Sturm Friederike: Baum stürzt auf Wohnhaus / Mehrere Straßen gesperrt

14 Einsätze in zwei Stunden Sturm 

+
Die Feuerwehr in Herscheid musste von insgesamt 20 Einsätzen in 16 Fällen wegen umgestürzter Bäume ausrücken, so wie hier kurz vor der Herscheider Mühle.

HERSCHEID - Zwei Stunden lang hatte Sturm Friederike gestern Mittag die Ebbegemeinde voll im Griff. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Auswirkungen im Gemeindegebiet sind aber auch heute noch sichtbar.

Um 11.20 Uhr ging der erste Einsatzbefehl im Gerätehaus an der Bahnhofstraße ein. Dort hatte die Feuerwehr ihren Meldekopf eingerichtet, um die Einsätze im Gemeindegebiet zu steuern. Und davon gab es innerhalb der beiden Folgestunden gleich 14 Stück. „Das war ganz schön viel für unsere kleine Gemeinde“, meinte Wehrleiter Michael Geck. 

Bis in den späten Nachmittag hinein wurden es schließlich 20 Einsätze für die Feuerwehr. Hauptsächlich galt es in dieser Zeit, umgestürzte Bäume von den Fahrbahnen zu entfernen. Das gelang auch größtenteils problemlos, beispielsweise in Rärin, auf der Verseuferstraße, im Bereich Herscheider Mühle und in Hüinghausen. 16 Einsätze gab es dazu für die Löschgruppen Herscheid, Hüinghausen, Rärin und Neuemühle. 

Allerdings gab es auch Einsatzstellen, die aufgrund der anhaltenden Sturmböen von den Einsatzkräften nicht bearbeitet werden konnten, weil die Gefahr zu groß war, dass weitere Bäume umfallen. In enger Absprache mit dem Bauhof wurden daher die Gemeindestraße von der Walterschlade in Richtung Bergstraße und auch der Verbindungsweg von Rärin nach Marlin gesperrt. 

Auch im Ortskern musste eine Absperrungen eingerichtet werden: An der Oberdorfstraße war eine mächtige Eiche umgefallen: Teile des Baumes krachten auf ein Wohnhaus, aber auch die Straße an sich war nicht mehr befahrbar. Da eine weitere Gefährdung der Verkehrsteilnehmer nicht auszuschließen war, wurde die Oberdorfstraße in Höhe der Apostelkirche gesperrt. 

In Rärin mussten lose Dachplatten gesichert werden, die drohten auf einen Pferdestall zu stürzen. Außerdem kümmerte sich die Feuerwehr um eine Ölspur, die sich vom Industriegebiet Friedlin über die Landstraße 561 bis zum Mühlenweg zog. 

Mit 57 Einsatzkräften war die Feuerwehr personell gut ausgestattet. Bereits am Vorabend waren die Einsatzfahrzeuge einsatzbereit gemacht worden und im Gerätehaus in Herscheid der Meldekopf eingerichtet. Um 10.27 Uhr folgte dann gestern Morgen die Alarmierung durch die Leitstelle des Märkischen Kreises, dass alle Gerätehäuser besetzt werden sollten, um rasch zu den jeweiligen Einsatzorten ausrücken zu können. 

Die Feuerwehr in Herscheid sei zwar eine rein freiwillige Feuerwehr, aber die Arbeitgeber zeigen in der Regel Verständnis für die Einsätze, erklärte Wehrleiter Michael Geck. Zudem habe man vor dem Aufruf der Leitstelle schon eine freiwillige Basis angerufen, zum Beispiel diejenigen, deren Schicht nicht in den Sturm fiel.

Der Sturm hatte auch Auswirkungen auf die Kinderbetreuung: Um kurz nach 11 Uhr ordnete die evangelische Kirche die Schließung der beiden Kindertageseinrichtungen an. Das Familienzentrum „Unterm Regenbogen“ und die Kita „Arche Noah“ benachrichtigten die Eltern, die daraufhin die Kinder abholten. 

Der DRK-Kindergarten ordnete an, dass bis 13 Uhr alle Kinder abgeholt werden sollten. Da die Einrichtung jedoch sonst bis 16.15 Uhr geöffnet hat, wurde eine Notgruppe für die Kinder eingerichtet, deren Eltern es nicht möglich war, ihre Kinder frühzeitig abzuholen. 

An der Grundschule Herscheid war um 9.30 Uhr „Feierabend“. OGS und Betreuungsverein boten jedoch ein Angebot an, sodass kein Kind auf der Straße stehen musste. Die Grundschule in Hüinghausen beendete den Unterricht zwar nicht frühzeitig, aber den Eltern war freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder frühzeitig abholen wollten. Diejenigen, die nicht frühzeitig abgeholt wurden, weil es den Eltern zum Beispiel nicht möglich war, konnten bis 16 Uhr in der Schule betreut werden. Der Sportunterricht musste allerdings gestern ausfallen, da die Schüler dafür zur Rammberghalle hätten gehen müssen, was man lieber unterlassen wollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare