem jeder einfach mitmachen kann“, sagte Frunzke. 

Doch die Werbemaßnahmen waren diesmal – zumindest bedingt – von Erfolg gekrönt, eine Hand voll neuer Mitstreiter schloss sich der Gruppe an. Erstmals mit dabei waren übrigens die Pfadfinder, die getreu der Devise „Jeden Tag eine gute Tat“ diesen alten Brauch unterstützten. Alle Neulinge wurden während des Rundganges standesgemäß vereidigt und wohlwollend in der Gemeinschaft aufgenommen. 

So machten sich rund 20 sangesfreudige Männer und auch ein Mädchen vom Startpunkt an der Rammberghalle auf den Weg, der die Gruppe zunächst zum Haus Habbel und zum Flugplatz führte. Anschließend ging es in das Oberdorf und nachdem der Westteil von Hüinghausen mit mehreren Auftritten besucht war, wartete eine Pause in der Rammberghalle. Dort stärkten sich die Sänger mit heißer Fleischwurst und kühlen Getränken. 

Mit neuem Elan begaben sich die Sänger danach auf die andere Dorfseite in Richtung Bahnhof und steuerten auch das Neubaugebiet an. „Für uns ist das fast wie ein Arbeitstag, denn wir sind insgesamt acht Stunden unterwegs und legen dabei eine beachtliche Strecke zurück. Wenn wir mehr Sänger wären, könnten wir uns aufteilen und die Strecken absprechen. Aber für uns ist die Hauptsache, dass wir den Leuten mit unserem Besuch eine Freude machen“, erinnerte Nikolai Frunzke. 

Den Hüinghausern ist jedoch nicht nur der Erhalt lieb gewonnener Traditionen wichtig, sondern auch die Förderung der Jugendarbeit. Deshalb geht der gesammelte Geldbetrag, wie auch in den letzten Jahren, ausschließlich an Einrichtungen für den heimischen Nachwuchs. Die Hauptnutznießer sollen wieder die Grundschule und die Kindertagesstätte in Hüinghausen sein, aber auch die Pfadfinder, die Jugendfeuerwehr, die DLRG-Jugend und das DRK Herscheid sollen mit Spenden bedacht werden. Die genaue Aufteilung der Summe erfolgt beim Treffen der Silvestersänger Anfang Dezember.

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