Stricken aus Leidenschaft

Handarbeitskreis des Dorfladens beweist: Stricken ist gefragt wie eh und je

+
Zum Repertoire der Hüinghauser „Stricklieseln“ (von links: Katja Schönlau-Cvetkovic, Jutta Johannes, Bettina Winkelmeyer, Ursula Schreiber und Wibke Zimmermann) zählen nicht nur Socken, Schals und Decken. Auch Laternen vor dem Dorfladen, Bäume und ein Stück Zaun sind mit bunten Strickereien verschönert worden, um den Anwohnern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

HERSCHEID - Sie sorgen nicht nur für warme Füße, sondern bringen auch Farbe nach Hüinghausen. Die Mitglieder des Handarbeitskreises des Dorfladens sprühen vor Kreativität und Tatendrang,

„Das ist die Königsklasse des Strickens“, meint Jutta Johannes und hält dabei eine gemusterte Socke in den Farben Blau, Weiß und Schwarz in den Händen. Diese hat Katja Schönlau-Cvetkovic in stundenlanger Präzisionsarbeit angefertigt. 

Mit Hilfe eines Lineals und konzentrierter Zählarbeiten habe sie das Muster umsetzen können, erzählt die Herscheiderin. Das sei aufwendig, aber auch entspannend gewesen – diese Gegensätze scheinen sich beim Stricken nicht auszuschließen. 

Wer meint, der Zusammenschluss des Handarbeitskreises sei ein „Club älterer Damen“, der irrt: Generationenübergreifend wird im Dorfladen gemeinsam gestrickt und gehäkelt. Es wird gefachsimpelt und viel gelacht; der Geräuschpegel ist beachtlich. Und dennoch strahlt die gemeinsame Beschäftigung auch Ruhe aus: „Das hat etwas Meditatives“, sagt Jutta Johannes, die einst die Idee zu den Zusammenkünften hatte und damit das Interesse vieler Frauen weckte. 

Angesichts der nun beginnenden kalten Jahreszeit sind die gestrickten Socken und Schals gefragter denn je. „Wenn man etwas selbst gestrickt hat, dann hat es eine ganz andere Wertigkeit“, beschreibt Wibke Zimmermann, die Jüngste an diesem Nachmittag, ihre Motivation. Sie nutzt die Treffen auch, um sich Techniken und Handgriffe abzuschauen, zum Beispiel von Ursula Schreiber, die seit ihrer Jugend strickt und einst ein Handarbeitsgeschäft in Lüdenscheid betrieben hat. „Über all die Jahre ist mir das Stricken nie langweilig geworden“, sagt die Seniorin. 

Doch die fleißigen „Stricklieseln“ verfolgen noch ein weiteres Ziel: Sie wollen die Freude an ihrem Hobby weitergeben an andere. Genau deswegen haben sie sich an dem weltweit verbreiteten Phänomen „Guerilla-Stricken“ beteiligt und mit bunten Tüchern und Schals das Viertel rund um den Dorfladen verschönert. Laternen und Zäune erstrahlen in bunten Farben und sorgen bei Spaziergängen und Kunden für fröhliche Gesichter. 

Mit dem Projekt „Wunschsocke“ unterstützen die Strickerinnen zudem den Dorfladen: Kunden, die die Wolle vor Ort kaufen, können Socken in allen gängigen Größen bestellen. An den Einnahmen wollen sich die Frauen nicht etwa bereichern; das Geld ist für die Finanzierung des Dorfladens bestimmt. 

Über Zuwachs würden sich die Mitglieder des Handarbeitskreises übrigens sehr freuen – nicht nur Frauen, sondern auch Männer sind in der munteren Runde stets herzlich willkommen. Treffpunkt ist immer mittwochs (mit Ausnahme der Klöntage an jedem ersten Mittwoch eines Monats) um 17.00 Uhr im Hüinghauser Dorfladen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare