1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Herscheid

Testfreier Eintritt für Geboosterte: Gastronomen erleichtert

Erstellt:

Von: Ines Engelmann

Kommentare

Erleichterung bei den Herscheider Gastronomen: Geboosterte erhalten bei 2 G-plus auch ohne Test Zugang.
Erleichterung bei den Herscheider Gastronomen: Geboosterte erhalten bei 2 G-plus auch ohne Test Zugang. © Foto: DPA

Die neue Corona-Schutzverordnung trat in NRW am Donnerstag in Kraft. Vor allem Restaurantbesucher müssen nun neue Regeln beachten – für sie gilt jetzt die 2 G-plus-Regel.

Herscheid - Geimpfte und Genesene müssen demnach einen negativen Corona-Test nachweisen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Geboosterte. Das freut die Herscheider Gastronomen, die optimistisch in die Zukunft blicken.

So ist die Situation im Café-Restaurant Vedder

„Wir sehen die Regelungen als Schutz für uns und unsere Angestellten“, sagt Caroline Vedder aus dem gleichnamigen Restaurant in Nieder-Holte. Dass Geboosterte von der Testpflicht ausgenommen sind, lässt sie aufatmen. Denn die meisten ihrer Gäste seien drei Mal geimpft. Vedder: „Deshalb wird es für uns nicht ganz so schlimm und ich sehe es nicht so negativ.“

Dass in ihrem Café-Restaurant künftig auch Corona-Tests durchgeführt werden dürften, sieht die Wirtin skeptisch: „Ich finde das sehr befremdlich. Wenn wir das wirklich machen sollten, bin ich mal gespannt, wie das laufen würde.“ Planungen gebe es aber noch nicht, weil zu viele Fragen ungeklärt seien. „Was machen wir denn, wenn ein Test positiv ausfällt?“, fragt sich Vedder.

Dass dadurch der eine oder andere Gast nicht spontan ins Café einkehren könnte, ist Vedder durchaus bewusst, „aber wir können die Situation nicht ändern.“ Sie hofft darauf, dass Gäste, die einen Test benötigen, diesen in einer der offiziellen Teststellen durchführen. „Mir haben einige Gäste gesagt, dass sie ohnehin einen Test benötigen, wenn sie zum Beispiel die Großeltern in einer Senioreneinrichtung besuchen. Und das verbinden sie dann mit der Möglichkeit in die Gastro zu gehen.“

Caroline Vedder sieht die Regelungen als Schutz für sich und ihre  ​Angestellten.
Caroline Vedder sieht die Regelungen als Schutz für sich und ihre Angestellten. © Archivfoto: Scholle

Derweil steht das Telefon im Café-Restaurant selten still. „Die Gäste sind oft verunsichert, ob sie kommen können. Ich gehe davon aus, dass wegen der neuen Verordnung noch mehr Anrufe kommen“, sagt Vedder.

Vor allem Fragen zu Ausnahmeregelungen stellen die Wirtin vor Herausforderungen, etwa ob bei Johnson & Johnson-Impfungen eine Booster-Impfung ausreicht, um in das Restaurant zu dürfen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen, die zuerst mit J&J geimpft wurden und danach mit Moderna oder Biontech, dass sie sich als Booster drei Monate später noch einmal mit Biontech oder Moderna impfen lassen sollten (Unter-30-Jährige nur mit Biontech). Die Bundesregierung teilte mit, dass J&J-Geimpfte als Geboosterte im Sinne der Corona-Schutzverordnung nach der zweiten Impfung gelten.

Das sagt der Wirt des Hotels „Zum Adler“

Im Hotel-Restaurant „Zum Adler“ sei die Lage derzeit ziemlich entspannt. „Wir können noch nicht sagen, wie sich die Verordnung auswirken wird“, sagt Klaus-Dieter Führt. „Für uns sollte es wie bei 2 G weitergehen, weil die meisten unserer Gäste geboostert sind“, ringt sich der Wirt zu einer ersten kleinen Einschätzung durch. Dass Geboosterte von der Testpflicht ausgenommen sind, freut auch Führt. „Hätten Geboosterte nun noch mehr Nachteile gehabt, hätten sicher viele an den Maßnahmen gezweifelt. Wir fühlen uns sicher damit, dass Geboosterte keinen Test benötigen.“

