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Trotz Gaskrise: Wassertemperatur im Freibad wird vorerst nicht gesenkt

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Von: Dirk Grein

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Kopfüber stürzten sich einige Mutige ins kühlende Nass.
Kopfüber stürzten sich einige Mutige ins kühlende Nass. © Opfermann, Johannes

Die Hitze sorgte am Dienstag für Hochbetrieb im Freibad. Die Besucher sehnten sich nach einer Abkühlung und fanden diese in den angenehm temperierten Becken. Doch wie lang können sich die Schwimmer angesichts der Gaskrise daran noch erfreuen?

Herscheid - Die Bundesregierung hat die zweite von insgesamt drei Krisenstufen im sogenannten Notfallplan Gas ausgerufen. Dadurch verschärft sich die Situation weiter, das Thema Energiesparen wird in Privathaushalten, bei Unternehmen und Kommunen zunehmend diskutiert. Das gilt auch für die Gemeindeverwaltung in Herscheid, die das Familienfreibad betreibt.

„Wir warten die weiteren Entwicklungen ab“, sagt Bürgermeister Uwe Schmalenbach auf Nachfrage unserer Zeitung. Anzeichen dafür, dass die Reserven knapp werden, habe es seitens des Gasversorgers bislang noch nicht gegeben. Mit diesem hat die Gemeinde einen Liefervertrag für diese und die nächste Saison abgeschlossen. Sollten jedoch die Vorräte in den Speichern knapp werden und keine Lieferung mehr aus dem Ausland erfolgen, dann wäre der Vertrag nicht mehr einzuhalten.

Besonders bei den Kindern ist das Herscheider Freibad überaus beliebt: Die kleine Lara genoss am Dienstag die Abkühlung im Planschbecken.
Besonders bei den Kindern ist das Herscheider Freibad überaus beliebt: Die kleine Lara genoss am Dienstag die Abkühlung im Planschbecken. © Sonja Grein

Für kurzzeitige Entspannung in dieser Hinsicht sorgt die eingangs erwähnte Sommerhitze. Aufgrund der hohen Tag- und Nacht-Temperaturen müsse das Wasser in den Schwimmerbecken zurzeit nicht zusätzlich erhitzt werden, was sich positiv auf die Gasverbräuche auswirken dürfte, sagt Schmalenbach. Mit den angestrebten 23 bis 24 Grad Wassertemperatur sei die Herscheider Einrichtung ohnehin in einem vergleichsweise niedrigen Bereich, der – sofern keine Anordnungen von oben kommen sollten – vorerst nicht unterschritten werden soll.

„Ich hoffe, dass wir dieses Niveau zumindest noch in den Sommerferien halten können“, will der Bürgermeister nicht zu weit in die Zukunft blicken. Zumindest für die unterrichtsfreie Zeit sei es seiner Meinung nach wünschenswert, die Wassertemperatur nicht abzusenken, insbesondere im Sinne der Kinder. Denn die Heizung des Herscheider Bades sei technisch nicht dazu in der Lage, die einzelnen Becken unterschiedlich zu steuern.

Hitze sorgt für neuen Besuchersaisonrekord

„Das wird ein neuer Saisonrekord in diesem Jahr“, stellte Betriebsleiterin Heidi Schreiben bereits am frühen Dienstagnachmittag fest. In der Zeit zwischen 6 und 15.30 Uhr waren bereits 1600 Badegäste gezählt worden. Bis zum Tagesende werde sicherlich noch die 1900 geknackt, schätzte Schreiber. Gummersbach, Olpe, Neuss: Auf den prall gefüllten Parkplätzen am Bad waren nicht nur MK-Kennzeichen zu sehen.

Bedeutet: Falls die Temperatur gesenkt werden muss, dann in allen Becken gleichermaßen. Im Schwimmerbereich würde das weniger ins Gewicht fallen, weil die Besucher dieses ohnehin in erster Linie dazu nutzen, um ihre Bahnen zu ziehen. Doch im Nichtschwimmer- und im Kleinkinderbecken wäre dies schon eher spürbar, schätzt der Bürgermeister, der darauf verweist, dass Kinder ein anderes Kälteempfinden haben.

Keinen Einfluss habe die Hitze derweil auf die Temperaturen des Duschwassers im Freibad. Dort müsse das Wasser aus hygienischen Gründen und der Vermeidung von Legionellenbildung wegen erhitzt werden. Auch dabei sei laut Schmalenbach daher keine Veränderung geplant.

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