"Die Jugendlichen wollen zurück"

Start nächste Woche? Wie sich das Jugendzentrum Herscheid auf die Öffnung vorbereitet

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Herscheid -  Es gibt in diesen Tagen viel zu tun im Herscheider Jugendzentrum (Juz) und deshalb ist das Mitarbeiterteam fleißig dabei, alles vorzubereiten. Wahrscheinlich kommende Woche darf die Einrichtung wieder öffnen. Juz-Leiterin Silke Obier: „Wir sind heiß drauf.“

Seit fast zwei Monaten sind die Türen des Jugendzentrums schon geschlossen. Über die digitalen Angebote haben die Mitarbeiter seitdem versucht, die Kontakte so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Der zweimal wöchentliche Videochat über die App Zoom zum Beispiel fand weiter regelmäßig statt, über das Internet-Netzwerk Instagram postete das Jugendzentrum Bilder und Anleitungen für einen Kochkurs, über die App Discord wurde gequatscht und jeden Donnerstag versammelten sich einige Jugendliche und ein Juz-Mitarbeiter vor dem PC, um das Onlinespiel Herr der Ringe zu zocken.

„Aber man merkt, die Jugendlichen wollen zurück“, sagt Silke Obier. „Sich persönlich zu sehen, ist etwas ganz anderes, als einen Videochat zu führen oder sich über Instagram zu schreiben.“ Die Erlaubnis, das Haus wieder zu öffnen, ist allerdings wie überall an ein Hygienekonzept gebunden, das strikte Vorgaben beinhaltet.

Die Jugendlichen müssen Masken tragen, sie müssen die Sicherheitsabstände einhalten, sie müssen sich die Hände desinfizieren und es darf sich nur eine kleine Anzahl im Jugendzentrum aufhalten. Das hat natürlich Auswirkungen auf den Alltag. Der Toberaum zum Beispiel kann unter diesen Bedingungen nicht mehr seinen Zweck erfüllen, dass sich die Jugendlichen hier austoben können. Stattdessen funktioniert das Juz-Team den Raum um und stellt zwei PC-Plätze und eine zweite Playstation auf.

Der Netflix-Raum dagegen darf bleiben, aber auch hier müssen die Sicherheitsabstände eingehalten werden. Der Kochkurs fällt aus, in der ersten Woche wird es keinen Schlagzeugunterricht geben – es ist eine ganze Menge, um das sich Silke Obier zurzeit Gedanken machen muss.

Das größte Problem, so befürchtet sie, könnten die Einlass-Einschränkungen werden. „Es dürften nach den neuen Richtlinien 20 Jugendliche rein, aber wir werden – auch in Absprache mit der Gemeinde – sehr langsam anfangen“, erklärt Silke Obier. „Sehr langsam anfangen“ bedeutet in diesem Fall, dass sich zunächst nur fünf Jugendliche gleichzeitig im Haus aufhalten dürfen. Wenn zur Wiedereröffnung mehr kommen? „Das wissen wir auch noch nicht so genau, dafür müssen wir uns noch etwas einfallen lassen.“

Auch wenn also noch nicht alle Frage bis ins Detail geklärt sind, ist die Einrichtungsleiterin froh, wieder öffnen zu dürfen. „Wir bekommen das irgendwie hin, auch wenn wir eine solche Situation alle noch nicht erlebt haben.“

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