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Tankrabatt: Tankstellenbetreiber erwartet keine Engpässe

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Von: Dirk Grein

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Autofahren darf er zwar noch nicht, dennoch weiß „Junior-Chef“ Josha Turk schon ganz genau, wie die Zapfsäulen an der Tankstelle seines Vaters funktionieren. Ob sich der Andrang hier ab dem 1. Juni ändern wird?
Autofahren darf er zwar noch nicht, dennoch weiß „Junior-Chef“ Josha Turk schon ganz genau, wie die Zapfsäulen an der Tankstelle seines Vaters funktionieren. Ob sich der Andrang hier ab dem 1. Juni ändern wird? © Dirk Grein

Die Fahrt zur Zapfsäule sorgt seit Wochen für Unmut: Die hohen Spritpreise sind für Auto-, Motorrad- und Lkw-Fahrer gleichermaßen ärgerlich. Am Mittwoch, 1. Juni, tritt eine niedrigere Kraftstoffsteuer in Kraft. Wie sich diese vor Ort auswirken könnte, darüber haben wir mit dem Shell-Tankstellenbetreiber Michael Turk aus Hüinghausen gesprochen.

Herscheid - Bislang sei die Situation vergleichsweise entspannt. Zwar seien die Literpreise für Benzin und Diesel so hoch wie nie. „Aber die Leute reagieren darauf durchaus verständnisvoll“, erzählt Michael Turk. Dies führt er darauf zurück, dass allgemein viele Preise für Dinge des täglichen Bedarfs gestiegen sind – und nicht die Spritpreise allein.

Was die Fahrer und auch den Betreiber zurzeit nachdenklich stimmt, das sind die starken Schwankungen der Tankpreise: Innerhalb eines Tages seien Unterschiede von bis zu 20 Cent pro Liter möglich. Warum dies so ist, das habe Turk im Gespräch mit einer Mineralölgesellschaft angefragt. Dabei habe man auf Marktbewegungen verwiesen. „Wir haben darauf keinen Einfluss“, betont Turk, dass er als Tankstellenbetreiber die Preise an den Zapfsäulen nicht bestimmt.

Zu spüren bekommen Turk und seine Mitarbeiter diese Schwankungen ganz deutlich. Viele Kunden nutzen inzwischen Handy-Apps, die ihnen anzeigen, wenn die Preise sinken. Dann sei stets auch eine höhere Frequenz an den Zapfsäulen zu spüren.

Hinzu komme ein weiterer Faktor, der das Geschäft massiv beeinflusse: die Sperrung der A45-Brücke. Dadurch sei spürbar weniger Verkehr auf der Landstraße 561 von Plettenberg in Richtung Lüdenscheid (und umgekehrt) unterwegs. Turk vermutet, dass viele Fahrer andere Strecken wie beispielsweise durch das Hönnetal suchen. „Der Verkehr geht zurzeit ein wenig an uns vorbei“, so Turk. Dies sorge allgemein für weniger Kundschaft, was sich beispielsweise auch beim Verkauf von Speisen wie belegten Brötchen oder Kaffee bemerkbar mache.

Von einem Kundenansturm, bedingt durch dieSenkung der Kraftstoffsteuer, geht der Hüinghauser nicht aus. Er sieht seine Tankstelle gut vorbereitet auf die sicherlich steigende Nachfrage; besondere Vorkehrungen werde er aber nicht treffen. „Ich glaube nicht, dass es zu Engpässen kommen wird“, sagt Michael Turk.

Ohnehin habe er auch auf diesen Bereich nur bedingten Einfluss. So wird die Belieferung der Tankstelle mit neuem Kraftstoff nicht von Hüinghausen aus gesteuert. Die Bestellung von Tankwagen, die mehrmals pro Woche eintreffen, erfolge automatisch; zum Teil treffen diese in den Abend- oder Nachtstunden ein. „Die bemerken wir dann überhaupt nicht“, so Turk.

Wie groß die unterirdischen Lagerkapazitäten seien, das könne er auf Anhieb nicht sagen. Nur so viel: Mehrere Tanks sind auf dem Gelände an der Alten Dorfstraße vergraben. Leerstände seien nahezu ausgeschlossen. meint Turk. Auch längere Warteschlangen erwartet er nicht: Eine höhere Kundenfrequenz sei zwar wünschenswert. „Aber ich gehe davon aus, dass sich das auf die kommenden Tagen verteilen wird“, gibt sich der Hüinghauser entspannt.

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