Stichwort: Corona-Tests

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung gibt es in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit vor dem Zutritt in ein Restaurant einen Selbsttest unter der Aufsicht des Empfangspersonals zu absolvieren. Dieser beaufsichtigte Selbsttest berechtigt jedoch ausschließlich zum Zutritt zum konkreten Angebot; es kann von der Aufsichtsperson kein Testnachweis ausgestellt werden, mit dem auch andere Einrichtungen besucht werden könnten. Das, so steht es in der Schutzverordnung, können weiterhin nur die offiziellen Corona-Teststellen. Ob und in welcher Form eine Testung vor Ort angeboten wird, entscheidet der jeweilige Betreiber der Einrichtung. ine

Dass die neue Corona-Verordnung für viele Menschen unübersichtlich ist, merkt auch der Adler-Wirt. Denn auch bei ihm klingelt das Telefon ständig. „Ich kann es sehr gut verstehen, weil man täglich darauf wartet, neue Infos zu bekommen und die Gäste das gar nicht alles überblicken können“, sagt Führt.

Diese Auswirkungen spürt die Wirtin im Landhaus Stottmert

„Wir haben die neuen Regelungen mit Bangen erwartet“, sagt Magdalena Kowal vom Landhaus Stottmert. Dass Geboosterte von der Testpflicht ausgenommen sind, lässt sie und ihr Team aufatmen. „Toi, toi, toi, wir können uns mit den neuen Regeln nicht beklagen. Nun müssen wir uns keinen Kopf mehr machen, denn 90 Prozent unserer Gäste sind ohnehin dreimal geimpft“, schätzt Kowal. Die restlichen zehn Prozent müssten eben einen negativen Test vorzeigen oder auf den Restaurant-Besuch verzichten. „Aber wir haben schon Schlimmeres überstanden“, sagt Kowal rückblickend auf die bisherige Corona-Zeit.

Viel verändern werde sich mit der neuen Schutzverordnung im Landhaus deshalb nicht. Kontrollen müssten ohnehin durchgeführt werden. Als problematisch sieht die Wirtin fehlende Funktionen bei der Cov-Check-App, was dazu führt, dass Gastronomen nicht deutlich wird, wer „nur“ geimpft und wer schon geboostert ist. Demnach müsse bei jedem Gast einzeln die dritte Impfung in der App kontrolliert werden. Kowal: „Das kostet natürlich noch mehr Zeit und zögert die Kontrollen noch mehr in die Länge.“ Die Inhaberin hofft daher, dass die Zuständigen diese Funktion so schnell wie möglich modifizieren könnten.

Magdalena Kowal, Wirtin im Landhaus Stottmert, sagt: „Toi, toi, toi, wir können uns mit den neuen Regelungen nicht beklagen.“
Magdalena Kowal, Wirtin im Landhaus Stottmert, sagt: „Toi, toi, toi, wir können uns mit den neuen Regelungen nicht beklagen.“ © Archivfoto: Scholle

Dass die immer wieder neuen Corona-Maßnahmen für viele Gäste nicht mehr überschaubar seien, spüre auch das Stottmert-Team. „Das Telefon steht nicht mehr still. Die Menschen sind verunsichert und fragen nach den geltenden Regeln.“ Häufig seien Anrufer überrascht, dass das Restaurant weiterhin geöffnet ist.

Für diejenigen, die den Weg ins Landhaus finden, scheint es manchmal jedoch auch nicht leichter: „Wir haben in letzter Zeit mehr damit zu tun, Gäste wegzuschicken, die ihre Dokumente zuhause vergessen.“ Doch auch bei Stammgästen mache das Team keine Ausnahme, denn bei einer Kontrolle durch das Ordnungsamt wird nicht nur der Gast ohne Nachweise zur Kasse gebeten, sondern auch das Landhaus.

Während in der Kaffeezeit solche Gäste eher nicht mehr zurückkämen, um fehlende Dokumente vorzuzeigen, sei die Erfahrung beim Abendtisch anders: „Dann fahren viele wirklich nach Hause, holen die Dokumente und kommen auch wieder, weil sie mit anderen da sind“, sagt Kowal. „Ich glaube, dass ist für die Leute dann auch eine Lehre und sie vergessen ihre Dokumente nicht mehr.“

Auch interessant

Kommentare