Stinkeschuh als Mahnmal

Nach Fehltritt in Kothaufen reagiert Hüinghauserin mit Appell an Hundehalter

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Unweit ihres Hauses an der Welliner Straße trat Nadine Lüttich auf einem Gehweg in einen Hundehaufen. „Das wollte ich nicht einfach so hinnehmen“, begründet die Hüinghauserin ihre Reaktion: Sie ließ ihren Schuh in der Tretmine stecken und stellte ein Schild daneben.

Herscheid – Aktuell sind 792 Hunde in der Gemeinde gemeldet. Prozentual gesehen kommt bei insgesamt 7 140 Einwohnern auf jeden neunten Bürger ein Hund. Das Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern bietet Konfliktpotenzial – vor allem dann, wenn es nicht beseitigte Hinterlassenschaften betrifft.

Ein Thema, mit dem sich Nadine Lüttich häufiger befassen muss, als ihr lieb ist. Zu ihrer Familie gehören unter anderem auch zwei Hunde, mit denen sie täglich ihre Runden durch Hüinghausen und die angrenzenden Wälder dreht. Dabei hat sie stets Abfalltüten dabei, falls Kaya oder Willow – so die Namen der Tiere – unterwegs ein Geschäft verrichten müssen. 

Doch längst nicht alle Halter kümmern sich um die Beseitigung des Hundekots. Tretminen zieren etliche Gehwege, Grünflächen, ja sogar Spielplätze oder Sportplätze im Gemeindegebiet. Dieses sorglose Verhalten kann die Hüinghauserin nicht nachvollziehen. Sie meint: „Wenn ich einen Hund habe, dann muss ich auch darauf achten.“ 

Dass viele Bürger inzwischen sauer auf die immer größer werdende Gruppe der Hundehalter sind, das kann Nadine Lüttich verstehen. Die Hinterlassenschaften haben ein nicht mehr erträgliches Maß angenommen. Ihren beiden Töchtern untersagt die Hüinghauserin bereits das Spielen im herbstlichen Laub, in der Sorge, darunter könnten sich stinkende Überraschungen befinden. 

Doch nicht ihre Kinder, sondern sie selbst trat kürzlich auf einem Gehweg an der Welliner Straße, unweit ihres Wohnhauses, in einen Hundehaufen – der Ärger war groß: „Das wollte ich nicht einfach so hinnehmen.“ 

Kurzerhand opferte die junge Frau ihren ohnehin verschmutzten Schuh und ließ ihn mahnend im Hundehaufen stecken. Sie eilte nach Hause, beschrieb eine Pappe mit den Worten „Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an“ und „Nicht der Hund ist hier das Ferkel“. Dieses Schild stellte sie neben den Schuh und machte von dem markanten Motiv Fotos. Die Reaktionen von Passanten und Betrachtern der Bilder war positiv. Der Zuspruch kam übrigens von Personen mit und ohne Hunden. 

Bereits in der Vergangenheit hatte Nadine Lüttich mit einer solchen Aktion für Aufsehen in Hüinghausen gesorgt: An einer Grünfläche an ihrem Grundstück, die als öffentliche Hundetoilette missbraucht wurde, hatte sie ein Plakat angebracht, auf dem sie für ein zweiteiliges Tierseminar bewarb. Erstens: Verdauungstrakt eines Hundes. Zweitens: Wie benutze ich eine Hundekottüte? 

Die Aktion damals habe zumindest kurzfristig Erfolg gehabt: Die kleine Wiese wurde in den Folgetagen weniger frequentiert. Weil die Anzahl der hinterlassenen Tretminen inzwischen aber wieder gestiegen ist, haben die Lüttichs die Pflege der gemeindlichen Grünfläche inzwischen aufgegeben. 

Dennoch lässt sich die Tierfreundin nicht entmutigen und überlegt, ihren Stinkeschuh samt Plakat auch an anderen Hundehaufen aufzustellen – wohlwissend, dass sie damit die Problematik nicht lösen kann: „Ich möchte zumindest ein Statement setzen und die Hundehalter zu einem umsichtigeren Verhalten animieren.“

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