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Trapez reicht bis zum Hallendach: Mitmachzirkus begeistert Grundschüler

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Von: Dirk Grein

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Ein imposanter Aufbau, der bis unter das Dach der Turnhalle reicht: Das Trapez allein ist ein Hingucker. Beim Training daran zeigten die Kinder große Freude und wurden von ihren Mitschülern mit Applaus für jedes Kunststück belohnt.
Ein imposanter Aufbau, der bis unter das Dach der Turnhalle reicht: Das Trapez allein ist ein Hingucker. Beim Training daran zeigten die Kinder große Freude und wurden von ihren Mitschülern mit Applaus für jedes Kunststück belohnt. © Foto: Grein

Nehmt die Hände nah an die Füße, dann ist es leichter. Und achtet nach dem Abrollen darauf, elegant wieder aufzuspringen“, sagt Jan Selmar. Gesagt, getan: Der Zirkustrainer zeigt den Grundschülern sogleich, wie er sich die Rolle und den darauf folgenden Strecksprung vorstellt. Bis zur Aufführung am Freitag liegt noch jede Menge Training vor den Grundschülern.

Herscheid - Dieses gehen die Dritt- und Viertklässler mit großem Elan an. Nachdem das Zirkusprojekt bereits zweimal wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, ist die Durchführung nun endlich möglich, wenn auch in abgespeckter Manier.

Der wohl auffälligste Unterschied: Der Zirkus Dobbelino hat nicht – wie bei seinen bisherigen beiden Gastspielen vor Ort – ein großes Zelt auf dem Freibadparkplatz aufgebaut. Stattdessen nutzen sie die Turnhalle am Rahlenberg für das Trainieren und auch für die abschließenden Zirkusvorstellungen.

Feuerspucken und Clownerie entfallen

Dem Hygiene- und Raumnutzungskonzept der Grundschule Rahlenberg entsprechend sind auch im Programm einige Abstriche nötig. Für zusätzliche Angebote wie etwa die Clownerie wäre zusätzliches Personal notwendig, doch genau an diesem Punkt versuchen die Beteiligten, sich auf ein Minimum zu beschränken. Zudem gilt für die Erwachsenen in der Turnhalle Maskenpflicht. Schon allein deshalb und aufgrund der geschlossenen Räumlichkeit wäre eine Durchführung der Gruppe Feuerspucken in dieser Woche nicht möglich.

Das Dobbelino-Team ist mit vier Mitarbeitern vor Ort, die von den Klassen- und Sportlehrern unterstützt werden. Außerdem richtet sich das Angebot nur an die Dritt- und Viertklässler, die in ihre Jahrgänge aufgeteilt trainiert werden. Die Erst- und Zweitklässler kommen dafür am Freitag in den Genuss, die Gala-Vorstellung ihrer Mitschüler aus der ersten Reihe miterleben zu dürfen.

Ganz schön wackelig: Doch mit jedem Gang über das Drahtseil gewinnen die Schüler an Sicherheit.
Ganz schön wackelig: Doch mit jedem Gang über das Drahtseil gewinnen die Schüler an Sicherheit. © Foto: Grein

Dabei können sich die Kleinsten auf ein tolles Programm freuen – das war schon bei den ersten Einheiten am Montagvormittag zu sehen. Imposant ist allein das Trapez, das bis unter die Hallendecke reicht. An diesem übten die Kinder Gleichgewicht an Seilen und Schaukeln. Körperbeherrschung war auch an der Station nebenan gefragt: Beim Seiltanz waren einige Kinder zunächst noch etwas wacklig auf den Beinen. Doch bekanntlich macht Übung ja den Meister – und Freude macht der schrittweise Spaziergang auf den Seilen ausnahmslos allen Kindern.

Ganz gleich ob Leiterakrobatik oder Trampolinspringen: Viele sportliche Elemente sind in den Zirkusalltag eingebaut. Einige Dinge kennen die Schüler bereits, doch wie bei der eingangs erwähnten einfachen Rolle gelten für die Zirkusshow besondere Vorgaben, damit die Nummer am Ende besonders künstlerisch aussieht.

Eltern helfen bei Auf- und Abbau

So übten die Kinder beispielsweise das Marschieren im Takt – warum sie dabei Helme trugen, blieb vorerst ein Geheimnis. Wie die Zirkusmitarbeiter verrieten, wird in jeder Gala auch eine kleine Geschichte erzählt und die wird im Vorfeld nicht verraten, damit die Spannung erhalten bleibt.

Schulleiterin Heike Zilinski zeigte sich bei einer Stippvisite am Montag hocherfreut über den Elan des gesamten Teams. Zu diesem zählen auch die Eltern, die bereits am Sonntag bei Ankunft des Zirkus’ beim Aufbau mit angepackt und die sich dazu bereiterklärt haben, nach der Gala am Freitag auch beim Abbau zu helfen.

Am meisten freute sich die Schulleiterin, dass nach all den Unsicherheiten und Veränderungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, nun wieder eine Aktion möglich ist, die den Schulalltag aufwertet, die ihn besonders macht. Das Glänzen in den Augen der Kinder zeigt, dass auch sie sich freuen, dass unter Einhaltung aller Schutzvorgaben (unter anderem drei Schnelltests pro Woche) endlich wieder ein Mitmachzirkus an der Schule gastiert.

Förderprogramm „Aufholen nach Corona“

Eigentlich soll das Mitmachzirkus-Projekt an der Grundschule Rahlenberg alle vier Jahre stattfinden. Der für 2020 geplante Termin war aufgrund der Pandemie nicht durchführbar. Ziel der Schule ist es, dass alle Schüler in den Genuss dieser besonderen Aktion kommen. Damit dies auch für die jetzigen Erst- und Zweitklässler gilt, denen bei der jetzigen Aktion die Zuschauerrolle zufällt, ist die nächste Wiederholung bereits für den September 2023 geplant. Mögliche Termine seien bereits reserviert, erzählt Schulleiterin Heike Zilinski. Die Kosten für dieses Projekt können Schule und Gemeinde durch Fördergelder aus dem Programm „Aufholen nach Corona“ aufbringen.

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