Rührende Geschichte aus dem MK

Nach Sturm im MK: Hündin rettet Baby-Eichhörnchen vor dem Tod

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Babys – ganz gleich ob Mensch oder Tiere – brauchen Wärme. Daher kuschelten sich die etwa vier Wochen alten Eichhörnchen eng aneinander.

Herscheid – Als Kinderkrankenschwester hat Anke Scherwinski schon so manchem Baby helfen können. Doch in diesem besonderen Fall rettete die Herscheiderin gleich drei Sprösslingen das Leben – genauer gesagt drei Eichhörnchenbabys.

Zu verdanken hat sie diesen tierischen Einsatz ihrer Hündin Pia. Diese war am Sonntag während des Sturms merkwürdig aufgeregt, das Wetter schien sie zu beunruhigen. Daher gönnten Anke und Jörg Scherwinski ihrem Vierbeiner ein wenig Auslauf auf dem eigenen Grundstück, welches sich am Fuße des Ebbegebirges befindet. 

Gezielt steuerte Pia einen Baum an. Dort machte die Hündin eine Entdeckung: Ein Kobel war aufgrund der Sturmböen aus den Ästen gefallen. In diesem Nest befanden sich drei hilflose Eichhörnchenbabys. Anke Scherwinski war sofort klar, dass den Tieren rasch geholfen werden musste. Aber wie macht man das bei Eichhörnchen? 

Zunächst einmal nahm sie den Kobel mitsamt der Tierbabys mit in die Wohnung. „Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Babys Wärme brauchen“, erinnerte sich die Herscheiderin. Sie wickelte das Nest in eine kuschelige Decke ein und holte eine Wärmflasche herbei. 

Nach dieser Erstmaßnahme recherchierten die Scherwinskis im Internet, wo sie auf die Seite „Eichhörnchen in Not“ stießen. Dort wurden sie in ihrem Denken bestätigt, dass die kleinen Nagetiere umgehend Wärme benötigen. Aufgrund des Sturmtiefs waren die Tiere im Freien zwar Kälte ausgesetzt. „Aber sie machten trotzdem einen guten Eindruck auf uns“, sagt Anke Scherwinski. 

Über die Internetseite wurden die Herscheider an die nächste Auffangstation für Eichhörnchen mit freien Kapazitäten vermittelt. Helga Meißner aus Fröndenberg kümmert sich bereits seit über 20 Jahren um Eichhörnchen in Not. Die Expertin lobte die Scherwinskis für ihr rasches Handeln, ohne das die etwa vier Wochen alten Babys gestorben wären. 

Nachdem per Ferndiagnose sichergestellt werden konnte, dass die Tiere unverletzt waren, trugen die Herscheider den Kobel wieder an die Stelle, wo sie ihn gefunden hatten. Der Grund: Auf diese Weise sollte der Mutter der Eichhörnchen die Möglichkeit gegeben werden, ihren Nachwuchs wiederzufinden. 

Hündin Pia und ihre Besitzer hatten ein wachsames Auge auf die Szenerie. Weil sich nach zwei Stunden keine Änderung eingestellt hatte, der Sturm aber immer heftiger wurde, holten die Scherwinskis die Nager wieder zu sich ins Warme. Auf Anraten der Expertin wurden die Babys mit Hilfe einer Einwegspritze mit einer Traubenzuckerlösung versorgt. Bewacht von Hündin Pia verbrachten die drei Babys eine ruhige Nacht unweit des Holzofens in der Küche. 

Ein weiterer Versuch der Muttersuche am nächsten Morgen schlug fehl. Daher entschieden sich die Scherwinskis dazu, die Tiere in die Obhut von Helga Meißner zu übergeben. „Das sind doch Lebewesen und obendrein Babys, wir mussten ihnen einfach helfen“, sagt die Herscheiderin. 

Nach einer Stunde Autofahrt konnten die zierlichen Wesen an die Expertin übergeben werden. Und die sparte nicht an Lob: „Die Finder haben alles richtig gemacht“, sagt die Tier-Homöpathin, die 60 bis 80 Eichhörnchen pro Jahr aufnimmt. Sie wird die Tiere aus dem Ebbe in den nächsten Wochen pflegen und aufpäppeln. Sobald sie groß genug sind, werden die Eichhörnchen in ein Außengehege umziehen, um das Klettern und Springen zu lernen. Etwa im Alter von drei Monaten werden sie im Wald ausgesetzt und freigelassen. 

Das Ehepaar Scherwinski ist glücklich und froh, mit Hilfe der Notfallstation den Tieren geholfen zu haben. „Wir wünschen den drei Kleinen viel Glück auf ihrem weiteren Weg und hoffen, dass noch mehr Hörnchenbabys auf diese Weise gerettet werden können.“

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